125 Jahre Chemiestandort Umbrüche nach 1990: Eine Region auf der Kippe

Goitzschesee bei Bitterfeld
Im Rahmen der Renaturierung entstanden neue Landschaften. Die Tagebaue im Bitterfelder Revier wurden geflutet und sind heute wieder für die Anwohner und Touristen attraktiv. (Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 04.06.2018, 21.50 Uhr) Bildrechte: IMAGO
Industriebetrieb in Bitterfeld.
Nach 1990 war nichts mehr wie zuvor in Bitterfeld-Wolfen. Mit der politischen Wende stand auf einmal die Zukunft des Industriestandortes, der Betriebe, Arbeitnehmer und der Bevölkerung auf der Kippe. Wie sollte es bloß mit der Chemie in Bitterfeld weitergehen? Bildrechte: imago stock&people
Industriebrache des VEB Chemiekombinat Bitterfeld
Was nicht mehr mit der modernen Industrie und dem zeitgemäßen Kapitalismus mithalten konnte, musste weg. Veraltete Anlagen wurden komplett stillgelegt, abgewickelt und abgerissen. Bildrechte: IMAGO
Güterbahnhof in Bitterfeld
Eine große Aufgabe bestand zu Beginn darin, den Chemiestandort fit zu machen: Was war überhaupt noch nutzbar? Was überholt? Abschreiben wollte man Bitterfeld-Wolfen nicht. Schließlich war die Infrastruktur großräumig gegeben: Das Eisenbahnnetz verband alle Standorte mit den Bahnhöfen von Bitterfeld und Wolfen. Bildrechte: IMAGO
Gelände der stillgelegten Aluminiumhütte Bitterfeld
Vorhanden waren auch Rohrbrücken und ein unterirdisches Abwassernetz. Allerdings war auch hier einiges erneuerungsbedürftig. Eine Lösung musste her. Bildrechte: IMAGO
Wohnstrasse in Bitterfeld
So wurden 1990 wichtige Kombinate, das Chemiekombinat Bitterfeld (CKB), das Fototechnische Kombinat (FCK), das Braunkohlekombinat (BKK) und das Rohrleitungskombinat (IKR), schrittweise privatisiert - nicht ohne Folgen. Bildrechte: IMAGO
Eisenbahner des VE Braunkohlenkombinat Bitterfeld steht in der Anschlußbahn Mitte.
Der massive Strukturwandel kostete viele Beschäftigte des Braunkohlenbergbaus und der Chemiebetriebe in der Region den Arbeitsplatz. Die anfänglichen Hoffnungen, dass schnell Ersatz-Arbeitsplätze zur Verfügung stehen würden, erfüllten sich nicht. Bildrechte: imago/Dieter Matthes
Müll in einer verlassenen Wohnsiedlung in Bitterfeld
Von heute auf morgen schlossen die Betriebe. Die Produktion wurde massiv zurückgefahren, die Arbeitslosigkeit stieg sprunghaft an. 1994 betrug sie 15 Prozent und sollte 2004 sogar 25 Prozent erreichen. Bildrechte: IMAGO
Eine geschlossene Gaststätte in Bitterfeld , Februar 1990.
Schon bald nach der Friedlichen Revolution wurden Bitterfeld und Wolfen zum Sinnbild für Stilllegung, Abwanderung und Arbeitslosigkeit. Gaststätten mussten schließen,... Bildrechte: imago/Rainer Unkel
Kind vor Hausruine der Disko Karussell in Bitterfeld.
...massenhaft zogen Menschen weg. Auf der Suche nach Arbeit und Glück verließen vor allem junge Leute die Region. Ihre einstigen Treffpunkte standen plötzlich leer. Bildrechte: imago/Dieter Matthes
Abwassersee der Filmfabrik Wolfen bei Bitterfeld.
Zum größten Problem des Industriestandortes wurde jedoch die gewaltige Umweltbelastung. Nach der Wende zeigte sich: Tonnen von Altlasten lagen einfach in der Landschaft herum. Besonders gravierend waren die Schäden im Tagebau Grube Johannes - genannt Silbersee. Bildrechte: imago stock&people
Film- und Industriemuseum Wolfen
Bis 1990 wurden hier Abwasser, Abfall und Schlamm aus der Filmfabrik Wolfen eingeleitet. Die galt nach der politischen Wende als nicht mehr wettbewerbsfähig und wurde stillgelegt. Bildrechte: dpa
rbeiter auf dem nostalgisch anmutenden Gelände einer Bitterfelder Fabrik
Das Thema Silbersee stand ganz oben auf der Liste der Umweltschützer. Auch immer mehr Politiker interessierten sich nach der Wende für den See und die Region. In der Hoffnung, Investoren zu gewinnen, wurden ganze Busse mit westdeutschen Abgeordneten und Unternehmern nach Bitterfeld-Wolfen gekarrt. Bildrechte: IMAGO
Logo der Bayer Bitterfeld GmbH im Chemiepark Bitterfeld
Die Bemühungen der Nachwendejahre sollten belohnt werden. Nach der Sanierung kam der Aufschwung: Unternehmen wie Bayer investierten Milliarden in die Region. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn
Mitarbeiter bei der Arbeit auf dem Werkgelände der Akzo Nobel Chemicals GmbH Bitterfeld
Bitterfeld-Wolfen ist eine Chemieregion geblieben - heute mit modernen, sauberen Anlagen und Weltkonzernen, die hier produzieren. Bildrechte: IMAGO
Luftaufnahme Sachsen Anhalt -  Bitterfeld Industriestandort Chemiepark Luftaufnahme
Inzwischen arbeiten hier wieder 12.000 Menschen. In dieser Woche feiert die Chemieregion ihr 125-jähriges Bestehen. Auch die Natur hat sich teilweise wieder erholt... Bildrechte: IMAGO
Goitzschesee bei Bitterfeld
Im Rahmen der Renaturierung entstanden neue Landschaften. Die Tagebaue im Bitterfelder Revier wurden geflutet und sind heute wieder für die Anwohner und Touristen attraktiv. (Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 04.06.2018, 21.50 Uhr) Bildrechte: IMAGO
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