Wie Stalin und Hitler den Überfall auf Polen planten

Am 17. September 1939 besetzten sowjetische Soldaten Polen. Bereits zwei Wochen vorher waren die deutschen Truppen einmarschiert. Der Überfall auf Polen: Er ist von Hitler und Stalin geplant worden. Bereits im August 1939 schreibt Hitler Stalin einen Brief. Sein Anliegen: Er wolle einen Nicht-Angriffspakt mit der UdSSR schließen. Doch im Grunde hatte Adolf Hitler etwas ganz anderes im Sinn.

Adolf Hitler und Josef Stalin auf einem Transparent.
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Im August 1939 macht sich der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop auf den Weg nach Moskau. Im Gepäck: Alle Vollmachten Hitler um einen Nicht-Angriffspakt mit der Sowjetunion zu schließen. Zehn Jahre sollte er gelten. Der sogenannte Hitler-Stalin-Pakt ist die Grundlage für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. In der Nacht vom 23. August unterschreiben Molotow und Ribbentrop die Dokumente. Keine zwei Wochen nach der Unterzeichnung, greift Deutschland Polen an. Und kaum einen Monat später marschiert die Rote Armee in Polen ein.

Hitler kam Westmächten zuvor

Der Pakt kam für Europa völlig überraschen. Denn die Sowjetunion und Deutschland waren Erzfeinde und verständigten sich nun plötzlich darauf, sich nicht anzugreifen. Doch nicht nur die Abmachung, keine Waffen gegeneinander zu benutzen, stand in dem Vertrag. Hitler gesteht seinem Erzfeind Ost- und Mittel-Europa zu. Dazu gehörten u.a. Polen, Finnland und das nördliche Rumänien. Damit offerierte Hitler Stalin die baltischen Länder auf dem Serviertablett.

Damit kam Adolf Hitler den Westmächten zuvor. Denn diese wollten ebenfalls mit der Sowjetunion verhandeln. Doch Hitler hatte schon seit langem größere Pläne. Ihm ging es um die Gewinnung des Lebensraum Ost und die Zerschlagung des Bolschewismus. Bei der Verhanldung mit Stalin wurde in einem Geheimen Zusatzprotokoll beschloss: Sollte es jemals Krieg geben, würden sich die UdSSR und Deutschland Polen untereinander aufteilen. Und zwar so, dass es Polen nicht mehr geben würde.

Der Nicht-Angriffspakt war ein Trick

Der Pakt mit Stalin war ein Trick - der Krieg war seitens Hitler schon länger geplant. Er schloss diesen Vertrag nur um zu beruhigen, dass es keinen Zweifrontenkrieg geben wird. Und auch Stalin war glücklich. Er soll, so erzählte der Historiker Victor Suworow in einem MDR-Interview 1998, sogar getanzt haben und gerufen haben: "Ich habe Hitler überlistet."

Kein Krieg mit den Briten

Am 1. September 1939 greift Deutschland Polen an. Der polnische Bündnispartner England, er reagiert nicht. Statt Truppen zur Unterstützung zu schicken, bleibt die dringend benötigte Hilfe aus. Und auch die Sowjetunion hält ihren Teil des Hitler-Stalin-Pakts ein und marschiert am 17. September in Polen ein. Bei Brest treffen sie auf die deutschen Truppen. Die widerrechtliche Annexion Polens war und ist ein Bruch jeglichen internationalen Völkerrechts.

Zwei Jahre später bricht Hitler die Vereinbarung

Doch nicht nur das Völkerrecht bricht Hitler, sondern auch sein Versprechen des Nicht-Angriffspakt gegenüber Stalin. Im Dezember 1940 gibt Hitler die "Führerweisung 21" heraus. Sie ist ein weiterer Teil von Hitlers Plan um die "Erschließung des Lebensraum Ost" und sieht in diesem konkreten Fall den Angriff auf die Sowjetunion vor. Am 21. Juni 1941 bricht Hitler das Abkommen mit Stalin. Statt der zehn Jahre, hat er sich nicht einmal zwei Jahre an den Plan gehalten. 

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV: TV| 18.08. | 22:55 Uhr