Intershop - der Duft des Westens

Vorderseite eines Forum-Schecks aus der DDR im Wert von 5 Mark
Am 16. April 1979 wurden für DDR-Bürger sogenannte Forumschecks als Zahlungsmittel für die Intershop-Läden eingeführt. Bis dahin hatten DDR-Bürger ihre Einkäufe wie die ausländischen Gäste ebenfalls mit Westgeld bezahlen können. Von nun an mussten sie ihr Westgeld bei der Staatsbank der DDR in Forumschecks eintauschen. Bildrechte: dpa
Vorderseite eines Forum-Schecks aus der DDR im Wert von 5 Mark
Am 16. April 1979 wurden für DDR-Bürger sogenannte Forumschecks als Zahlungsmittel für die Intershop-Läden eingeführt. Bis dahin hatten DDR-Bürger ihre Einkäufe wie die ausländischen Gäste ebenfalls mit Westgeld bezahlen können. Von nun an mussten sie ihr Westgeld bei der Staatsbank der DDR in Forumschecks eintauschen. Bildrechte: dpa
Lange Schlangen bilden sich am 5. April 1979 vor einem Ostberliner Intershop-Laden nach der Bekanntgabe, daߟ DDR-Bürger dort ab dem 16.4.1979 nicht mehr mit West-Geld, sondern nur noch mit Gutscheinen einkaufen können.
Die Intershop-Läden in der DDR waren etwas ganz Besonderes: Hier gab es, inmitten des real existierenden Sozialismus mit seiner Mangelwirtschaft, Westwaren. Allerdings auch nur für Westgeld. Für die DDR-Bürger, die Westgeld hatten, waren die Intershops wie eine Insel der Glückseligkeit. Für den SED-Staat waren sie vor allem eine Goldgrube. (Das Bild zeigt einen Intershop in Ost-Berlin 1979.) Bildrechte: dpa
Berlin, Deutsche Demokratische Republik, DDR - Buggy mit Kind steht vor dem Eingang eines Intershops.
Ab 1974 durften auch DDR-Bürger in den Intershops einkaufen. Vorher war ihnen der Besitz von Westmark sogar verboten gewesen. Die Gesellschaft der DDR war von nun ab jedenfalls geteilt - in Bürger, die Westgeld besaßen, und solche, die keines hatten. (Im Bild: Intershop in Ostberlin.) Bildrechte: imago/Frank Sorge
Van Houten - Holländischer Kakao
In den Kaufhallen der Republik war Kakao nicht immer zuverlässig zu bekommen. Im Intershop gab es ihn. Kakao. Und tatsächlich aus Holland. Bildrechte: MDR/Conrad Weigert
LUX Seife
Von den DDR-Bürgern gern gekauft: Lux. Bevor die Seife jedoch verwendet wurde, legte man sie in die Wäscheschränke, damit der Duft in die Kleidungsstücke überging. Ein Hauch des Westens... Bildrechte: MDR/Conrad Weigert
Alte Reiter - Zigarren aus dem Intershop
Für den Herren: gediegene Zigarren. Bildrechte: MDR/Conrad Weigert
Tivoli - Dänische Butterkekse
Dänische Butterkekse namens Tivoli. Wenn die Kekse aufgegessen waren, wurde die Dose nicht etwa entsorgt, sondern sie wurde als Keksdose weiterverwendet, als Zierrat in die Schrankwand gestellt oder diente wenigstens als Behältnis für Schrauben und Nägel. Bildrechte: MDR/Conrad Weigert
Erich Honecker
1978 versuchte Erich Honecker die Existenz der Intershops zu rechtfertigen: "Diese Läden sind selbstverständlich kein ständiger Begleiter des Sozialismus", beteuerte er. Aber "zu uns kommen im Jahr etwa 9,.5 Millionen Gäste aus kapitalistischen Ländern. Durch die Intershop-Läden haben wir die Möglichkeit geschaffen, dass die Devisen bei uns im Land bleiben." (Zitiert nach: Die Zeit 10/78.) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Intershop im Hotel Merkur in Leipzig.
In den 1980er-Jahren gab es viele Diebstähle in den Intershops. Oft waren, wie die Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei und des MfS zeigten, Angestellte der Intershops in die kriminellen Aktivitäten verstrickt. Um dem entgegenzuwirken, bekamen die Intershop-Mitarbeiter in den 1980er-Jahren einen Teil ihres Lohns in Westgeld ausgezahlt. (Im Bild: Intershop im Leipziger Hotel Merkur.) Bildrechte: imago stock&people
Eine Intershop-Filiale in Ostberlin im Luxushotel Metropol, aufgenommen am 10.11.1977.
Die Preise in den Intershops waren - anders als sonst in der DDR üblich - regional unterschiedlich gestaltet: In Grenznähe lagen sie knapp unter denen in der Bundesrepublik und Westberlin, im Landesinnern der DDR hingegen weit darüber. (Im Bild: Ein Intershop in Ostberlin im Luxushotel Metropol.) Bildrechte: dpa
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