Geschichte

MDR-Zeitreise-Schwerpunkt: Die Versteigerer - Profiteure des Holocaust Ausgrenzung: Wie der NS-Staat jüdische Bürger schrittweise entrechtete

Illustration - Thema: Juden, Drittes Reich, Progrom
Im April 1933 werden jüdische Geschäfte, Arztpraxen und Rechtsanwaltskanzleien reichsweit boykottiert. Das ist der Auftakt zu einer schrittweisen Entrechtung jüdischer Bürger. Sie werden aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt. In der Folge wandern bis Kriegsbeginn zwei Drittel der 500.000 im Deutschen Reich lebenden Glaubensjuden aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Im April 1933 werden jüdische Geschäfte, Arztpraxen und Rechtsanwaltskanzleien reichsweit boykottiert. Das ist der Auftakt zu einer schrittweisen Entrechtung jüdischer Bürger. Sie werden aus dem gesellschaftlichen Leben gedrängt. In der Folge wandern bis Kriegsbeginn zwei Drittel der 500.000 im Deutschen Reich lebenden Glaubensjuden aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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1934 wird die bereits 1931 eingeführte Reichsfluchtsteuer gezielt gegen jüdische Emigranten eingesetzt. Der Freibetrag wird von 200.000 auf 50.000 Reichsmark gesenkt. Bei Auswanderung müssen 25 Prozent des Vermögens an den NS-Staat gezahlt werden. Der Rest kann nur unter starken Verlusten in ausländische Währung umgetauscht werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Ab Ende April / Anfang Mai 1938 dürfen Juden, die auswandern, nur Hausrat mitnehmen, wenn der Staat das genehmigt hat. Für Sachen, die nach 1933 gekauft wurden, werden 100 Prozent Steuer fällig. Das können und wollen sich viele jüdische Emigranten nicht leisten. Deshalb bleiben viele Möbelcontainer von jüdischen Auswanderern in deutschen Häfen zurück. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Am 9. November 1938 verwüsten Angehörige der Sturmabteilung (SA) und Schutzstafel (SS) Geschäfte und Wohnungen jüdischer Bürger. Hunderte Synagogen werden in Brand gesetzt und völlig zerstört. Wenige Tage später, am 12. November 1938, treten die sogenannte Judenvermögensabgabe und weitere Verordnungen in Kraft, um den jüdischen Bürgern ihre Existenzgrundlage zu nehmen. Unter anderem müssen sie ihre Gewerbebetriebe veräußern, ihren Grundbesitz verkaufen und sämtliche Wertpapiere bei einer Bank hinterlegen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Am 30. April 1939 tritt das Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden in Kraft. Nichtjüdische Hausbesitzer dürfen ab sofort jüdischen Mietern fristlos kündigen. Jüdische Hausbesitzer sollen die jüdischen Mieter übernehmen. Mit dem Gesetz sind die im Reich verbliebenen Juden gezwungen, in sogenannte "Judenhäuser" zu ziehen und einen Teil ihrer Möbel "freiwillig" zu versteigern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Ende Oktober 1940 findet die erste Massendeportation von Juden statt. 6.000 jüdische Bürger aus Süddeutschland werden nach Frankreich verschleppt. Das ist eine Art Generalprobe für die folgenden großen Deportationen. Zum ersten Mal wird der zurückgelassene Hausrat versteigert. Direkt aus den Häusern der Menschen. Ein Jahr später, im November 1941, verlieren im Ausland lebende Juden die deutsche Staatsangehörigkeit und damit jeglichen Anspruch auf Eigentum. Das Vermögen fällt automatisch an den NS-Staat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Am 20. Januar 1942 treffen sich 15 hochrangige Vertreter des NS-Regimes unter dem Vorsitz des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich am Berliner Wannsee, um die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa zu organisieren. Heydrich erwähnt in diesem Zuge ausdrücklich die "Wohnungsfrage und sonstige sozial-politische Notwendigkeiten". Unter dem Eindruck des stärker werdenden Bombenkriegs sollen jüdische Wohnungen und Möbel für Bombengeschädigte "freigemacht" werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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Bald darauf, am 25. März 1945, wird in Paris die "Dienststelle Westen" für die sogenannte M-Aktion gebildet. Unter Führung des "Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg" werden von Juden zurückgelassene Wohnungen in Frankreich und den Benelux-Ländern geräumt. Aus fast 70.000 "unbewachten jüdischen Wohnungen" werden bis 1944 insgesamt 1 Million Kubikmeter Möbel über Sammellager ins Deutsche Reich transportiert. Vom Bombenkrieg stark getroffene Regionen im Westen und Norden erhalten einen Großteil der Lieferungen, die in der Regel günstig an Bombengeschädigte verkauft werden. (Über dieses Thema berichtet der MDR auch in der Fernsehdokumentation "Die Versteigerer" | 13.11.2018 | 22:05 Uhr.) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK | Schwarwel
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