"Bischofferode ist überall"

Landschaft mit Kreuz
Am 31. Dezember akzeptiert der Betriebsrat die Stilllegung der Grube. Nach der Schließung werden die rund 700 Bergleute Abfindungen oder befristete Ersatzarbeitsplätze erhalten. Heute prägt immer noch die riesige Abraumhalde die Landschaft bei Bischofferode (im Bild). (Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Fernsehen: Bischofferode: Das Treuhand-Trauma, Do, 05.07.2018 | 20.15 Uhr) Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Blick auf Kalibergwerk Bischofferode.
Die Kaligrube in Bischofferode, hier auf einem Foto vom Sommer 1993, gehörte seit 1970 zum VEB Kombinat Kali. Nach der Wende übernimmt die Treuhand alle ostdeutschen Kaligruben. Sie werden unter dem Dach der Mitteldeutschen Kali AG vereint. Bildrechte: IMAGO
Ulrich Steger
Die Treuhand beauftragt Ulrich Steger, ehemals Wirtschaftsminister im Kaliland Hessen, als Aufsichtsratsvorsitzender die Mitteldeutsche Kali AG zu sanieren und einen neuen Eigentümer zu finden.

Bildrechte: IMAGO
Blick auf das frühere Haus der Ministerien in der Leipziger Straߟe, in dem nun die Berliner Treuhandanstalt eingezogen ist.
Das Treuhandgebäude in Berlin: Ab Mai 1992 werden hier geheime Gespräche mit der westdeutschen Kali und Salz AG aus Kassel geführt. Bildrechte: dpa
Unternehmer Peine
Aber es gibt Hoffnung für die Kumpel in Bischofferode: Johannes Peine, ein Unternehmer aus Niedersachsen, will das Werk übernehmen und es unabhängig von der Kali und Salz AG betreiben. Bildrechte: IMAGO
Ein Dokument zum Kaliwerk Bischofferode.
Trotz aller Proteste: Am 13. Mai unterzeichnen Vertreter der Treuhand, der Kali und Salz AG und der Mitteldeutschen Kali AG den Fusionsvertrag. Was darin steht, ist streng geheim. Heute ist bekannt: Im Vertrag wurde der Kali und Salz AG ein Monopol beim Abbau und Vertrieb von Kalisalz in Deutschland zugesichert. Der Unternehmer Johannes Peine ist damit raus aus dem Geschäft, aber weder er noch die Kumpel in Bischofferode wissen das. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Bischofferode (Thüringen): Stummer Abschied am 15.07.1993 zwischen den hungerstreikenden Kalibergleuten Willibald Nebel (l.) und Joachim Kaufmann. Nachdem beide fast 14 Tage an der dramatischen Protestaktion gegen die Schließung des Kaliwerkes Bischofferode teilgenommen haben, muß Nebel aufgrund von Ohnmachtsanfällen ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Als auch der zuständige Ausschuss des Bundestages der Fusion von Kali West und Kali Ost zustimmt, treten die Bergleute in Bischofferode in den Hungerstreik. Bergmann Willibald Nebel wird nach 14 Tagen als erster ins Krankenhaus eingeliefert. Bildrechte: dpa
Kundgebung in Bischofferode
Menschen aus ganz Deutschland solidarisieren sich mit den Bergleuten. Zahlreiche Politiker besuchen die Grube im Eichsfeld. PDS-Bundestagsabgeordneter Gregor Gysi ist damals oft in Bischofferode. Bildrechte: IMAGO
Plakat mit Aufschrift 'Wir sind auf Eurer Seite Kalikumpel'
Von überallher erhalten die Kumpel  Zuspruch, Geldspenden und Besuche. Urlauber schicken ermutigende Postkarten von der Ostsee. Sogar die Puhdys geben in Bischofferode ein Solidaritätskonzert. Bildrechte: IMAGO
In einer Halle wird auf eine Leinwand ein Text projiziert.
Dem "Handelsblatt" werden Auszüge aus dem geheim gehaltenen Fusionsvertrag zugespielt. Am 2. August enthüllt die Zeitung die Kartellbildung: Im Artikel 20 des Vertrages ist ein Wettbewerbsverbot festgelegt. Niemand in Deutschland außer der Kali und Salz AG soll Kalisalz vertreiben dürfen.  Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
In einer Halle wird auf eine Leinwand ein Bild mit mehreren Personen projiziert
Unternehmer Peine, der immer noch für die Übernahme von Bischofferode kämpft, geht Ende 1993 pleite. Über Nacht kündigen die Banken ihm alle Kredite. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
Landschaft mit Kreuz
Am 31. Dezember akzeptiert der Betriebsrat die Stilllegung der Grube. Nach der Schließung werden die rund 700 Bergleute Abfindungen oder befristete Ersatzarbeitsplätze erhalten. Heute prägt immer noch die riesige Abraumhalde die Landschaft bei Bischofferode (im Bild). (Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Fernsehen: Bischofferode: Das Treuhand-Trauma, Do, 05.07.2018 | 20.15 Uhr) Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs
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