Industriealltag in Bitterfeld

Schild Tagebau Goitzsche 1990
"Goitzsche" - das ehemalige Abbaugebiet der Braunkohle in Bitterfeld. Der Name bedeutet so viel wie "Gottes Auge". In den Anfangsjahren der DDR wurde mit der großflächigen Erschließung des Tagebaus begonnen. 1990 waren nahezu 60 Quadratkilometer Landschaft zerstört. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Trabant 601 rollt am Ortseingangsschild von Bitterfeld vorbei
Bitterfeld war für die DDR ein wichtiger Chemiestandort. Schon um 1890 hatten sich in der Region erste kleinere Chemiefabriken angesiedelt. Die Branche wurde mit den beiden Weltkriegen immer größer, ihre Erzeugnisse immer vielfältiger. Bildrechte: IMAGO
Blick auf VEB Chemiekombinat Bitterfeld, 1990.
Wichigstes Kombinat in Bitterfeld in der DDR-Zeit: das Chemiekombinat Bitterfeld, kurz CKB. In den 1980er-Jahren gab es hier 18.500 Beschäftigte. In den Teilbetrieben des Kombinats, die über die gesamte DDR verstreut waren, kamen noch einmal ungefähr 12.000 Beschäftigte dazu. Bildrechte: IMAGO
DDR-Plakat in Industriestandort Bitterfeld
In Bitterfeld wurde vor allem Chlor und PVC produziert, aber auch Aluminium, Farbstoffe und Gipschwefel. "Bedeutender Produzent" stand auf einer der DDR-Werbetafeln. In der Tat: Etwa 80 Prozent aller Industriegüter der DDR waren auf die chemischen Erzeugnisse aus Bitterfeld angewiesen. Bildrechte: IMAGO
Waggons mit Kohle - Bitterfeld
Bitterfeld war zugleich ein wichtiger Braunkohle-Lieferant - nicht erst in der DDR. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war der Rohstoff in der Region abgebaut worden. Die Braunkohle war ausschlaggebend dafür, dass sich chemische Industrie in der Gegend angesiedelt hatte. Bildrechte: IMAGO
Schild Tagebau Goitzsche 1990
"Goitzsche" - das ehemalige Abbaugebiet der Braunkohle in Bitterfeld. Der Name bedeutet so viel wie "Gottes Auge". In den Anfangsjahren der DDR wurde mit der großflächigen Erschließung des Tagebaus begonnen. 1990 waren nahezu 60 Quadratkilometer Landschaft zerstört. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Filmfabrik Wolfen ORWO
Zur Industrieregion zählte auch die Filmfabrik Agfa in Wolfen, die ab den 1960er-Jahren größter Rohfilmproduzent im sozialistischen Wirtschaftsblock war. In dieser Zeit legte man auch den Namen Agfa ab, um sich vom gleichnamigen Unternehmen am westdeutschen Standort Leverkusen zu distanzieren. Stattdessen bekam die Fabrik den Namen ORWO, was für Orginal Wolfen stand. Bildrechte: dpa
Chemieabfälle auf dem Gelände des VEB Chemiekombinats Bitterfeld
Berichte über den ruinösen Zustand des Kombinats fanden sich nach 1990 auch in den Akten der DDR-Staatssicherheit: Eine Vielzahl von Anlagen war technisch verschlissen, Behälter für brennbare Flüssigkeiten defekt, Rohre hatten längst ihre Lebensdauer überschritten, Abwasser flossen direkt in den Boden. Bildrechte: IMAGO
Qualm über Industrieanlage von Bitterfeld
Der "Spiegel" schrieb am 8. Januar 1990 über Bitterfeld: "Der Ruß hat die Dächer schwarz gemacht, auf einige Wohnquartiere rieselt jeden Monat ein ganzes Pfund Staub pro Quadratmeter herab. Rostige Rohrleitungen der Chemieindustrie, die das Gebiet kreuz und quer durchziehen, gasen immer mal wieder undefinierbare Dämpfe aus." Bildrechte: IMAGO
Eine Wohnsiedlung in Bitterfeld
Im Grauschleier der Stadt hingen die Bitterfelder ihre frisch gewaschene Wäsche auf. Bildrechte: IMAGO
DDR : Der sogenannte Silbersee , eine Industriekloake in Bitterfeld , im Februar 1990
An der Straße, die Wolfen mit Bitterfeld verbindet, liegt der sogenannte Silbersee, wie ihn die Einheimischen tauften. Seine silbrig glänzende Oberfläche zeigte offensichtlich, wie vergiftet die Umwelt in der Gegend war. Ins Restloch eines Tagebaus waren jahrelang Abwässer, Schlämme und Abfälle aus der Filmfabrik Wolfen eingeleitet worden. Bildrechte: IMAGO
Der sogenannte Silbersee, eine Industriekloake in Bitterfeld, im Februar 1990
Nach 1990 wurde der Grund des Restlochs untersucht. Die bis zu zwölf Meter mächtigen Schlammschichten waren stark schwermetallhaltig und enthielten große Mengen an Schwefelkohlenstoff-, Schwefelwasserstoffverbindungen und anderen Schadstoffen. Über dieses Thema berichtete der MDR in "MDR um 4", 30.04.2018 | 16:00 Uhr.) Bildrechte: IMAGO
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