Völlig losgelöst von der Erde Die NASA

Die NASA schoss Neil Armstrong auf den Mond und erforschte ausgiebig das Planetensystem inklusive der Erde. Die US-Raumfahrtbehörde existiert seit über sechs Jahrzehnten, in denen der Kampf um Erfolge auch immer ein Wettrennen zwischen Ost und West war.

Astronaut im Raumanzug auf dem Mond.
Bildrechte: NASA

Geburtsstunde der NASA

Am 29. Juli 1958 unterzeichnete der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower das "National Aeronautics and Space"- Gesetz und gründete damit die Weltraumbehörde NASA. Das neue Unternehmen zählte zu Beginn 8.000 Mitarbeiter. Inzwischen hat die Raumfahrtbehörde mit Hauptsitz in Washington D.C. und einem Milliardenbudget rund 18.000 Mitarbeiter in den USA.

Supermächte liefern sich Wettlauf im All

Menschen, die durch den Weltraum düsen, Satelliten, die um die Erde kreisen und Raumschiffe, die zum Mond fliegen: Was wie friedliche Raumfahrt aussah, war in Wahrheit ein knallharter Kampf der Supermächte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts findet der "Kalte Krieg" nicht nur auf der Erde statt, sondern auch im Weltraum.

Den ersten Höhepunkt findet der Wettkampf mit dem sogenannten Sputnik-Schock: Die Sowjetunion bringt im Oktober 1957 den Satelliten "Sputnik 1" ins All, dessen Signal überall auf der Welt empfangen werden konnte. Das war ein Schock für die Vereinigten Staaten, belächelten sie doch zuvor die Russen und ihre technischen Fähigkeiten.

Und es kam noch "schlimmer" für die Amerikaner: Nur einen Monat nach dem ersten Sputnik-Schock folgte der nächste: Moskau schickte "Sputnik 2" in den Weltraum und diesmal sogar mit einem Passagier an Bord: Die dreijährige Hündin Laika war das erste Lebewesen im All.

Rund drei Monate nachdem die Sowjetunion ihren Sputnik-Satelliten ins All geschossen hatte, folgten die Amerikaner mit der "Explorer 1". Und sie arbeiteten fieberhaft daran, Menschen ins Weltall zu schicken. Doch die Sowjets waren auch hier wieder schneller. Der russische Kosmonaut Juri Gagarin flog als erster Mensch in den Kosmos. Am 12. April 1961 umrundete er im Raumschiff "Wostok" in 108 Minuten einmal die Erde, bevor er nahe der russischen Stadt Saratow landete.

Erster Mensch auf dem Mond

Für die Amerikaner wurde es nun eine Frage der Ehre - und ein Wettkampf. Sie wollten in Sachen Weltraumtechnologie nicht länger von der Sowjetunion abgehängt werden. Und so dauerte es tatsächlich nur drei Wochen ab Juri Gagarins kosmischer Reise, dass auch die USA ihren Erfolg vermelden konnten: Am 5. Mai 1961 flog Alan Shepard als erster Amerikaner ins All.

Doch das sollte nur der Auftakt für Größeres sein. US-Präsident John F. Kennedy erklärte im Mai 1961 in seiner bekannten Grundsatzrede, dass die USA "noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond" landen lassen "und sicher zur Erde zurückbringen" würden. Bevor die NASA das Versprechen Kennedys einlösen konnte, gelang es der UdSSR allerdings, die erste Frau ins Weltall zu schicken und den ersten Außenbordeinsatz im All durchzuführen. Auch die erste "unbemannte" Landung auf dem Mond konnte die Sowjetunion stolz vermelden.

Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.

Neil Armstrong

Doch 1969 schafften es die USA, den sowjetischen Erzfeind zu deklassieren: Die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin betraten den Mond – und mehrere hundert Millionen Menschen auf der Erde waren per Fernsehübertragung live dabei. Insgesamt suchten im Apollo-Programm der NASA zwölf Menschen den Erdtrabanten auf. Die NASA hatte damit das "Rennen zum Mond" gewonnen.

30 Jahre Space-Shuttle-Ära

1972 ging das Zeitalter der Mondflüge zu Ende. Die NASA hatte ein neues Ziel: leben und forschen im All. Dafür tüftelten die Amerikaner an einem wiederverwendbaren Raumtransporter, dem "Space Shuttle". Zwanzig Jahre nachdem der erste Mensch ins All aufgebrochen ist, war es dann soweit: Am 12. April 1981 startete das erste weltraumtaugliche Space Shuttle "Columbia" zur Mission vom Kennedy Space Center im Bundesstaat Florida ins All.

In den folgenden zwei Jahrzehnten baute die NASA fünf Exemplare. Das Space Shuttle war nicht nur ein Vorzeigeprojekt, es sollte wirtschaftlichen Erfolg bringen. Die Shuttles stehen allerdings auch für die beiden größten Tragödien in der bemannten Raumfahrt. Am 28. Januar 1986 explodierte die US-Raumfähre "Challenger" nach nur 73 Sekunden Flug. Alle sieben Astronauten starben. Am 1. Februar 2003 kommt es mit der "Columbia" erneut zur tödlichen Katastrophe.

Diese zwei Katastrophen haben das Ende des Shuttle-Programms der NASA beschleunigt. So ging mit dem Space-Shuttle-Start der "Atlantis" eine große Ära der US-Raumfahrt zu Ende. 30 Jahre lang waren die Space Shuttles der NASA im Einsatz. Bilanz: 4.848 Mal hat die Raumfähre die Erde umkreist und dabei mehr als 203 Millionen Kilometer zurückgelegt. 170 Astronauten sind mit ihr ins All zur Internationalen Raumstation ISS geflogen.

Vielfältige Aufgaben der NASA

Die Mondlandung war ein großer Schlüsselmoment für die NASA. Neben der Mondlandung hat die NASA danach unter anderem mit zahlreichen Sonden das Planetensystem inklusive unserer Erde ausgiebig erforscht, mit Weltraumteleskopen tief in die Weite hinter unserem Sonnensystem gespäht und gemeinsam mit anderen Ländern die Internationale Raumstation ISS aufgebaut, einen permanenten Außenposten der Menschheit im All.

Dazu informiert die NASA Menschen auf der ganzen Welt über das All, ob mit Museen und in Schulklassen oder mit einer vielfach ausgezeichneten Online-Strategie. Die Live-Übertragung des Finales der Raumsonde "Cassini", die sich im September 2017 kontrolliert in den Saturn stürzte, wurde für den US-Fernsehpreis Emmy nominiert.

Heute konzentriert sich die bemannte Raumfahrt auf Arbeiten an der Internationalen Raumstation (ISS), die in rund 350 Kilometern Höhe die Erde umkreist. Doch hier sind die Amerikaner auf den ehemaligen Erzrivalen Russland angewiesen. Denn seit dem Ende ihres Space Shuttle-Programms haben sie keine eigenen Fahrzeuge für die bemannte Raumfahrt.

Der Astromaut Alexander Gerst ist in einem Raumanzug außerhalb der ISS zu sehen.
Der Astronaut Alexander Gerst, bekannt als "Astro-Alex", startete im Juni 2018 ins Weltall. Bildrechte: Alexander Gerst

Neben den etablierten Raumfahrtagenturen aus den USA, Europa, Japan, Kanada und Russland gibt es auch einige aufstrebende Nationen. Dazu gehören unter anderem Indien und Südkorea. China hat 2003 den ersten bemannten Flug gestartet und verfolgt ein ehrgeiziges Programm, das auch eine Mondlandung anstrebt. Eine Kooperation auf der ISS gibt es bisher nicht.

Die amerikanische Raumfahrtagentur NASA plant den ersten bemannten Flug zum Mars. Die europäische Raumfahrtagentur ESA will indes ein Dorf auf dem Mond errichten, das sogenannte "Moon Village". Nur eine bemannte Marslandung könnte die historische Mondlandung toppen. Die NASA plant einen bemannten Flug zum Planeten Mars. Dafür müssen Raumfahrt-Fans laut NASA aber noch mindestens bis 2035 warten.

Mehr Raumfahrtgeschichte

Über dieses Thema berichtete der MDR auch in der TV-Doku "Der Sputnik-Schock": 07.07.2019 | 22:30 Uhr