MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Wie sich der NS-Staat jüdisches Eigentum einverleibte

Jüdische Mitbürger wurden im Dritten Reich gezielt gedemütigt, verfolgt und ermordet. Ihre Vermögen, Grundstücke, Unternehmen und sogar ihren Hausrat verleibte sich der NS-Staat ein. Für die sogenannte Verwertung der privaten Besitztümer beauftragten die Finanzbehörden in der Regel Versteigerer, deren Geschäfte in dieser Zeit einen ungeahnten Aufschwung erlebten. Doch es profitierten auch weite Kreise der deutschen Bevölkerung. Das Kalkül der Nazis: Wer enteigneten jüdischen Besitz kauft, macht sich mitschuldig.

Die Finanzbehörden des NS-Staates zählen im Dritten Reich zu den wichtigsten Akteuren im komplexen Prozess der Ausplünderung der deutschen Juden. Im Rahmen der staatlichen Gesetzgebung werden immer wieder schärfere Repressionen verordnet, die der schrittweisen Enteignung einen legalen Anschein geben sollen. Als ausführender Arm des NS-Regimes organisieren Finanzbeamte bei regionalen und lokalen Unterbehörden des Reichsfinanzministeriums bzw. der Reichsfinanzkasse den Einzug von Vermögenswerten und die Verwertung von Sachwerten.

Zu den Maßnahmen der schrittweisen und systematischen Enteignung gehören höhere steuerliche Abzüge, die Sperrung und Beschlagnahmung von Auswanderergut- und vermögen, Sonderabgaben wie die Judenvermögensabgabe und schließlich die Beschlagnahmung und Verwertung des Eigentums der Deportationsopfer ("Aktion 3").

Geschichte

Chronologie der Entrechtung und Verfolgung

Illustration - Thema: Juden, Drittes Reich, Progrom
Im April 1933 werden jüdische Geschäfte, Arztpraxen und Rechtsanwaltskanzleien reichsweit boykottiert. Das ist der Auftakt zu einer schrittweisen Entrechtung jüdischer Bürger. Sie werden aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt. In der Folge wandern bis Kriegsbeginn zwei Drittel der 500.000 im Deutschen Reich lebenden Glaubensjuden aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Im April 1933 werden jüdische Geschäfte, Arztpraxen und Rechtsanwaltskanzleien reichsweit boykottiert. Das ist der Auftakt zu einer schrittweisen Entrechtung jüdischer Bürger. Sie werden aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt. In der Folge wandern bis Kriegsbeginn zwei Drittel der 500.000 im Deutschen Reich lebenden Glaubensjuden aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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1934 wird die bereits 1931 eingeführte Reichsfluchtsteuer gezielt gegen jüdische Emigranten eingesetzt. Der Freibetrag wird von 200.000 auf 50.000 Reichsmark gesenkt. Bei Auswanderung müssen 25 Prozent des Vermögens an den NS-Staat gezahlt werden. Der Rest kann nur unter starken Verlusten in ausländische Währung umgetauscht werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Ab Ende April / Anfang Mai 1938 dürfen Juden, die auswandern, nur Hausrat mitnehmen, wenn der Staat das genehmigt hat. Für Sachen, die nach 1933 gekauft wurden, werden 100 Prozent Steuer fällig. Das können und wollen sich viele jüdische Emigranten nicht leisten. Deshalb bleiben viele Möbelcontainer von jüdischen Auswanderern in deutschen Häfen zurück. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Am 9. November 1938 verwüsten Angehörige der Sturmabteilung (SA) und Schutzstafel (SS) Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger. Hunderte Synagogen werden in Brand gesetzt und völlig zerstört. Wenige Tage später, am 12. November 1938, treten die sogenannte Judenvermögensabgabe und weitere Verordnungen in Kraft, um den jüdischen Bürgern ihre Existenzgrundlage zu nehmen. Unter anderem müssen sie ihre Gewerbebetriebe veräußern, ihren Grundbesitz verkaufen und sämtliche Wertpapiere bei einer Bank hinterlegen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Am 30. April 1939 tritt das Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden in Kraft. Nichtjüdische Hausbesitzer dürfen ab sofort jüdischen Mietern fristlos kündigen. Jüdische Hausbesitzer sollen die jüdischen Mieter übernehmen. Mit dem Gesetz sind die im Reich verbliebenen Juden gezwungen, in sogenannte "Judenhäuser" zu ziehen und einen Teil ihrer Möbel "freiwillig" zu versteigern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Ende Oktober 1940 findet die erste Massendeportation von Juden statt. 6.000 jüdische Bürger aus Süddeutschland werden nach Frankreich verschleppt. Das ist eine Art Generalprobe für die folgenden großen Deportationen. Zum ersten Mal wird der zurückgelassene Hausrat versteigert. Direkt aus den Häusern der Menschen. Ein Jahr später, im November 1941, verlieren im Ausland lebende Juden die deutsche Staatsangehörigkeit und damit jeglichen Anspruch auf Eigentum. Das Vermögen fällt automatisch an den NS-Staat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Am 20. Januar 1942 treffen sich 15 hochrangige Vertreter des NS-Regimes unter dem Vorsitz des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich am Berliner Wannsee, um die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa zu organisieren. Heydrich erwähnt in diesem Zuge ausdrücklich die "Wohnungsfrage und sonstige sozial-politische Notwendigkeiten". Unter dem Eindruck des stärker werdenden Bombenkriegs sollen jüdische Wohnungen und Möbel für Bombengeschädigte "freigemacht" werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Bald darauf, am 25. März 1945, wird in Paris die "Dienststelle Westen" für die sogenannte M-Aktion gebildet. Unter Führung des "Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg" werden von Juden zurückgelassene Wohnungen in Frankreich und den Benelux-Ländern geräumt. Aus fast 70.000 "unbewachten jüdischen Wohnungen" werden bis 1944 insgesamt 1 Million Kubikmeter Möbel über Sammellager ins Deutsche Reich transportiert. Vom Bombenkrieg stark getroffene Regionen im Westen und Norden erhalten einen Großteil der Lieferungen, die in der Regel günstig an Bombengeschädigte verkauft werden. (Über dieses Thema berichtet der MDR auch in der Fernsehdokumentation "Die Versteigerer" | 13.11.2018 | 22:05 Uhr.) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Wer flüchten will, muss zahlen

Eine der wichtigsten Einnahmequellen des NS-Staats bildet von Anfang an die Reichsfluchtsteuer. Die bereits 1931 eingeführte Reichsfluchtsteuer wird ab 1934 gezielt gegen jüdische Emigranten eingesetzt, indem der Freibetrag von 200.000 RM auf 50.000 RM gesenkt wird. Vom übrigen Vermögen müssen auswandernde Juden 25 Prozent abgeben. Der Rest kann nur unter starken Verlusten in ausländische Währung umgetauscht werden.

Geschichte

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MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe

Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe

Do 18.10.2018 16:22Uhr 01:14 min

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100 Prozent Aufschlag

Die Mitnahme von privaten Gegenständen bei der Ausreise wird immer weiter erschwert. Obwohl viele Familien ihren Hausrat in sogenannte Lifts (Umzugscontainer) verpacken und in Häfen wie Hamburg oder Bremerhaven bringen können, sind sie bei der Ausreise bereits so stark finanziell belastet, dass sie sich eine Nachsendung nicht mehr leisten können. Im April/Mai 1938 wird die Mitnahme des Hausrats genehmigungspflichtig. Für alle Gegenstände, die nach 1933 gekauft wurden, wird ein Aufschlag von 100 Prozent fällig. Dadurch kauft man den entsprechenden Gegenstand ein weiteres Mal. Immer mehr Auswanderer wollen oder können diese zusätzlichen Kosten nicht mehr aufbringen, wodurch zahlreiche Lifts in den Häfen zurückbleiben und vom zuständigen Zollamt beschlagnahmt werden. Ab Februar 1941 werden diese Lifts geöffnet und deren Inhalt versteigert.

Die ersten Versteigerungen

Vor allem in Folge der Novemberpogrome um den 9. November 1938 wird eine Reihe von Verordnungen erlassen, um den jüdischen Bürgern jegliche Existenzgrundlage zu nehmen. Sie müssen sofern vorhanden ihre Gewerbebetriebe veräußern, ihren Grundbesitz verkaufen und sämtliche Wertpapiere bei einer Bank hinterlegen. Hinzu kommt als sogenannte "Sühneleistung" für die Novemberpogrome eine willkürliche Sonderabgabe von insgesamt rund 1,1 Milliarden RM, die die Finanzbehörden einziehen. Jüdische Bürger, die noch ein Vermögen von über 5.000 RM besitzen, müssen ein Fünftel davon abführen.

Da Geldverdienen immer schwieriger wird, sind die deutschen Juden gezwungen, von Erspartem zu leben oder ihren Privatbesitz zu veräußern. Viele Juden wenden sich in der Not an Versteigerungshäuser, um aus ihrem verbliebenen Privatbesitz noch Geld zu machen. In Leipzig verdient auch das Versteigerungshaus Hans Klemm mit "Judenauktionen" viel Geld. Während sich die Repressionen gegen jüdische Mitbürger verschärfen, steigen die Erlöse von Klemm um ein Vielfaches.

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MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Das Leipziger Versteigerungshaus Hans Klemm macht Kasse

Das Leipziger Versteigerungshaus Klemm macht Kasse

Das Versteigerungshaus Hans Klemm in Leipzig verdient mit "Judenauktionen" viel Geld. Während sich die Repressionen gegen jüdische Mitbürger verschärfen, steigen die Erlöse von Klemm um ein Vielfaches.

Do 18.10.2018 16:22Uhr 01:24 min

https://www.mdr.de/zeitreise/die-versteigerer-auktion-juedisches-eigentum-104.html

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Eine neue Dimension der Verwertung: "Judenauktionen"

Eine ganz neue Dimension bekommen diese sogenannten "Judenauktionen" mit Kriegsausbruch und den Massendeportationen ab 1941. Die Enteignung der in die Vernichtungslager Deportierten wird als "Aktion 3" bezeichnet. Hierbei nimmt der NS-Staat über die restlichen Vermögenswerte schätzungsweise 778 Millionen RM ein. Allein die nun "öffentlichen Versteigerungen" von Hausrat, Kleidung und Geschirr bringen nach Hochrechnungen aus den Versteigerungsprotokollen etwa 300 Millionen RM ein.

Möbel, Bettwäsche, Kleidung, Spielzeug: Jüdischer Besitz unterm Hammer

Überall im Deutschen Reich, in jeder Stadt und jedem Dorf, in dem Juden gelebt haben, kommen deren Habseligkeiten unter den Hammer – meist unmittelbar nach deren Deportation und genau dokumentiert. Die Versteigerer protokollieren akribisch jeden Verkauf ehemals jüdischen Eigentums zwischen 1933 und 1944. In unzähligen Listen sind die von den ausreisenden und deportierten Juden zurückgelassenen Gegenstände erfasst: Betten und Schränke, Tische und Stühle, Bettwäsche, Kleidung, Musikinstrumente und Spielzeug – und der jeweilige Preis.

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MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Ohne Verzug: Zeitnahe Versteigerung im Auktionshaus Klemm in Leipzig

Versteigerung gleich nach der Deportation

Im NS-Staat ist alles bestens organisiert. Und so wundert es nicht, dass geraubter jüdischer Hausrat meist schon kurz nach der Deportatation jüdischer Familien verkauft wird.

Mo 22.10.2018 10:05Uhr 00:37 min

https://www.mdr.de/zeitreise/die-versteigerer-auktion-juedisches-eigentum-114.html

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Spediteure, Lagerverwalter, Vermieter: Es profitieren viele

Der Ablauf ist fast immer gleich: Nachdem die Bewohner ihre Wohnung verlassen haben, übergibt die Gestapo den Schlüssel an die Finanzbeamten. Teilweise wird bereits zu diesem Zeitpunkt angemeldet, welche Einrichtungsgegenstände NS-Behörden zu Gute kommen können. So gehen Schränke und Schreibtische an Verwaltungsbehörden, Bücher an Bibliotheken und Haushaltswaren an die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt. Die übrigen Gegenstände werden in der Regel vom Versteigerer geschätzt und dann aus der Wohnung oder aus einem Versteigerungslokal versteigert.

Als Auftraggeber fungieren die Geheime Staatspolizei oder die Oberfinanzdirektion, die das Geld zugunsten der Reichskasse einziehen. Daneben profitieren auch Spediteure, Lagerverwalter und Vermieter. Jeder Handgriff, jeder Gegenstand, jeder Käufer aber auch Mietkosten, Gebühren und die Abführung an die Reichsfinanzkasse wird in Versteigerungsprotokollen penibel dokumentiert – auch die Provision von meist zehn Prozent des Erlöses für die Versteigerer.

Schnäppchenjagd auf "Judensachen"

Unzählige Zeitungsannoncen künden damals von dem makabren Geschäft. Aus ihnen wird deutlich, dass diese Vorgänge nicht im Geheimen stattfanden, sondern als lokale Großereignisse an zentralen Orten. Oft werben die Anzeigen offen mit "Judensachen" oder Möbeln aus "nichtarischem Besitz" – die festgesetzten Preise liegen weit unter dem tatsächlichen Wert und sollen in der Regel eingehalten werden. Es kommt zu regelrechten Schnäppchenjagden. Jeder der Käufer musste wissen, dass die ehemaligen Besitzer nicht zurückkommen werden. Häufig werden laut Anzeige bestimmte Bevölkerungsgruppen bevorzugt, zum Beispiel Jungverheiratete oder Bombengeschädigte.

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MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Ein Bett, zwei Schränke, 15 Teller: Jüdischer Hausrat unterm Hammer

Jüdischer Hausrat unterm Hammer

Der Hausrat vertriebener und deportierter Juden im Dritten Reich wird unter die Leute gebracht. Bis Kriegsende wechseln rund 450.000 Betten und fast 1 Millionen Schränke auf öffentlichen Versteigerungen den Besitzer.

Mo 22.10.2018 10:05Uhr 00:49 min

https://www.mdr.de/zeitreise/die-versteigerer-auktion-juedisches-eigentum-100.html

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Die M-Aktion: Möbel für ausgebombte Deutsche

Die Zerstörung deutscher Städte im Bombenkrieg steht in enger Verbindung mit den Deportationen und den öffentlichen Versteigerungen. Mit dem zunehmend zerstörten Wohnraum steigt der Bedarf an Einrichtungsgegenständen nochmals an. Anfangs liegen vor allem die Städte im Norden und Westen des Deutschen Reichs im Zielgebiet der alliierten Bomber – einer der Gründe, weshalb die Deportationen und die "Freimachung" von jüdischen Wohnungen im Westen ihren Anfang nehmen. 

Die Möbel der deutschen Juden reichen allerdings bald nicht mehr aus. Ab 1942, als die Bombenangriffe auf Deutschland massiv ausgeweitet werden, beginnt die Plünderung der Wohnungen im besetzten Westeuropa. Die sogenannte M-Aktion (Möbel-Aktion) startet. Für die Umsetzung wird in Paris eigens eine "Dienststelle Westen" unter Führung des "Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg" gegründet. Aus etwa 70.000 Wohnungen in Frankreich und den Benelux-Staaten werden bis 1944 insgesamt eine Million Kubikmeter Möbel über Sammellager ins Deutsche Reich transportiert. Zielorte dieser teilweise sogenannten "Hollandmöbel" sind vor allem schwer getroffene Städte im Norden und Westen des Deutschen Reichs. Die Möbellieferungen werden in der Regel billig an Bombengeschädigte verkauft. 

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MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Die M-Aktion: Möbel aus Westeuropa für ausgebomte Deutsche

Möbel aus Westeuropa für ausgebomte Deutsche

Zwischen Frühjahr 1942 und Sommer 1944 plündern die deutschen Besatzer jüdische Wohnungen in Frankreich und den Benelux-Ländern. Die gestohlenen Möbel und Haushaltswaren werden billig an ausgebombte Deutsche abgegeben.

Mo 22.10.2018 10:06Uhr 01:22 min

https://www.mdr.de/zeitreise/die-versteigerer-auktion-juedisches-eigentum-112.html

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Wie man aus "Volksgenossen" Komplizen macht

Die Versteigerung von zurückgelassenen privaten Sachen, Möbeln und Kleidung aus den Wohnungen der ehemals jüdischen Bewohner steht am Ende der Enteignungsmaßnahmen - verbunden mit der Flucht oder dem Tod eines Menschen. Das massenhafte Angebot zu Billigpreisen hatte eine sozialpolitische und eine legitimierende Funktion. Zum einen sollten bedürftige "Volksgenossen" materiell unterstützt werden, zum anderen beteiligte das NS-Regime die Bevölkerung an der Enteignung der ehemaligen jüdischen Mitbürger und legitimierte dadurch indirekt ihr grausames Handeln.


 Über dieses Thema berichtet der MDR auch in der Fernsehdokumentation "Die Versteigerer": TV | 13.11.2018 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 14:05 Uhr

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