Mit dem Trabi von Aue nach Jerewan

"Mit einem Taxi nach Paris" - sangen Felix De Luxe 1984. Nicht übel. Aber was ist das schon gegen eine Reise von Aue nach Jerewan? Und zwar mit einer Pappe! Klarer Fall: Die Trabi-Reise dürfte deutlich abenteuerlicher gewesen sein. Sie fand 1979 statt. Unternommen hatten sie damals Andreas Auerswald und seine Eltern.

Organisiert vom Reisebüro

Kaum zu glauben, dass eine solche Reise damals möglich war. Doch Familie Auerswald legte niemand Steine in den Weg. Im Gegenteil: Das Reisebüro der DDR und auch die Behörden in der Sowjetunion halfen freundlich bei Vorbereitung und Durchführung des Abenteuer-Trips. Zugegeben: Ein wenig Vitamin-B sei auch im Spiel gewesen, meint Andreas Auerswald. Aber das brauchte man in der DDR ja bei so gut wie jedem Vorhaben.

Geschichte

4.000 Kilometer ostwärts

4.000 Kilometer hin, 4.000 Kilometer zurück: Dass das ein Trabi klaglos schafft, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Pappe von Familie Auerswald bewältigte den Trip Aue - Jerewan 1979 ohne Probleme.

Ein Trabant in einer Berglandschaft
Von Aue nach Jerewan in Armenien und das im Trabant – nicht immer waren die Straßen befestigt, aber was soll's! Andreas Auerswald und seine Eltern schafften die Meisterleistung trotzdem. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant in einer Berglandschaft
Von Aue nach Jerewan in Armenien und das im Trabant – nicht immer waren die Straßen befestigt, aber was soll's! Andreas Auerswald und seine Eltern schafften die Meisterleistung trotzdem. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant
Der Star der Reise: Der weiße Trabi mit dem blauen Streifen. Zuverlässig und "unkapputbar". Bildrechte: Andreas Auerswald
Pkws auf einer langen, geraden Straße
Endlose scheinende Geraden! Auf gut ausgebauten Fernstraßen ging es in der Ukraine vorbei an teilweise 150 Kilometer langen Feldern. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Mann und eine Frau an einem kleinen Häuschen
Solche kleinen Wasserbrunnen beispielsweise fand man auf vielen Rastplätzen. Andreas Auerwalds Eltern stärkten sich hier gerade für die nächste Etappe. Bildrechte: Andreas Auerswald
Berglandschaft
Kurz vor Georgien begeisterte die Familie diese Seilbahn. Sie führte hoch auf die Zunge des Elbrus-Gletschers. Bildrechte: Andreas Auerswald
Berglandschaft
Dort zeigten sich beeindruckende Schneelandschaften mitten im Sommer. Heute ist der Elbrus-Gletscher schon zur Hälfte abgeschmolzen. Bildrechte: Andreas Auerswald
Eine Kirche in einer Berglandschaft
Danach ging es weiter mit dem Trabant nach Tbilisi in Georgien. Zwischen den einzelnen Etappen lagen immer etwa 400 bis 500 Kilometer. Bildrechte: Andreas Auerswald
Straße in einer Berglandschaft
Die Grusinische Heerstraße im Kaukasus: In den Serpentinen überraschten oft Kühe, die mitten in der Kurve lagen. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant
Der Trabant meisterte auch die Serpentinen im Kaukasus mit Bravur und das ohne eine einzige Panne. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant in einer Berglandschaft
Ab und an hielt die Familie aus der fernen DDR in den tiefen Schluchten im Kaukasus. Bildrechte: Andreas Auerswald
Berglandschaft
Der Ausblick war jedes Mal atemberaubend, die Straßen waren es allerdings auch: Bei deren Zustand stockte dem Trio aus der DDR der Atem! Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant in einer Berglandschaft
Oft waren die Abenteurer verloren zwischen Fels und Geröll. Egal: Man posierte stolz vor dem Trabant. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant fährt aus einem Tunnel
Auch jede Tunneldurchfahrt war ein Erlebnis. Manchmal sogar lebensgefährlich. Nur mit viel Glück entkam die Familie einmal einer Sprengung. Bildrechte: Andreas Auerswald
Gerade Straße in einer Berglandschaft
Im Kaukasus fuhren die Auerswalds oft stundenlang, ohne einem anderen Wagen zu begegnen. Bei einer Panne hätten sie hier sicher lange auf Hilfe warten müssen. Bildrechte: Andreas Auerswald
Blick aus einem Auto in eine Berglandschaft
Zwischen den Dörfern lagen endlose Kilometer. Toll, wenn eine Dorfstraße mal einigermaßen gepflastert war. Bildrechte: Andreas Auerswald
Ein Trabant in einer Berglandschaft
Der Trabant mit dem Kennzeichen XU 11-77 wechselte die Kontinente. Die beiden Löwen markieren die Grenze zwischen Europa und Asien. Bildrechte: Andreas Auerswald
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Pleiten, Pech und Pannen

Gelernte Trabifahrer wissen: Der Plastikbomber hatte seine Macken. Um so erstaunlicher ist es, dass die Abenteurer aus Aue 1979 pannenfrei nach Jerewan und auch wieder zurück fuhren. Immerhin fast 8.000 Kilometer. Allerdings fuhr bei Familie Auerswald ein Schutzengel im Trabi mit. Auf den Straßen in der Sowjetunion wurde es damals mehr als einmal brenzlig! Was genau die Auerswalds in Bedrängnis brachte? Im Interview mit Andreas Auerswald erfahren Sie die spannenden Einzelheiten.


Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: TV | 24.08.2018 | 17:45 Uhr