der einstige DDR-Fernsehkoch Kurt Drummer im Chemnitzer Restaurant "Zum Türmer"
Das Archivbild vom 10. September 1993 zeigt Kurt Drummer im Chemnitzer Restaurant "Zum Türmer". Bildrechte: dpa

Kurt Drummer - die Koch-Legende der DDR

Kurt Drummer war einer der bekanntesten Fernsehköche der DDR. Drummers Sendung "Der Fernsehkoch empfiehlt" hatte Kultstatus in der DDR. Seine Rezeptbücher waren schnell ausverkauft, deshalb machten sich viele DDR-Bürger die Mühe und schnitten Drummers Rezepte sorgfältig aus der Zeitung aus. Am 5. August 1958 feierte er seine Fernsehpremiere.

der einstige DDR-Fernsehkoch Kurt Drummer im Chemnitzer Restaurant "Zum Türmer"
Das Archivbild vom 10. September 1993 zeigt Kurt Drummer im Chemnitzer Restaurant "Zum Türmer". Bildrechte: dpa

Kurt Drummer kochte alles – und alles entsprechend der aktuellen Versorgungslage in der DDR. Auch wenn mal dieses, mal jenes in den Kaufhallen gerade nicht aufzutreiben war, zauberte er den Familien leckere Gerichte auf den Tisch oder zumindest auf den Bildschirm. Man könnte sagen, er verwaltete den Mangel durch Rezepte. Sein "Sprachrohr" war dabei seine eigene Fernsehsendung, die er zwischen 1958 und 1983 moderierte.

Was "Der Fernsehkoch empfiehlt", kommt auf den Tisch

In der Sendung "Der Fernsehkoch empfiehlt" kochte Drummer mal solide und bodenständige Hausmannskost wie das Thüringer Rostbrätl oder Kohlrouladen. Doch auch exotische Leckereien aus Kuba in der Karibik oder Bulgarien am Schwarzen Meer kamen bei ihm in die Pfanne oder den Topf. Hatte die DDR gerade Hummer aus dem befreundeten sozialistischen Ausland erhalten, so sorgte Drummer dafür, dass die Bürger damit auch umzugehen wussten.

Er selbst gab sich jedoch bescheiden, zu seinen Lieblingsgerichten zählte die Kartoffelsuppe, und überhaupt waren Suppen seine Leibspeise. In insgesamt 650 Folgen brachte Kurt Drummer fast jedes traditionelle deutsche Gericht einmal auf den Bildschirm. Geschätzte 2.000 Gerichte sollen es in all den Jahren gewesen sein.

Von der Betriebskantine ins Fernsehen

Der gebürtige Sachse wurde am 20. März 1928 in Gornsdorf im Erzgebirge geboren. Erste kulinarische Schritte machte er im "Chemnitzer Hof" in Chemnitz, wo er sein Handwerk lernte. Danach studierte er Ernährungswissenschaften bei Potsdam und leitete anschließend große Betriebskantinen. Dort wurde sein Talent bereits früh erkannt und bald machte der Erzgebirger Karriere. Drummer verzauberte seine Gäste in renommierten Häusern wie dem "Elephant" in Weimar oder dem "Erfurter Hof" in Erfurt.

Kurt Drummer DDR-Fernsehkoch
Kurt Drummer räumte auf internationalen Koch-Wettbewerben ab Bildrechte: dpa

Als Küchenchef war er bis 1990 für die Interhotel-Kette verantwortlich. Auch sportlich lief Drummer als Koch zu Höchstleistungen auf. Er kochte für die DDR-Fußball-Nationalmannschaft und stand selber bei internationalen Koch-Wettbewerben auf dem Siegertreppchen. Seine TV-Karriere hatte er jedoch der Frauenredaktion des Deutschen Fernsehfunks (DFF) zu verdanken. Den Redakteurinnen war er als Koch im "Erfurter Hof" aufgefallen.

Der Geschmack des Ostens

In seiner Sendung wollte Drummer Einfluss auf die Kochweise in der DDR nehmen. So versuchte er zum Beispiel, dem äußerst beliebten Freizeitgrillen in der DDR mehr gesunde und frische Komponenten hinzuzufügen, indem er Fisch oder Paprikaschoten auf den Rost legte.

1983 beendete er seine TV-Karriere, weil er gesundheitlich angeschlagen war. Dem Kochen blieb er aber treu und auch dem Lehren. Wenn er schon die DDR-Bürger am Fernseher nicht mehr in kulinarische Geheimnisse einweihen konnte, so bildete er weiter Lehrlinge aus. Im Sommer 2000 starb der berühmte Koch und wurde in seiner alten Heimat Auerbach beigesetzt. Die Nachwelt verdankt ihm ein großes Archiv an Rezepten, die in einem gewissen Sinne stumme Zeugen der DDR-Geschichte sind und bis heute helfen, den Geschmack des Ostens zu erhalten.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: MDR um 4 - leichter leben | 23.03.2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2018, 10:39 Uhr