Geschichte Mitteldeutschlands | 18.08.2013 | Protokoll Chat zum Nachlesen: Mathilde von Quedlinburg - Vom Mädchen zur Machtfrau

GESCHICHTE MITTELDEUTSCHLANDS: Schon mit elf Jahren übernimmt Mathilde, Tochter Ottos des Großen, den Stift von Quedlinburg. Als mächtigste Frau des Reiches muss sie auch eine Familienfehde in den höchsten Kreisen des 10. Jahrhunderts schlichten. Hier der Chat mit Historiker Gerd Althoff von der Universität Münster und mit GMD-Redakteur Frank Kutter zum Nachlesen.

  • Moderatorin: Liebe Freunde der Geschichte Mitteldeutschlands, liebe Neugierige und Interessierte, liebe Nutzer des MDR-Teletexts, willkommen zu unserem Chat rund um Mathilde von Quedlinburg. Sie können sich schon einloggen, in wenigen Minuten legen wir los.
  • Moderatorin: Experten im Chat sind Historiker Gerd Althoff, auch Experte im Film, und GMD-Redakteur Frank Kutter, einen schönen Guten Abend! Ich freue mich, dass Sie beide dabei sind, ein herzliches Hallo!
  • Frank Kutter: Einen schönen guten Abend liebe User, ich freue mich auf einen angeregenden Chat
  • Moderatorin: Der Chat ist eröffnet:-)) Los geht's....
  • Benno: Schade, am Ende der Sendung hätte noch ein Hinweis auf den Chat kommen können.
  • Moderatorin: Danke für den Hinweis, lieber Benno. Zwei Mal hatten wir eine Ankündigung eingeblendet. Wir hoffen, das haben viele gesehen.
  • Prof. Gerd Althoff: Hallo und guten Abend aus Münster
  • Benno: Wieder ein sehr informativer, gut recherchierter und auch handwerklich wieder excellent gemachter Film. Danke!
  • Frank Kutter: Danke Benno, ich gebe das gerne an die Autorin des Films weiter.
  • Prof. Gerd Althoff: Es gibt nur den Bericht bei Thietmar, der ebenfalls verwandt mit beidn Seiten war, und da seine Brüder Werner geholfen hatten, war er sicher gut informiert. Die Absprachen waren sicher mündlich.
  • Benno: Hat der gewaltsame Einbruch in ein Stift (Kloster) eigentlich auch Kirchenstrafen nach sich gezogen?
  • Prof. Gerd Althoff: Er hätte Kirchenstrafen nach sich ziehen können, Mathilde hat sich aber für eine gütliche Lösung entschieden, das machte ein kirchliches Verfahren überflüssig.
  • seelachs: Ein sehr interessanter Film, der Lust macht, tiefer einzusteigen in das Leben Mathildes und in die damalige Zeit. Ich hatte nur kurz die Gelegenheit, auf der website nachzusehen - gibt es eine Literaturliste oder Empfehlungen ihrerseits, mit welchen Publikationen man sich weiter informieren kann?
  • Moderatorin: Ja, wir empfehlen Ihnen unsere Literaturtipps. So gelangen Sie hin http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/filme/mathilde-von-quedlinburg-literatur100.html
  • Pubarschknall: Da ich den Anfang des Filmes leider verpasst habe: Warum wurde Mathilde als Dreizehnjährige (oder gar jünger) zur Äbtissin gemacht? Das erscheint mir doch selbst für Frühmittelalterliche Verhältnisse recht früh.
  • Prof. Gerd Althoff: Nein es gibt eine ganze Reihe von Fällen, in denen hochadelige Damen sehr jung Äbtissin wurden. Dennoch war Mathildes Einsetzung 966 ein ganz außergewöhnliches Ereignis, sie wurde nicht von einem, sondern allen Erzbischöfen des Reiches geweiht. Man kann vermuten, dass ihre Einsetzung in Zusammnhang mit den Schwierigkeiten um die Gründung des Erzbistums Magdeburg stand, die von ottos Mutter Mathilde nicht gewollt wurde.
  • Göckelchen: Hat das Stift nach dem Tode Mathildes weiter bestanden?
  • Prof. Gerd Althoff: Ja sicher
  • Pubarschknall: Gibt es schriftliche Zeugnisse, die von Mathilde selbst stammen?
  • Prof. Gerd Althoff: Meines Wissens nicht
  • Benno: Waren solche Verhandlungslösungen damals allgemein üblich, oder wurde auch schon mal schnell mit harter Hand durchgegriffen?
  • Prof. Gerd Althoff: Solche gütlichen Beendigungen gab es auf dem Felde der Fehden häufig. Hart drchgegriffen wurde dann, wenn man ein zweites Mal den Konflikt eröffnete.
  • Frank Kutter: Wir arbeiten ca. ein dreiviertel Jahr an einem Film, die Recherche nimmt einen großen Teil der Arbeit in Anspruch. Zu Mathilde ist die Quellenlage einigermaßen gut, über sie wird in Chroniken berichtet. Grundsätzlich ist das Mittelalter natürlich oft schwieriger zu bearbeiten als neuzeitliche Themen.
  • Mick: Sehr schoener Film, vielen Dank. Ich sehe immer alle Folgen der Geschichte Mitteldeutschlands. Wie schwierig ist die Recherche gerade bei mittelalterlichen Themen sehr schwierig? Die Quellenlage ist doch sicher sehr schierig?
  • Frank Kutter: Frank Kutter: Wir arbeiten ca. ein dreiviertel Jahr an einem Film, die Recherche nimmt einen großen Teil der Arbeit in Anspruch. Zu Mathilde ist die Quellenlage einigermaßen gut, über sie wird in Chroniken berichtet. Grundsätzlich ist das Mittelalter natürlich oft schwieriger zu bearbeiten als neuzeitliche Themen
  • HistoryFan: Lieber Herr Professor Althoff, es wurde im Film gesagt, sie haben das Totenbuch der Ottonen gefunden. Wie aufwändig war denn die Suche danach?
  • Prof. Gerd Althoff: Ich habe festgestellt, dass die Toten aus einem Quedlinburger Necrolog abgeschrieben und ins Merseburger Necrolog übertragen wurden. Dadurch hat sich die Quedlinburger Tradition erhalten, die dort selbst nicht mehr vorhanden ist.
  • Mick: Sehr schoener Film, vielen Dank. Ich sehe immer alle Folgen der Geschichte Mitteldeutschlands. Wie schwierig ist die Recherche gerade bei mittelalterlichen Themen sehr schwierig? Die Quellenlage ist doch sicher sehr schierig?
  • Prof. Gerd Althoff: Quellenlagen sind zumeist schwierig. Manchmal gibt es zu viele, hier eher zu wenige. Gerade für Mathilde sind aber durch Widukind von Corvey, die Quedlinburger Annnalen und Thietmar von Merseburg wirklich exzellente Zeugnisse erhalten, wie für nur wenige Fruen des Frühmittelalters.
  • HistoryFan: Lieber Herr Kutter, erneut ein schöner Film. Vielen Dank. Wissen Sie schon welche Persönlichkeiten sie im nächsten Jahr genauer beleuchten werden?
  • Frank Kutter: Danke Historyfan. Wir arbeiten immer noch an den Themen für 2014. Sicher werden wir wieder Figuren aus unterschiedlichen Epochen vorstellen - vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Welche das sind, steht noch nicht fest.
  • Benno: Gibt es Urkunden von Mathilde (a. als Äbtissin; b. als Reichsvewalterin)?
  • Prof. Gerd Althoff: Meines Wissens nicht
  • Benno: Wurde Mathilde in späteren Jahrhunderten irgendwie rezipiert? Z. B. als die SS Quedlinburg zur SS-Weihestätte machten?
  • Prof. Gerd Althoff: So weit ich weiss, konzentrierte sich das Nazi-Interesse ganz auf Heinrich I. und Otto den Großen.
  • Benno: Gerhard: Gute Idee! Evtl.könnte auf der MDR-Homepage nach der Sendung auch eine Empfehlung von Orten angeboten werden, die man besuchen/besichtigen kann (oder gibt es das schon?),
  • Moderatorin: Danke für Ihre Nachfrage, wir haben z.B. eine interaktive Karte, wo Sie Anregungen finden. Viel Spaß! http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/filme/quedlinburg/index.html
  • Mick: Gibt es ausser Quedlinburg noch andere mitteldeutsche Städte die so eng mit den Ottonen verbunden sind, werter Herr Althoff? Wenn ja, welche?
  • Prof. Gerd Althoff: Ich hoffe, ich vergesse jetzt keine wichtige: Magdeburg, Merseburg, Halberstadt, Gandersheim,
  • Moderatorin: Wer den Film verpasst hat oder ihn einfach noch einmal in Ruhe sehen möchte, kann das in den kommenden sieben Tage tun. Er steht rund um die Uhr zum Abruf bereit - wie immer in unserer MDR Mediathek. http://www.mdr.de/mediathek/index.html
  • Benno: Ist bekannt, warum die schon versprochene Ehe von Seiten der Brautfamilie nicht mehr gewollt wurde?
  • Prof. Gerd Althoff: Es gibt nur die plausible Vermutung, dass der Brautvater Ekkehard I., Markgraf von Meissen, ein enger Vertrauter Ottos III. seine Tochter lieber als Kaiserin gesehen hätte. Wie gesagt, Vermutung, aber der Kaiser war in dieser Zeit auf Brautsuche.
  • Moderatorin: Wer noch detaillierter eintauchen möchte, kann alle Mathilde-Daten, -Orte und -Ereignisse durchstöbern. Hier der Link http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/filme/quedlinburg/mathilde-von-quedlinburg-karte100.html
  • Benno: Als Idee für 2014: Ich könnte mir gut eine Sendung über Bischof Benno von Meißen vorstellen. Er lebte in einer spannenden Zeit und mitten in Konflikten (Sachsenaufstand, Sorbenkolonisation, Investiturstreit). Oder mal jemanden aus der sorbischen Geschichte.
  • Frank Kutter: Danke für die Ideen. Ich nehme diese Anregungen gerne mit in die Redaktion - wir sind gerade im Entscheidungsprozess.
  • Benno: Gibt es Quellen, was zwischen den beiden Familien abgesprochen war oder erfolgte das rein mündlich?
  • Prof. Gerd Althoff: Solche Absprachen wurdenim 10. Jahrhundert noch nicht schriftlich festgehalten, oder es hat sich keiner der Verträge erhalten.
  • ixxoria: Guten Abend! Es sind so viele Informationen gewesen, und ich konnte mein Quedlinburg und die wunderbaren Gemälde aus dem Rathaus wiedersehen. Wirklich gut gemacht. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn noch mehr Fragen auftreten, wie z.B. seit wann König Heinrich verschwunden ist, und woran Mathilde gestorben ist. Kennen Sie die Antworten?
  • Prof. Gerd Althoff: Man weiss weder etwas über den Verbleib der Leiche Heinrichs noch über die Todeursache Mathildes.
  • Mick: Wie kommen Sie auf die Darsteller? Sind das ausgebildete SChauspieler oder alles Komparsen?
  • Frank Kutter: Alle Hauptrollen und wichtige Nebenrollen werden mit Profis besetzt - wir arbeiten hier mit einer erfahrenen Castingagentur zusammen. Es gibt aber immer auch zahlreiche Statistenrollen wie Soldaten oder Ritter, die werden mit Komparsen meist aus dem Umland der Drehorte besetzt.
  • Moderatorin: Die packende Mathilde-Biografie finden Sie auch im Begleitband zum Film "Von Herrschern, Hexen und Spionen", den sie bestellen können http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/filme/gmd-neues-buch102.html
  • Benno: Wie frei war Mathilde in der Reichsverwaltung? Gab es Beschränkungen in ihren Befugnissen (z. B. Verkauf von Königsgut, Lehensweitergabe, Kriegführen)?
  • Prof. Gerd Althoff: Schwierige Frage, Genaues ist in ihrem Fall nicht bekannt. Man wird sich aber vorstellen müssen, dass sie sich bei ihren Entscheidungen einmal mit dem Vogt des Klosters besprach und im übrigen auch mit den jeweiligen Königen.
  • HistoryFan: Eine abschließende Frage hätte ich noch. Ein dreiviertel Jahr für einen Film klingt ja recht zeitaufwändig. Was kostet denn eine Folge der Geschichte Mitteldeutschlands in der Produktion und ist denn die Finanzierung bei all den Sparmaßnahmen überall für die nächsten Jahre überhaupt gesichert?
  • Frank Kutter: Geschichte Mitteldeutschlands wird es auch in den nächsten Jahren geben - schließlich ist die Reihe ein Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrags. Über konkrete Zahlen kann ich nichts sagen, im Geschäftsbericht des MDR (auf der homepage unter der Rubrik "Unternehmen" finden sie aber zahlreiche Informationen über die Aufteilung der Gebührengelder.
  • Pubarschknall: Was genau beinhaltete der Konflikt zwischen Otto und seiner Mutter (wie unpraktisch, dass ihr Name auch Mathilde war), dessentwegen Otto seine Tochter als Äbtissin einsetzte?
  • Prof. Gerd Althoff: Es gab eine langdauernde Opposition mehrerer geistlicher Einrichtungen in Sachsen, allen voran Halberstadt, aber auch Quedlinburg unter der älteren Mathilde, gegen die Gründung und vr allem auch Ausstattung des Erzbistums Magdeburg. Die Bistümer und Klöster fürchteten um ihre Besitzungen, ein mehrere neue Bistümer in dergleichen Region etstehen sollten, wie es dann 968 ja geschah. Deshalb hat man Merseburg 981 ja auch einmal wieder aufgelöst.
  • Mick: Vielen Dank nochmal - allen Beteiligten, v.a. Herrn Althoff und Herrn Kutter wuensche ich einen schoenen Abend.
  • Prof. Gerd Althoff: Danke auch, für das Interesse.
  • ixxoria: Mir liegt der Ursprung von Anhalt am Herzen, da durch die Wiedervereinigung die Frage nach der Identität für mich neu gestellt wurde. Ich habe einiges über Albrecht den Bären erfahren und bin erstaunt über die mutigen Neuerungen der Zeit.Das wäre für mich ein sehr interessantes Thema.
  • Frank Kutter: Vielen Dank für den Themenvorschlag. Ws gab schon einige Dokumentationen zu diesem Themenbereich - auch wir von GMD denken intensiv darüber nach. Momentan sind wir in der Themenfindung für nächstes Jahr, ich nehme ihre Anregung gerne mit in die Redaktion.
  • Moderatorin: Testen Sie Ihr Wissen! Den Gewinnern unseres Quiz' winkt der neue GMD-Band. Einsendeschluss ist der 8. September http://www.mdr.de/mscg/index.php?id=1207
  • tina: Hallo und guten abend. Wir waren schon einigemale in Quedlinburg. Ihre Sendung hat uns wieder einige neue Erkenntnisse geliefert.Es regt uns wiedereinmal an die Stadt zu besuchen und auf den Spuren Mathildes zu wandeln.
  • Frank Kutter: Das freut uns sehr. Wir haben auch dieses Jahr wieder eine GMD-Stadtführung durch Quedlinburg gemacht - es ist immer wieder spannend, eine alte Stadt neu zu entdecken...
  • Mick: Vielen Dank nochmal - allen Beteiligten, v.a. Herrn Althoff und Herrn Kutter wuensche ich einen schoenen Abend.
  • Frank Kutter: freut mich, wenn Ihnen der Film gefallen hat.
  • Benno: Welche Rollen spielten die Walbecker im Reichsgefüge? Heute ist der Ort ja recht unbekannt.
  • Prof. Gerd Althoff: Die Walbecker Grafen waren mit den wichtigsten sächsischen Hochadelsfamilien verwandtschaftlich verbunden, von daher wurden sie auch in alle Konflikte des Adels verwickelt. Im beginnenden 11. Jahrhundert endete allerdings dieses Adelshaus, weil nur drei Söhne überlebten, die kleriker geworden waren, sie wurden Bischöfe von Merseburg, Minden und Münster, und vermachten ihr Familienerbe diesen Bistümern.
  • Moderatorin: Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Fragen zu stellen. Sobald kommen wir in dieser Konstellation nicht wieder zusammen:)
  • Moderatorin: Noch eine Schnellfragerunde zum Schluss, wer mag?
  • BilliUwe: Hallo und Guten Abend ,direkt aus quedlinburg , möchten wir mal am Chat teilnehmen ..es ist wirklich wahr ,den Mane Matilde ist noch heute sehr bekannt..ich selber arbeite in einem Pflegeheim ,welches in 2 häuser aufgeteilt ist 1 Haus Heinrich und 2 Haus mMtilde,ich habe keine frage
  • Moderatorin: Trotzdem ganz herzlich danke!!
  • BilliUwe: der Film war sehr interessant ..großen Lob an die redacktion..
  • Frank Kutter: Das Lob nehme ich gerne entgegen und leite es an die zahlreichen Beteiligten weiter. Vielen Dank
  • Benno: Wie war die Stellung der Quedlingburger Äbtissin allgemein - mal abgesehen von Mathildes Sonderstellung als Reichsverwalterin?
  • Prof. Gerd Althoff: Quedlinburg war ein königliches Famlienkloster in der Ottonen und auch noch Salierzeit. Äbtissinen waren Königstöchter, die Könige kehrten mit ihrem Hof in Quedlinburg ein. Die Ottonen feierten traditionell dort sogar Ostern. D.h. die Äbtissin hatte viel mit Herrschaftsrepräsentation zu tun. Sie musste Gesandtschaften beherbergigen. Berühmt ist etwa der Hoftag von 973, zu dem halb Europa mit Gesandten und Fürsten anwesend war. Damit gehörte die Äbtissin zu den wichtigsten Personen in
  • Moderatorin: Wenn jetzt keine weiteren Anmerkungen, Kommentare und Fragen mehr sind, dann haben wir ganze Arbeit geleistet. Prima. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer des heutigen Abends. Ganz großes Lob und Dankeschön an Herrn Althoff und Frank Kutter, die uns ausführlich Rede und Antwort standen.
  • Frank Kutter: Vielen dank allen Beteiligten, vielen dank Professor Althoff. Ich wünsche allen einen schönen Abend und eine gute Nacht! Bis zum nächsten Sonntag, dann zeigen wir einen Film über DDR-Spionage-Chef Markus Wolf.
  • Benno: Wie beurteilten die Zeitgenossen Mathilde? Gab es auch Kritik daran, dass eine Frau das Reich regierte?
  • Prof. Gerd Althoff: Nein, es gab keine Kritik,was uch ungewöhnlich wäre, da man mit Kritik an den Mächtigen durchaus vorsichtig sein musste. Was bei Mathilde jedoch auffält, ist, wie überschwenglich das Lob sowohl in Quedlinburg selbst, als auch bei Widukind und Thietmar ist. Ihr werden alle Herrschertugenden attestiert,die man normalerweise nur Männern bescheinigt.
  • Moderatorin: Nächste Woche chatten wir wieder. Dann zum Film "Markus Wolf - Mielkes bester Mann". Wir wünschen einen schönen Restsonntag und freuen uns, wenn Sie auch nächsten Sonntag wieder dabei sind.
  • ixxoria: die Äbtissinen achteten auf die Unberührtheit der Schützlinge. Wissen Sie welche der Herrinnen den Park mit Bärlauch bepflanzen ließ, bzw. wann?
  • Prof. Gerd Althoff: Keuschheit war in der Tat ein streng geachtetes Gebot. Von der Bätlauchbepflanzung weiss ich nichts.
  • Benno: Wie war die kirchliche Stellung eines Stiftes? Unterstand es auch einer kirchlichen Autorität? Und wenn ja: welcher im Falle Quedlinburgs?
  • Prof. Gerd Althoff: Es unterstand der Autorität des Diözesanbischofs, wenn es nicht davon freigestellt war und einem Erzischof oder dem Papst unterstellt wurde. Quedlinburg unterstand in geistlicher Hinsicht dem halberstädter Bischof.
  • Moderatorin: Ihr Team von GMD und MDR.DE verabschiedet sich und wünscht gute Nacht, alles Gute und bis bald, wenn Sie mögen!