Schröder und Putin: Eine Freundschaft in Bildern Ziemlich beste Freunde: Schröder und Putin

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder und den russischen Präsidenten Wladimir Putin verbindet eine Freundschaft, die bereits viele Jahre anhält und offensichtlich weit über eine politische Freundschaft hinausgeht. Schon während seiner Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 hatte Schröder eng mit Putin zusammengearbeitet. Daraus machte er nie einen Hehl. Nach dem Ende seiner politischen Karriere wurde der Altkanzler als "Putins wichtigster Lobbyist" bezeichnet ...

Mit einer herzlichen Umarmung verabschiedet sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (l) am 31.08.2004 auf dem Flughafen von Sotschi am Schwarzen Meer vom russischen Präsidenten Wladimir Putin.
So nah stehen sich Schröder und Putin. Bildrechte: dpa

Zu kaum einem Staats- oder Regierungschef hat Gerhard Schröder als Bundeskanzler ein so enges Verhältnis aufgebaut wie zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Freundschaft des Altkanzlers mit dem Kremlchef geht weit über die politische Ebene hinaus: Zu seinem 60. Geburtstag lud Schröder Putin nach Hannover ein. Seinen 70. Geburtstag feierte der Niedersachse dann mit Putin in St. Petersburg - einschließlich inniger Umarmung - zur Unzeit: Denn damals hatte sich Russland gerade die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Schwarzmeer-Halbinsel Krim einverleibt.

Gerhard Schröder und Wladimir Putin
Bilder sagen mehr als tausend Worte: Diese beiden Männer verstehen sich prächtig. Bildrechte: IMAGO

Seit dem Ende seiner politischen Karriere ist Schröder als Anwalt und Wirtschaftslobbyist tätig - vor allem in Russland. Nach seinen sieben Jahren Amtszeit nahm er einen Posten beim russischen Staatskonzern Gazprom an. Mittlerweile ist der SPD-Politiker Vorsitzender des Aktionärsausschusses von Nord Stream 2.

2017 hievt Putin seinen Freund in die Führung eines weiteren russischen Energieriesen, dessen Image deutlich schlechter ist als das von Gazprom: Rosneft - der Konzern steht auf der EU-Sanktionsliste wegen Russlands Übergriffen auf die Ukraine. Doch Schröder ist bereit, in den Aufsichtsrat des staatlich gelenkten russischen Ölkonzerns zu gehen - trotz Bedenken in Deutschland.

Schon bei Nord Stream 1, der ersten Ostseepipeline von Gazprom, hat Schröder erfolgreich als Türöffner in Europa gewirkt. Nun tut er das auch für Rosneft. Die Nord Stream AG hatte damals die Nachfeier zu Schröders Geburtstag ausgerichtet, den er auch mit Putin feierte - die Bilder seiner langjährigen Männerfreundschaft mit Putin sind bekannt. 

Gerhard Schröder und Wladimir Putin in Sotschi
Bundeskanzler Gerhard Schröder (l) und der russische Präsident Wladimir Putin am 30.08.2004 beim Spaziergang am Schwarzen Meer. Im Mittelpunkt des Treffens stehen europapolitische Themen wie die Annäherung Russlands an die EU, sowie internationale Fragen, wie die Lage im Irak und in Tschetschenien. Bildrechte: IMAGO

Neben gemeinsamen Geburtstagsfeiern lud der Kremlchef die Schröders u.a. zur weihnachtlichen Schlittenfahrt nach Moskau ein.

Lachend und winkend fahren der russische Präsident Wladimir Putin, Bundeskanzler Gerhard Schröder (r) und dessen Frau Doris Schröder-Köpf am 7.1.2001 in Kolomenskoje, der früheren Sommerresidenz der Zaren in Moskau, in der russischen «Troika», einem von drei Pferden gezogenen Schlitten.
Lachend und winkend fahren der russische Präsident Wladimir Putin, Bundeskanzler Gerhard Schröder (r) und dessen damalige Frau Doris Schröder-Köpf am 7.1.2001 in Kolomenskoje, der früheren Sommerresidenz der Zaren in Moskau, in der russischen "Troika", einem von drei Pferden gezogenen Schlitten. Bildrechte: dpa

Die guten Kontakte führten dazu, dass Schröder und seine damalige Frau Doris Schröder-Köpf zwei russische Kinder adoptierten. Kritik von Parteifreunden oder aus der Öffentlichkeit prallten stets an Schröder ab. Schröder sieht sich selbst als Mittler, der den Dialog mit Russland pflegt. 

Gerhard Schröder und Wladimir Putin
07.01.2001: Der Patriarch Alexy II mit Putin und dem damaligen Kanzler Schröder. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Unvergessen ist seine "Lobhudelei", Putin sei ein "lupenreiner Demokrat", die er noch als Kanzler vornahm. Schröders Parteifreunde von der SPD haben die russlandfreundlichen Äußerungen lange Zeit stillschweigend geduldet. Bei Rosneft scheint das Verständnis zu schwinden. So ist SPD-Politiker Markus Meckel, der die Gründung der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP) mit initiierte und bis 2009 Mitglied des Bundestages war, über Schröders Rosneft-Engagement "entsetzt" und sieht dessen Ansehen beschädigt. Auch Dietmar Nietan, Bundesschatzmeister der SPD, sagte kurz nach Schröders Einstieg bei Rosneft: "Ein früherer Kanzler ist dem öffentlichen Leben und Wohl der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet. Gerhard Schröder bleibt eine Person des öffentlichen Interesses, auch wenn er kein öffentliches Amt mehr innehat."

Bundeskanzler Gerhard Schröder begrüßt am 16.04.2004 den russischen Präsidenten Wladimir Putin (r).
Bundeskanzler Gerhard Schröder begrüßt am 16.04.2004 den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bildrechte: dpa

Nach dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny steht Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen seiner Tätigkeit für russische Energiekonzerne weiter unter Beschuss. Schröder, der "in bezahlten Diensten im russischen Öl- und Gasgeschäft" stehe, beteilige sich im Fall Nawalny "an der Vertuschung und Verwischung der Verantwortung, die in Russland liegt", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), der Bild-Zeitung.

Nawalny kritisierte Schröder unlängst als Putins "Laufburschen". Zuvor hatte Schröder die Vorwürfe an Russland, für Nawalnys Vergiftung mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok verantwortlich zu sein, als Spekulation zurückgewiesen.

All das tut der Freundschaft zu Putin keinen Abbruch. Beide kennen sich nun wesentlich länger, als Schröders Kanzlerschaft dauerte. Beide stammen aus kleinen Verhältnissem und beide haben es an die Spitze ihres jeweiligen Landes geschafft. Um Schröders Freundschaft zu Putin zu verstehen, muss man vielleicht einige seiner Weggefährten zu Wort kommen lassen:

Über dieses Thema berichtete der MDR im: 27. Oktober 2020 | 22:05 Uhr

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