Ostfilme im Westen zensiert

Zensur gab es auch im Westen - einen Zensurapparat, der sich mit den Ostproduktionen beschäftigte. Der Ausschuss erlaubte oder verbot, welche Filme aus dem Osten im Westen gezeigt oder nicht gezeigt werden durften.

Die Zensur-Institution "für Filme aus den sowjetisch dirigierten Ländern" hieß "Interministerieller Ausschuss für Ost-West-Filmfragen". Es war am 5. Januar 1953, als sich Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Presse- und Informationsamtes, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Innenministeriums zusammensetzten. Ziel ihrer Zusammenkunft: Einen Ausschuss gründen, der dafür sorgen sollte, dass künftig nur noch inhaltlich, politisch einwandfreie Filme gezeigt werden würden. Den Vorsitz hatte das Wirtschaftsministerium.

Wieviele Filme wurden zensiert?

Statistisch betrachtet hat der Ausschuss zwischen 1953 und 1966 etwa 3180 Filme geprüft und in ca. 130 Fällen die Genehmigung verweigert.

Beispiel eines zensierten Films: "Du und mancher Kamerad"

Darunter waren viele Dokumentar- und Spielfilme der DEFA, wie "Du und mancher Kamerad" von 1956. Regie führten Annelie und Andrew Thorndike, das Drehbuch schrieben sie zusammen mit Karl Eduard von Schnitzler. Der Film rekapituliert 60 Jahre deutscher Geschichte. Zum einen verwendet er historische Filmdokumente und Wochenschauen - aus deutschen, sowjetischen, französischen, englischen, amerikanischen, holländischen und spanischen Archiven. Zum anderen arbeitet er mit nachgedrehten Szenen für Dokumentar- und Spielfilme. Die letzten zehn Minuten sind der Zeit nach den Weltkriegen und dem Zustand in beiden deutschen Staaten gewidmet: Der Film benennt diverse westdeutsche Politiker und Wirtschaftsführer, die nach dem 2. Weltkrieg wieder munter in Amt und Würden stehen. Von der DDR wird dagegen das Bild des "friedliebenden Arbeiter- und Bauerstaates" gezeichnet. Zensiert wurden aber nicht nur DDR-Produktionen, sondern auch tschechische und sojewische.

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 11:03 Uhr