DDR-Film "Bis dass der Tod euch scheidet" mit Katrin Sass

1979 kam ein Film in die Kinos der DDR, der die Phrasen der Partei vom allgemeinen Glücklichsein im sozialistischen deutschen Staat auf grelle und realistische Weise ad absurdum führte: "Bis dass der Tod euch scheidet". Hauptdarstellerin war die damals gerade einmal 23-jährige Katrin Sass.

Sonja und Jens scheinen sich ihrer Liebe auf ewig gewiss. Nichts, so jedenfalls hat es den Anschein, könnte das Glück der beiden Zwanzigjährigen jemals trüben. Ein nimmer endender Zauber des Anfangs. Doch mit der Geburt ihres Kindes zeichnen sich erste Konflikte zwischen dem mittlerweile verheirateten Paar ab. Sonja bleibt wie selbstverständlich zu Hause, kümmert sich um Kind und Haushalt. Doch in die ihr von Jens zugedachte Rolle mag sie sich schon bald immer weniger fügen, sie will in ihren alten Beruf zurück, Haushalt und Beruf verbinden. Dafür nun hat ihr Ehemann gar kein Verständnis. Seine Frau, so bestimmt der zunehmend dem Alkohol verfallende Bauarbeiter, hat zu Hause zu bleiben. Sonja geht daraufhin heimlich arbeiten. Die Situation eskaliert und mündet schließlich in einer Spirale der Gewalt. Die Ehe der beiden - eine Art Vorhof der Hölle. Und dabei doch nur - Szenen einer Ehe in Berlin-Prenzlauer Berg.

Geschichte beruht auf einer "wahren Begebenheit"

Die Schauspielerin Katrin Saß
Katrin Saß (1993) Bildrechte: IMAGO

Das Drehbuch für "Bis dass der Tod euch scheidet" schrieb der renommierte Ost-Berliner Schriftsteller Günther Rücker gemeinsam mit dem Filmregisseur Heiner Carow. Die Geschichte soll auf einer "wahren Begebenheit" beruhen. Der konfliktgeladene Film war durchaus prominent besetzt: Neben der Hauptdarstellerin Katrin Sass spielten unter anderen Renate Krößner, Angelika Domröse sowie Alfred Struwe. Knapp 800.000 DDR-Bürger sahen das schockierende Ehedrama in den Kinos des Landes.

"Konflikte voll ausgespielt"

Der Westberliner "Tagesspiegel" würdigte den DEFA-Film 1979: "Hier wird ein DDR-Gegenwartsthema kompromisslos behandelt, werden Konflikte voll ausgespielt und sind auch polemische Züge unverkennbar." Und auch in der DDR selbst galt der Film als ein wichtiger Beitrag zum "gesamtgesellschaftlichen" Diskurs. "Bis dass der Tod euch scheidet" erhielt 1979 den "Filmpreis des Jugendmagazins 'Neues Leben'", Drehbuchautor Günther Rücker bekam im gleichen Jahr auf dem "Nationalen Spielfilmfestival der DDR" einen Preis für das "Beste Drehbuch". Und nicht zuletzt: Die damals gerade einmal 23-jährige Katrin Sass machte sich mit ihrer ersten großen Rolle sogleich einen Namen als Charakterdarstellerin von Format. Doch der Ruhm war durchaus hart erarbeitet: "Das war ein harter Film, das war eine harte Zeit mit über 50 Drehtagen", erinnerte sich Katrin Sass später. "Ich lag einmal am Boden, Kamera voll drauf, und ich kam nicht mehr hoch, weil das Trommelfell geplatzt war und ich das Gleichgewicht verloren hatte."

Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Riverboat" 24.05.2019 | 22:00 Uhr