Fernsehen der DDR

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Der Erfinder von Pittiplatsch: Puppenspieler Heinz Schröder

Pittiplatsch und Schnatterinchen, Herr Fuchs und Frau Elster sind berühmte Puppen aus dem "Abendgruß" des DDR-Fernsehens. Ihr Schöpfer ist der Puppenspieler Heinz Schröder.

Herr Fuchs und Frau Elster (Handpuppen)
Frau Elster, Herr Fuchs, Pittiplatsch und Schnatterinchen, die berühmten Puppen aus dem "Abendgruß" des DDR-Fernsehens, haben alle einen gemeinsamen Vater - den Puppenspieler Heinz Schröder. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Herr Fuchs und Frau Elster (Handpuppen)
Frau Elster, Herr Fuchs, Pittiplatsch und Schnatterinchen, die berühmten Puppen aus dem "Abendgruß" des DDR-Fernsehens, haben alle einen gemeinsamen Vater - den Puppenspieler Heinz Schröder. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Puppenspieler Heinz Schröder, Sprecher des Fernseh-Kobolds 'Pittiplatsch'.
Heinz Schröder, geboren am 24. April 1928 in Berlin, erlernte den Beruf eines technischen Zeichners, war ab 1953 aber als Puppenspieler der Pionierrepublik "Ernst Thälmann" beschäftigt. 1957 wechselte er zum "Kollektiv Abendgruß" des DDR-Fernsehens. Bildrechte: dpa
Pittiplatsch
Heinz Schröder war nicht nur Puppenspieler, er entwarf auch Puppen. Eine seiner berühmtesten: Pittiplatsch. Der tauchte zum ersten Mal am 17. Juni 1962 im "Sandmännchen" des DDR-Fernsehens auf. Nach nur zwei Folgen war Pittiplatsch aber schon wieder verschwunden. Pädagogen hatten kritisiert, Pittiplatsch sei zu frech und vorlaut und tauge daher nicht zum Vorbild für die Kinder. Doch die Kinder wollten auf Pittiplatsch durchaus nicht verzichten. Heiligabend 1962 war "Pittiplatsch, der Liebe" dann plötzlich wieder da. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Pittiplatsch sitzt vor einem rotem Vorhang.
Heinz Schröder hatte Pittiplatsch nur äußerlich ein bisschen verändert. Und er gab das Versprechen, ihn fortan weniger frech agieren zu lassen. Geführt und gesprochen wurde Pittiplatsch jedenfalls die nächsten 37 Jahre lang von Heinz Schröder. Bildrechte: MDR/Sophia Grimm
Pittiplatsch "Der Liebe", ein kleiner Kobold, und Schnatterinchen, die vorsichtige, altkluge, naseweise Ente - zwei Handpuppen aus dem DEFA-Abendgrußstudio, die mit ihren Abenteuern Generationen von Kindern aus der ehemaligen DDR begeisterten.
Immer an Pittiplatschs Seite ist Schnatterinchen, ebenfalls eine Schöpfung von Heinz Schröder. Schnatterinchen ist eine naseweise, aber stets freundliche und hilfsbereite Ente. Ihren ersten Fernsehauftritt hatte Schnatterinchen bereits 1959, seit 1962 gehört sie zum "Sandmännchen"-Ensemble. Bildrechte: dpa
Herr Fuchs und Frau Elster
Heinz Schröder hat auch diese beiden berühmten Puppen aus dem "Abendgruß" entwickelt - Frau Elster und Herrn Fuchs. Frau Elster ist korrekt, ein bisschen spitzfindig und trägt viel Geschmeide um den Hals. Sie ist eine kleine Diva. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Herr Fuchs
Herr Fuchs dagegen ist kauzig und ein wenig anarchistisch. Er verwendet stets Redewendungen und Ausrufe wie "Hassassassassassass", "Kreuzspinne und Kreuzschnabel" oder "Kuckucksei und Wiedehopf". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi im Schnee.
Als 1991 das DDR-Fernsehen eingestellt wurde, gab es auch keine neuen Geschichten rund um Pittiplatsch, Schnatterinchen, Frau Elster, Herrn Fuchs und den Hund Moppi mehr - bis 2019. Anlässlich des 60. Geburtstages des Sandmännchens wurden im Auftrag des rbb 13 neue Pittiplatsch-Folgen produziert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Heinz Schröder und Friedgard Kurze mit den Figuren von Pittiplatsch und Schnatterinchen.
Rückblickend erinnerte sich Heinz Schröder an seine Arbeit im "Kollektiv Abendgruß" des DDR-Fernsehens: "Das Schöne war, dass wir politisch nicht eingeengt waren. Man kann einem Fuchs ja nur schlecht ein Pionierhalstuch umbinden oder einem Kobold ein 'Abzeichen für gutes Wissen' anstecken." (Zitat aus: Warum DDR-Pädagogen Probleme mit Pittiplatsch hatten, www.berliner-zeitung.de)
Im Bild: Heinz Schröder und Friedgard Kurze
Bildrechte: dpa
Pittiplatsch, "der Liebe", gesprochen und geführt von Heinz Schröder (r), posiert am 25.07.2002 auf der Bühne des Puppentheaters im Tierpark Stralsund.
Ab 1993 tourte Heinz Schröder mit seinem Pittiplatsch-Ensemble durch den Osten Deutschlands. Er starb am 22. April 2009.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "MDR aktuell", 17.06.2017, 21:45 Uhr.)
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Polizeiruf 110 - Die Ermittler

Ob Betrug, Mord, Totschlag, Überfall, Erpressung oder Entführung: Die "Polizeiruf"-Kommissare ermitteln seit 1971...

Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska), und Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt)
Peter Borgelt war als korrekter, pflichtbewusster und väterlich wirkender "Genosse Hauptmann Peter Fuchs" von Anfang an dabei. 1991, 20 Jahre nach der ersten "Polizeiruf"– Folge, verließ "Hauptmann Fuchs" niedergeschlagen und mit schleppendem Gang sein Büro. Er weiß, dass er in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Peter Borgelt, der auch am "Deutschen Theater" in Berlin beschäftigt war, starb 1994. (hier im Bild mit Wieslawa Niemyska) Bildrechte: MDR/DRA
Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska), und Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt)
Peter Borgelt war als korrekter, pflichtbewusster und väterlich wirkender "Genosse Hauptmann Peter Fuchs" von Anfang an dabei. 1991, 20 Jahre nach der ersten "Polizeiruf"– Folge, verließ "Hauptmann Fuchs" niedergeschlagen und mit schleppendem Gang sein Büro. Er weiß, dass er in der neuen Zeit nichts mehr zu suchen hat. Peter Borgelt, der auch am "Deutschen Theater" in Berlin beschäftigt war, starb 1994. (hier im Bild mit Wieslawa Niemyska) Bildrechte: MDR/DRA
Sigrid Reusse Göhler als Leutnant Vera Arndt
Sigrid Göhler war die erste weibliche Kriminalistin im deutschen Fernsehen. Gemeinsam mit Peter Borgelt bildete sie 1971 das erste Ermittlerteam des "Polizeirufs". Als "Leutnant Vera Arndt" hatte sie bis 1983 insgesamt 46 Einsätze. Es war die Rolle ihres Lebens. Nach ihrer Verabschiedung aus dem "Polizeiruf" spielte sie noch einige Jahre in Schwedt und Senftenberg Theater und gab die Schauspielerei dann auf. Bildrechte: RBB/DRA/Bildschirmrepro
Günter Naumann, 1991
Günter Naumann hatte bereits mehrfach Täter im "Polizeiruf 110" gespielt, ehe er 1988 die Seiten wechselte und ins Ermittlerteam rückte. Gleich bei seinem ersten Einsatz als "Hauptmann Beck" musste er einen der spektakulärsten Fälle in der "Polizeiruf" -Geschichte lösen: den "Kreuzworträtselfall". Der Film beruhte auf einer wahren Begebenheit. Naumanns "Hauptmann Beck" überstand die Wende und wurde erst 1995 pensioniert. Bildrechte: dpa
Kommissar Rabe (Michael Kind, re.) möchte verzweifeln, denn der Fall wird zunehmend verzwickter - (Oberkommissar Hübner - Jürgen Frohriep).
Jürgen Frohriep war bei der DEFA bis Anfang der 1970er-Jahre festgelegt auf die Rolle des jungen Landsers. 1972 ging er zum Fernsehen der DDR und spielte bis 1991 den "Oberleutnant Hübner" im "Polizeiruf". Danach blieben die Rollenangebote aus, Frohriep war nicht mehr gefragt. 1993 wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. (Im Bild: Szene aus "Polizeiruf 110: Keine Liebe, kein Leben" mit Oberkommissar Hübner (li. Jürgen Frohriep)). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Kommissar Grawe (Andreas Schmidt-Schaller).
Lederjacke und Jeans – Andreas Schmidt-Schaller galt als der "Schimanski des Ostens". Von 1986 an verkörperte er den einigermaßen unkonventionellen "Leutnant Grawe" im "Polizeiruf 110". Nach seinem Ausstieg 1995 wollte er nie wieder einen Kommissar spielen. Dann ließ er sich aber doch überreden – seit 2001 ermittelt er bei der "Soko Leipzig" im ZDF. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Schauspieler Kurt Böwe
Der Theaterschauspieler Kurt Böwe war einer der eigenwilligsten, kauzigsten und liebenswürdigsten "Polizeiruf"-Kommissare. Von 1994 bis 2000 ermittelte er als "Kommissar Kurt Groth" in der mecklenburgischen Provinz. Sein Markenzeichen: der Stoffbeutel aus DDR-Tagen. Unvergessen, wie der bereits todkranke Böwe, schwer atmend und mit langsamen Schritten, in seinen letzten "Polizeiruf"-Folgen agierte. Kurt Böwe starb mit 71 Jahren im Juni 2000. Bildrechte: IMAGO
Die Schauspielerin Katrin Saß
Berühmt wurde Katrin Saß in "Good bye, Lenin". Doch bereits 1982 hatte sie – gerade 26 Jahre alt - auf der "Berlinale" den "Silbernen Bären" für ihre Rolle in Hermann Zschoches DEFA-Film "Bürgschaft für ein Jahr" verliehen bekommen. Von 1993 bis 1998 ermittelte sie im "Polizeiruf 110" sechs Mal als "Hauptkommissarin Tanja Voigt". Bildrechte: IMAGO
Der Schauspieler Horst Krause, aufgenommen 1998 während Dreharbeiten zur Krimireihe «Polizeiruf 110»
Der Schauspieler Horst Krause musste sich in seiner Rolle als "Polizeiruf"-Hauptmeister gar nicht erst an einen neuen Namen gewöhnen. Er heißt: Horst Krause. Seit 1998 ("Das Wunder von Wustermark") ermittelt der gewitzte und bauernschlaue Krause im Brandenburgischen – in viel zu enger Uniform, mit einem komischen Helm auf dem Kopf und an seiner Seite stets ein Hund mit Namen Mücke. Bildrechte: dpa
Jutta Hoffmann
Jutta Hoffmann gab zwischen 1999 und 2002 als "Wanda Rosenbaum" eine fast altmodisch wirkende "Polizeiruf"–"Hauptkommissarin" im brandenburgischen Hinterland ab. Wanda Rosenbaum war sensibel und vergrübelt, zuweilen schroff und moralisierend, aber niemals anbiedernd. Den Dienstwagen ließ sie oft stehen und ging lieber zu Fuß, weil sich’s so besser denken lässt. Bildrechte: IMAGO
Wolfgang Winkler und Jaecki Schwarz
"Wir haben schon viel von uns in die Rollen rein gebracht", sagt Jaecki Schwarz (rechts), von 1997 bis 2012 Hauptkommissar Herbert Schmücke im MDR-"Polizeiruf". Schmücke ist weltgewandt und geht gern gut essen. Sein Kollege, Hauptkommissar Herbert Schneider, gespielt von Wolfgang Winkler (links), ist hingegen ein bodenständiger Typ von liebenswürdiger Kauzigkeit. "Mir kommt das sehr entgegen", sagt Winkler, "ich muss mich da nicht verbiegen." Bildrechte: MDR/Martin Jehnichen
Claudia Michelsen und Sylvester Groth
Das neue MDR-Ermittlerteam im "Polizeiruf 110" klärt in Magdeburg Verbrechen auf. Claudia Michelsen und Sylvester Groth spielen die Hauptkommissare Doreen Brasch und Dirk Köhler. (Über dieses Thema berichtete der MDR in "MDR um 4" | 07.05.2018 | 16:00 Uhr.) Bildrechte: MDR/Marco Prosch
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Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in "Aktuell" | 08.05.2018 | 17:45 Uhr