Chronik Der Aufstieg der NSDAP

Im Reichstag der Weimarer Republik zunächst als unbedeutende Partei geduldet und unterschätzt, gelang Hitlers NSDAP am 30. Januar 1933 die Machtübernahme. Frenetischer, massenhafter Jubel trägt den größenwahnsinnigen Hitler und seine braune Gefolgschaft damals an die Spitze. 75 Jahre später beleuchtet BARBAROSSA die Hintergründe des rasanten Aufstiegs der NSDAP.

1919

Noch im Gründungsjahr tritt Adolf Hitler der radikal-nationalistischen Deutschen Arbeiter-Partei DAP bei.

1921

Hitler wird Erster Vorsitzender der 1920 umbenannten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei NSDAP.

1923

Ein von Hitler angezettelter Putsch, der "Marsch auf die Feldherrnhalle", scheitert. Die NSDAP wird verboten und Hitler zu fünf Jahren Festungshaft wegen Volksverrats verurteilt.

1925

Nachdem Hitler bereits 1924 vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, gründet sich die NSDAP neu. Nun mit dem Ziel, die Macht auf legalem Wege zu erhalten.

1928

Bei der Wahl zum 4. Reichstag stimmen gerade einmal 2,6 % der Wähler für die Nationalsozialisten. Der sozialdemokratische Reichskanzler Hermann Müller bildet die letzte demokratisch gewählte Regierung der Weimarer Republik.

1929

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise bricht in Deutschland der kreditfinanzierte Wirtschaftsaufbau wie ein Kartenhaus zusammen. Massenarbeitslosigkeit, Armut und Verzweiflung bieten daraufhin den Nährboden für den starken Zulauf der antidemokratischen Parteien.

1930

Im März tritt die Regierung Müller im Streit über die Erhöhung der Beitragssätze zur Arbeitslosenversicherung zurück. Ohne das Vertrauen des vom Volk gewählten Reichstags, gestützt auf das Recht des Bundespräsidenten zur Erlassung von Notverordnungen, soll nun ein "Präsidialkabinett" der Weltwirtschaftskrise Herr werden. Dem Reichstag bleibt zwar das Recht zur Aufhebung der Notverordnungen, als dieser jedoch 1930 bei der Regierung Heinrich Brünings davon Gebrauch macht, löst Bundespräsident Hindenburg den letzten Reichstag mit einer demokratischen Mehrheit kurzerhand auf. Bei der folgenden Reichstagswahl wird die NSDAP mit 18,3 % der Stimmen zweitstärkste Partei hinter der SPD.

1932

Nach dem Rücktritt des erfolglosen Brüning, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise und im "demokratischen Chaos" geht die NSDAP als die mit Abstand stärkste Partei aus den beiden Reichstagswahlen 1932 hervor. In den Jahren zuvor hatten weder Hindenburg noch die vorangegangenen Regierungen etwas gegen die offensichtlich verfassungsfeindliche Partei unternommen. Man gedachte, sie zu zähmen, duldete ihre Aktionen, schlug sogar eine Regierungskoalition vor und verhalf Hitler und seiner Gefolgschaft damit auch zur Salonfähigkeit. Weder dem im Juni ernannten Reichkanzler Franz von Papen noch seinem Nachfolger, dem im November ernannten Kurt von Schleicher, gelingt eine stabile Regierungsbildung. Inzwischen werden die Rufe nicht zuletzt aus Kreisen einflußreicher Bankiers und Industrieller - darunter Fritz Thyssen und Ex-Reichsbank-Direktor Hjalmar Schacht - nach Adolf Hitler als neuem Reichskanzler immer lauter.

1933

Nachdem er ihn noch im Jahr zuvor ablehnte, ernennt Hindenburg Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Nur wenige Wochen später nutzen die Nationalsozialisten die legale Machtübergabe und den bereits in den Jahren zuvor praktizierten Missbrauch der Notverordnungen zur Gleichschaltung und Unterdrückung aller politischen Gegner. Wie Joseph Goebbels einst versprach: "Wir sind legal bis zur letzten Galgensprosse, aber gehenkt wird doch."

Spur der Ahnen | 10.01.2018 | 21:15 Uhr

Spur der Ahnen | 10.01.2018 | 21:15 Uhr

Mehr zum Thema in Die Spur der Ahnen: "Für Goebbels an der Kamera ".

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2017, 14:38 Uhr