MDR ZEITREISE

Urlaubsorte der Mächtigen

Tito auf Brioni

Fast 40 Jahre lang wohnte auf den Brionischen Inseln nur ein Mann - Jugoslawiens Staatschef Josip Broz Tito. In seiner "weißen Villa" auf Brioni verbrachte er die Sommerferien und empfing Staatschefs aus aller Welt.

Tito auf der Insel Vanga 1956
Der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito besaß in allen sechs Teilrepubliken Jugoslawiens stattliche Residenzen. Seine Lieblingsresidenz aber befand sich auf Brioni, einer Inselgruppe in der Adria, gelegen im kroatischen Istrien. Bildrechte: IMAGO
Tito auf der Insel Vanga 1956
Der jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito besaß in allen sechs Teilrepubliken Jugoslawiens stattliche Residenzen. Seine Lieblingsresidenz aber befand sich auf Brioni, einer Inselgruppe in der Adria, gelegen im kroatischen Istrien. Bildrechte: IMAGO
Brioni
Brioni. Das sind vierzehn Inseln und eine Handvoll Klippen inmitten der Adria, drei Kilometer vom istrischen Festland entfernt. Die größte Insel heißt Veliki Brioni. Bildrechte: Simon Dach
Brioni
Brioni ist bereits seit der Antike bewohnt. Reiche Römer ließen sich auf dem Eiland Villen in den Buchten errichten und Schwimmbecken aus den weißen Felsen hauen. In der Neuzeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, verbrachten auf Brioni Bankiers, Fabrikbesitzer und Künstler ihre Ferien. Bildrechte: Simon Dach
Brioni
Brioni ist eine zauberhafte Insel: Es gibt Olivenhaine, Lorbeer- und Steineichenwälder. Die Wiesen sind sonnenverbrannt, die Wege von mächtigen Zypressen, Zedern und Pinien gesäumt. Bildrechte: Simon Dach
Brioni
Von 1947 bis 1979 wohnte auf Brioni nur noch ein einziger Mann: der jugoslawische Staatschef und einstige Partisanengeneral Josip Broz, Gefechtsname Tito. Bereits bei seinem ersten Besuch auf Brioni 1947 verliebte sich Tito in das Eiland und erkor es zu seinem Lieblingsurlaubsort. In einer Bucht ließ er sich eine Residenz erreichten, die "Bijela Vila", die "weiße Villa". Bildrechte: Simon Dach
Villa Brijunka, Titos Villa auf Brioni
In der "weißen Villa" verbrachte Tito die Sommerferien. Doch auf Brioni wurde auch Weltgeschichte geschrieben. Bildrechte: IMAGO
Bundeskanzler Willy Brandt (SPD, r) und der jugoslawische Staatspräsident Josip Broz Tito unterrichten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im April 1973 auf Brioni die Journalisten über ihre vorangegangenen Gespräche. Brandt und Tito hatten auf der jugoslawischen Insel Brioni über ein langfristiges deutsch-jugoslawisches Wirtschaftsprogramm beraten
Als erster Kanzler der Bundesrepublik besuchte Willy Brandt im Frühjahr 1973 Jugoslawien. Nach zweitägigen Gesprächen mit Ministerpräsident Bijedic in Belgrad reiste Brandt auf die Insel Brioni, wohin ihn Josip Broz Tito eingeladen hatte. Brandt gefiel es auf dem einsamen Eiland und er verbrachte mit Tito noch die Osterfeiertage auf Brioni. Bildrechte: dpa
1956, Gamal Abdel Nasser, Jawaharlal Nehru und Josip Broz Tito.
Historisches Treffen: Im Sommer 1956 empfängt Josip Broz Tito im kleinen Hafen von Brioni den ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdal Nasser (links) sowie den indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru (Bildmitte). Bildrechte: IMAGO
Gamal Abdel Nasser, Jawaharlal Nehru und Josip Broz Tito, 1956
In Titos Residenz unterzeichnen die drei Politiker das Abkommen zur Gründung der "Bewegung der Blockfreien Staaten", die sogenannte "Brioni-Deklaration". Es ist die Geburtsstunde einer internationalen Organisation von Staaten, die sich im Ost-West-Konflikt neutral verhalten und keinem der beiden Militärbündnisse angehören. Sie wollen sich stattdessen für friedliche Koexistenz und Abrüstung einsetzen. Die "Bewegung der Blockfreien Staaten" wird sich schon bald zu einer maßgeblichen Kraft in der Weltpolitik entwickeln - in den 1980er-Jahren gehören beinahe 100 Staaten zur "Bewegung der Blockfreien". Maßgeblich initiiert hatte den Staatenverbund Josip Broz Tito. Bildrechte: IMAGO
Tito und Nasser auf Brioni
1963 empfing Tito wieder einnmal den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdal Nasser auf seiner Insel. Im Hintergrund das exklusive Hotel "Neptun" sowie das Bootshaus. Bildrechte: IMAGO
Richard Burton, Elizabeth Taylor, Josip Broz Tito, 1975
Auf Brioni empfing Tito auch etliche Hollywood-Stars: Yul Brunner, Sophia Loren, Orson Welles, Gina Lollobrigida oder Josephine Baker. Häufig zu Gast waren in den späten 1970er-Jahren die Schauspieler Liz Taylor und Richard Burton. Burton hatte 1973 in "Sutjeska", einem knapp zweistündigen Epos über den jugoslawischen Partisanenkrieg, den Partisanengeneral Josip Broz Tito gespielt. Tito war begeistert darüber, wie Burton ihn dargestellt hatte. Bildrechte: IMAGO
Tito und der König von Griechenland auf Brioni
Kutschfahrt mit König Paul von Griechenland auf Brioni im Sommer 1963. König Paul war bekennender Antikommunist. Tito focht das keineswegs an. Und auch König Paul hatte keine Schwierigkeiten mit dem einstigen Partisanenführer Tito. Bildrechte: IMAGO
Brionische Insel
Neben seiner "weißen Villa" ließ Tito einen botanischen Garten anlegen. Viele Pflanzen in dem üppigen Garten sind Geschenke von Staatsoberhäuptern, die Tito auf Brioni besuchten. Exotische Sträucher und Bäume wachsen in dem Garten - Zedern, Mammutbäume, Granatapfelbäume, Erdbeerbäume und Orangenkirschenbäumchen. Bildrechte: Simon Dach
Brioni
Auch einen Privatzoo unterhielt Tito auf seiner Insel. Die Tiere waren allesamt Geschenke von Staatschefs, die Brioni besuchten - Panther, Kakadus, Strauße, Löwen. Eine besondere Attraktion des Zoos war jahrelang ein Elefant gewesen, den Mahatma Ghandi Tito geschenkt hatte. Der Elefant ist mittlerweile verstorben, die Raubkatzen wurden nach Titos Tod im Zagreber Zoo untergebracht. Bildrechte: Simon Dach
Brioni
Eher bescheiden - Titos Jagdhütte. In dem Strohhäuschen soll der Staatschef stundenlang gehockt und die Enten und Vögel im davor liegenden Weiher beobachtet haben. Bildrechte: Simon Dach
Titos Cadillac auf Brioni
Autos sind auf Brioni seit jeher verboten. Einzige Ausnahme: Titos schwarzer Cadillac (Baujahr 1953), ein Geschenk des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Mit der Luxuskarosse ließ sich Tito vom Hafen in seine weiße Villa kutschieren. Bildrechte: IMAGO
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Eine alte Photographie zeigt einen Mann im Anzug.
Camillo Ugi – der größte deutsche Fußballer vor dem Ersten Weltkrieg. Beruflich war er gelernter Elektromechaniker für einen neu entstehenden Markt der Kinematographie. Bildrechte: Heidi Lehnert

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