Grillen in der DDR

Auf einem großen Holzkohlegrill wird 1960 Thüringer Rostbratwurst zubereitet.
... bei Wohngebiets- und auf Sportfesten, wie hier 1965 an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena... Bildrechte: dpa
Bratwurst auf dem Straßenfest zur 750 Jahrfeier in Berlin Ost (1987)
Das Grillen war in der DDR ein äußerst beliebtes Freizeitvergnügen. Gegrillt wurde eigentlich immer und überall. Etwa auf Stadtfesten, wie hier bei den 750-Jahr-Feierlichkeiten in Berlin 1987. Bildrechte: IMAGO
Sigmund Jähn (Mitte) am Grill
Auch an jedem 1. Mai wurden überall in der Republik Grillstände aufgebaut. Mitunter standen dabei bekannte Persönlichkeiten am Grill, wie hier der Kosmonaut Sigmund Jähn (zweiter von links). Bildrechte: IMAGO
Feierlichkeiten zum 1. Mai 1965
Angeheizt wurden die Roster aber auch bei Brigade- und Geburtstagsfeiern oder den hochoffiziellen Republikgeburtstagen wie hier 1965 in einer thüringischen Kleinstadt ... Bildrechte: dpa
Auf einem großen Holzkohlegrill wird 1960 Thüringer Rostbratwurst zubereitet.
... bei Wohngebiets- und auf Sportfesten, wie hier 1965 an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena... Bildrechte: dpa
An einem Grill werden Thüringer Rostbratwürste beim Kinderfest der Universität  Jena am 26.05.1973 gebraten
... oder auf Schul- und Kinderfesten. Meist brutzelten Bratwürste auf den Rosten. Sie waren beliebt und jederzeit in ausreichenden Mengen in den Fleischereien zu bekommen. (Das Bild zeigt ein Kinderfest in Jena 1973.) Bildrechte: dpa
Thüringer Rostbratwürste liegen 2009 auf einem Holzkohlegrill in einem Garten in Weimar.
Am meisten aber wurde auf den Balkonen und in den Kleingartensparten der DDR gegrillt. Von März bis Oktober lag beinahe jeden Tag der Geruch von Holzkohle in der Luft. Bildrechte: dpa
Fleisch auf dem Grill
Neben Thüringer Rostbratwürsten war das Rostbrätel ein Klassiker jeder Grillsaison. Das Rostbrätel stammt aus Thüringen, wo für Grill einfach nur "Rost" gesagt wird und für Grillen der Ausdruck "Bräteln" gebräuchlich ist, und ist eigentlich nichts weiter als ein Nackensteak mit einer würzigen Marinade und sehr viel Senf ... Bildrechte: IMAGO
Grillsteak
Ebenfalls sehr beliebt bei den Grillfreunden im Osten - das Grillsteak. Bevor die Steaks auf den Grill kamen, wurden sie beidseitig gewürzt, mit Senf bestrichen und anschließend 24 Stunden lang in einen mit Marinade und Bier gefüllten Topf gelegt. Während des Grillens wurden die Steaks dann gelegentlich mit Bier und Marinade beträufelt. Bildrechte: IMAGO
Kurt Drummer
Rostbrätel und Grillsteaks waren nun nicht unbedingt gesund. Der beliebte Koch Kurt Drummer versuchte in seiner Fernsehsendung "Der Fernsehkoch empfiehlt" daher, dem Freizeitgrillen in der DDR mehr gesunde und frische Komponenten hinzuzufügen, Fisch oder Paprikaschoten etwa. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1985, Grillfest in Gera
Aber so recht durchsetzen konnte sich die durchaus vernünftige Empfehlung des Fernsehkochs Kurt Drummer nicht. Am liebsten wurden doch zünftige Steaks, Rostbrätel und Bratwürste auf den Grill gelegt. (Das Bild zeigt ein Grillfest 1985 in Gera.) Bildrechte: IMAGO
DDR Jugendliche grillen an der Mauer in Kreuzberg - Juli 1989
Selbst im Schatten der Berliner Mauer wurde gegrillt - wenn auch erst in der Endzeit der DDR. Hier feiern Jugendliche mit Thüringer Rostbratwurst und Dosenbier im Sommer 1990 im Prenzlauer Berg. Nur wenige Monate später war Deutschland wieder eine vereinte Grillnation. Denn das Grillen war nicht nur im Osten ein beliebter Teil der Freizeitkultur gewesen ...
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR um 2, 12.06.2014, 14:00 Uhr.)
Bildrechte: IMAGO
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