1946 und heute Leipzig im Wandel: Von Ruinen zur Metropole

Leipzig gehört mit zu den Top 14 der schönsten Städte Deutschlands. Immer mehr Menschen ziehen hier her: Innerhalb von zehn Jahren ist die Einwohnerzahl von 500.000 auf mehr als 600.000 gestiegen. Die sächsische Messestadt ist nicht nur Magnet für Studenten und Familien, sondern auch für Touristen. Doch auch Leipzig lag nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Trümmern. Fotografien von 1946 und heute zeigen markante und das Stadtbild prägende Gebäude und ihren Wandel.

Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Das Alte Rathaus 1945 Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde

Leipzig ist heute eine attraktive Stadt mit zahllosen herausgeputzten historischen Gebäuden und Gründerzeitvierteln. Renommierte Institute und Firmen haben sich in den letzten Jahren wieder angesiedelt. Die Stadt an der Pleiße boomt, die Einwohnerzahl wächst, überall entstehen neue Quartiere. Vor 75 Jahren jedoch, am Ende des Zweiten Weltkriegs, lag die Stadt in Trümmern. Es herrschte Not.

In einer Galerie haben wir Fotografien versammmelt, die ausgewählte Orte in Leipzig zeigen - 1946 und heute. Sie geben Kunde davon, wie sich die Stadt im Lauf der Jahrzehnte verwandelt hat. Die Gegenüberstellungen sind Teil einer umfassenden Arbeit, die das Leibniz Institut für Länderkunde in Leipzig im Rahmen seiner Reihe: "Landschaften in Deutschland" zusammengestellt hat. 1957 als Buchreihe gegründet, widmet sich die Reihe inzwischen auch online verschiedenen Kulturlandschaften in Deutschland.

1946 und heute Leipzig im Wandel: Von Ruinen zur Metropole

Bei den verheerenden Luftangriffen auf Leipzig in den Jahren 1943 und 1944 wurden viele historische Gebäude zerstört oder schwer beschädigt. Manche wurden wiederaufgebaut, andere verschwanden komplett aus dem Stadtbild.

Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Das Alte Rathaus auf dem Leipziger Markt - eines der Wahrzeichen der Stadt. Erbaut in den Jahren 1556/1557 unter Hieronymos Lotter, war es bis 1905 Sitz des Rates der Stadt, später zog das Stadtgeschichtliche Museum in das Gebäude ein. Bei den Luftangriffen 1943 und 1944 wurde das Alte Rathaus erheblich beschädigt, der Dachstuhl brannte aus. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Das Alte Rathaus auf dem Leipziger Markt - eines der Wahrzeichen der Stadt. Erbaut in den Jahren 1556/1557 unter Hieronymos Lotter, war es bis 1905 Sitz des Rates der Stadt, später zog das Stadtgeschichtliche Museum in das Gebäude ein. Bei den Luftangriffen 1943 und 1944 wurde das Alte Rathaus erheblich beschädigt, der Dachstuhl brannte aus. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Als eines der ersten öffentlichen Gebäude Leipzigs wurde das Alte Rathaus zwischen 1946 und 1950 wiederaufgebaut. Zwei Jahre später öffnete auch das Stadtgeschichtliche Museum wieder seine Pforten. Bildrechte: Martin Toste
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Leipzig war seit 1880 Sitz des obersten Gerichtshofs des Deutschen Reichs. Als zeittypischer Monumentalbau des wilhelminischen Zeitalters wurde 1888 bis 1895 das Reichsgerichtsgebäude errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde es bei Luftangriffen beschädigt. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Nach der Beseitigung der Kriegsschäden waren bis zum Ende der DDR Museen und Wissenschaftseinrichtungen im sogenannten "Dimitroff-Museum" untergebracht. Seit 2002 ist der markante Kuppelbau Sitz des Bundesverwaltungsgerichts. Bildrechte: Martin Toste
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Der Leipziger Hauptbahnhof galt nach seiner Eröffnung 1915 als einer der größten der Welt. Bei den Luftangriffen wurde der Hauptbahnhof mehrfach getroffen und schwer beschädigt. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Der Wiederaufbau nach dem Krieg gestaltete sich schwierig und zog sich insgesamt über mehr als 20 Jahre hin. 1997 wurden nach einer großen Sanierung des Hauptbahnhofs die "Promenaden" eröffnet. Der Hauptbahnhof ist seither auch eine Shopping Mall. Bildrechte: Martin Toste
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
An der kurzen Burgstraße, die von der Pleißenburg zur Thomaskirche führte, befindet sich eine weit über Leipzigs Grenzen hinaus bekannte Kneipe:: der Thüringer Hof. Die traditionsreiche Studentengaststätte gibt es seit dem 15. Jahrhundert. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Nach der Zerstörung 1943 wurde das Gebäude nur bis zum zweiten Geschoss wieder aufgebaut und als Gaststätte genutzt. 1993 bis 1996 entstand der heutige Neubau. Am Ende der Straße: die Thomaskirche. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Auf den Mauern der einstigen Leipziger Stadtbefestigung stand seit 1875 die "Annenschule". Bei einem Bombenangriff wurde die Schule komplett zerstört. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Nach dem Krieg wurden die Ruinen beseitigt, das Gelände blieb unbebaut. In den 1970er-Jahren begannen Studenten der Karl-Marx-Universität mit der Freilegung der Bastion. Seit 1982 werden die unterirdischen Gewölbe als Studentenclub "Moritzbastei" genutzt. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Ein Gymnsium in der Pfaffendorfer Straße. Es trug seit 1890 den Namen König-Albert-Gymnasium. Bei einem Luftangriff 1943 wurde es zerstört. Nach Kriegsende trug man die Ruine ab. Der Platz blieb leer. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
2004 wurde auf der Freifläche ein Gebäude aus Bambus errichtet - das Parkhaus des gegenüber liegenden Leipziger Zoos. Bildrechte: Martin Toste
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
1896 wurde am damaligen Königsplatz das "Grassi-Museum" eröffnet. Später diente das Neorenaissance-Palais als Messehaus. Bei den Luftangriffen wurde es erheblich zerstört. Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
Archivaufnahme der Stadt Leipzig
Nach Kriegsende wurde das Gebäude wiederaufgebaut: der Platz hieß nun aber Wilhelm-Leuschner-Platz. Das Gebäude übernahm der VEB Chemiekombinat. Seit 1991 befindet sich in dem Palais die Stadtbibliothek. Bildunterschriften nach Heinz-Peter Brogiato (IFL). Bildrechte: Leibniz Institut für Länderkunde
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Beziehungsreicher Kontrast

Die Fotos sind Momentaufnahmen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie aus der Gegenwart. Wobei es sich stets um Fotos handelt, die ein konkretes Gebäude oder eine Straße damals und heute zeigen: das Alte Rathaus, den Hauptbahnhof oder das Bundesverwaltungsgericht und viele Orte mehr. Die historischen Fotos stehen so in einem beziehungsreichen Kontrast zu den Fotos, die die unmittelbare Gegenwart abbilden. Die Bildpaare erzählen Geschichten: von Kriegszerstörung und von Wiederaufbau sowie vom steten Wandel städtebaulicher und architektonischer Ideale. Es wird deutlich, dass das heutige Stadtbild Leipzigs vor allem auch die Summe unterschiedlichster historischer Ereignisse ist.

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Dieses Thema im Programm: 1945 - Unsere Städte | 11. Februar 2020 | 22:05 Uhr