Janett Eger
Die neue "MDR Zeitreise"-Moderatorin Janett Eger Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

Moderatorin der "MDR Zeitreise" Janett Eger im Interview

Sie nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Zeit. Im Interview erzählt die "MDR Zeitreise"-Moderatorin Janett Eger warum Geschichte so spannend für sie ist.

Janett Eger
Die neue "MDR Zeitreise"-Moderatorin Janett Eger Bildrechte: MDR/Alexander Friederici

Die "MDR Zeitreise" widmet sich in Zukunft immer einem Thema – worauf dürfen sich die Zuschauer am 24. März freuen?

Auf das beste Thema überhaupt: Freizeit! (lacht) Ok, im Ernst: In der Sendung "DDR nach Feierabend" hat sich unser Kollege Volker Insel mit den Freizeitaktivitäten in Ost und West beschäftigt. Und geschaut, ob sie sich ähneln oder unterscheiden – heute wie auch in der Vergangenheit. Woher kommt es zum Beispiel, dass hier im Osten die Kleingärten bis heute ein flächendeckendes Phänomen sind? Eine echte Leidenschaft, die gerade jetzt auch wieder Jüngere entdecken.

Janett Eger im Gespräch mit Grafiker Ronald Grüner (Mitte) und Regisseur Volker Insel
Janett Eger im Gespräch mit Autor Volker Insel (rechts) Bildrechte: MDR

Im Westen ist das anders: Z.B. gibt es in ganz Baden-Württemberg so viele Kleingärten wie bei uns allein in Leipzig. Welche Bedeutung hatten Einrichtungen wie die betriebseigenen Clubhäuser oder die Kulturpaläste – und wie wirkt das bis in die Gegenwart? Unser Beispiel dazu ist besonders spannend: es ist der "KuPa" in Bitterfeld. Außerdem geht es um ein absolutes Risiko-Hobby: Briefmarkensammeln! Warum das zu DDR-Zeiten für einen Philatelisten hier aus Mitteldeutschland wirklich ganz unangenehme Folgen hatte, weil er… nee, das verrate ich jetzt noch nicht. 

Was reizt Sie selbst an Geschichte?

Geschichte war schon in der Schule - neben Deutsch - mein Lieblingsfach. Obwohl ich mir wirklich schlecht Jahreszahlen merken kann. Aber zum Glück gibt’s in unserer neuen Zeitreise-Kulisse, die ja dem Innern einer Turmuhr nachempfunden ist, ein Extra-Rad für die Jahreszahlen.

Janett im Studio mit Kostümanprobe
Letzte Handgriffe - dann geht's los. Janett Eger bei Dreharbeiten für das Zeitreise-Magazin. Bildrechte: MDR

Mich interessiert sehr die Geschichte Magdeburgs während des Dreißigjährigen Krieges. Ich bin selbst in Magdeburg aufgewachsen und immer wieder erstaunt, was diese Stadt schon alles durchgemacht hat. Und dann verschlinge ich alles - egal, ob es Bücher, Filme oder Serien sind - was sich mit Kaiserzeit, Weimarer Republik und dem Dritten Reich beschäftigt. Gerade die Gereon Rath-Romane von Volker Kutscher. Meist recherchiere ich dann alles nach (Volker Kutscher ist penibel genau) und versuche, wirklich zu verstehen: Gab es diese Menschen, wie haben sie gelebt, gefühlt, was haben sie gedacht, was war ihnen fremd und was selbstverständlich? Das finde ich unheimlich spannend. 

Auch weil mir eins immer klarer wird: Die Vergangenheit hat viel mit uns heute zu tun. Wenn Geschichte lebendig und unmittelbar wird, interessiert mich das – und genau das möchten wir ja auch mit der MDR Zeitreise: Unsere Zuschauer auf eine Reise durch die Zeit mitnehmen. 

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten: Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne live dabei gewesen?

Janett im Studio mit Screen
Ein Blick hinter die Kulissen: Janett Eger bei der Aufzeichnung ihrer ersten Zeitreise-Sendung. Bildrechte: MDR

Bei der Mondlandung! Also, natürlich Mitfliegen und Sprünge auf der Mondoberfläche machen – das sowieso! Aber ich hätte auch gerne erlebt, wie die Menschen das damals auf der ganzen Welt verfolgt haben. Vielleicht hätte ja auch ich mit meiner Familie vor dem Radio mitgefiebert. Oder wir hätten irgendwo hin gehen müssen, in eine Gaststätte oder so, weil es damals ja nur in etwa zwei Dritteln der Haushalte einen Fernseher gab. Das habe ich gerade für unsere aktuelle Sendung gelesen. Und dann natürlich: was für ein Medienereignis! Übertragungen in 49 Länder, eine halbe Milliarde Zuschauer, Einschaltquoten von mehr als 50 Prozent! Wahnsinn!

Zum Glück können wir bei der MDR Zeitreise ja die Zeit zurückdrehen. Und zum Jahrestag der Mondlandung im Juli werden wir das auch tun. Es gibt zum Beispiel spannende neue Erkenntnisse zum russischen Mondprogramm. Darauf freue ich mich jetzt schon. 

Über dieses Thema berichtet der MDR im TV: "MDR Zeitreise" | 24.03.2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 16:52 Uhr