Rockmusiker Peter "Cäsar" Gläser

Der Gitarrist und Sänger Peter (Cäsar) Gläser von der legendären Leipziger Klaus-Renft-Combo ist im Jahr 1974 bei einem Konzert.
Peter "Cäsar" Gläser war Gitarrist und Sänger der legendären Klaus Renft Combo und Schöpfer einiger Songs, die im Osten Deutschlands längst "Volkslieder" sind. Geboren wurde der Musiker und Komponist am 7. Januar 1949 in Leipzig. Das Foto zeigt ihn bei einem Auftritt der Klaus Renft Combo 1974. Bildrechte: dpa
Der Gitarrist und Sänger Peter (Cäsar) Gläser von der legendären Leipziger Klaus-Renft-Combo ist im Jahr 1974 bei einem Konzert.
Peter "Cäsar" Gläser war Gitarrist und Sänger der legendären Klaus Renft Combo und Schöpfer einiger Songs, die im Osten Deutschlands längst "Volkslieder" sind. Geboren wurde der Musiker und Komponist am 7. Januar 1949 in Leipzig. Das Foto zeigt ihn bei einem Auftritt der Klaus Renft Combo 1974. Bildrechte: dpa
Renft
1970 begann die Klaus Renft Combo, eigene Songs aufzunehmen. Viele von ihnen wurden Hits: "Wer die Rose ehrt", "Nach der Schlacht", "Ketten werden knapper", "Das Gänselieschen" oder "Die Rockballade vom kleinen Otto". 1975 wollten sich die SED-Kulturbürokraten die rauhen Renft-Songs, in denen stets auch Tabuthemen wie etwa das Grenzregime berührt wurden, nicht mehr bieten lassen. Wegen "Beleidigung der Arbeiterklasse und Diffamierung der Staatsorgane" wurde die Klaus Renft Combo verboten. (Foto: Renft bei einem Auftritt im DDR-Fernsehen.)       Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Band Karussell, 1980
Peter "Cäsar" Gläser gründete ein Jahr später die Rockgruppe "Karussell". Sie galt den Fans als Nachfolger der Renft-Combo. 1983 verließ Gläser die Band, weil sie ihm zu kommerziell geworden war. Noch im selben Jahr rief er "Cäsars Rockband" ins Leben. Als er 1985, nach einem Konzert bei der NVA, ins Gästebuch schrieb, dass man weder Soldaten noch eine Armee bräuchte, wurden der Band Plattenaufnahmen und Konzerte gestrichen. Gläser löste die Band auf und stellte einen Ausreiseantrag. (Im Bild: Peter Gläser, auf dem Plakat in der Mitte, mit Karussell.) Bildrechte: imago/Gueffroy
Peter Gläser
Dem Ausreiseantrag wurde nicht stattgegeben. Gläser gründete die Band "Cäsar und die Spieler". Nach erneuten Querelen mit den Kulturbehörden wurde er im Frühjahr 1989 aus der DDR ausgebürgert. Der einstige Renft-Barde zog nach Westberlin und jobbte als Taxifahrer. 1998 kehrte er nach Leipzig zurück. (Im Bild: Peter Gläser auf dem Leipziger Hauptbahnhof.) Bildrechte: imago/Harald Lange
Der Leipziger Rockmusiker Peter Gläser
Peter "Cäsar" Gläser arbeitete fortan als Musiker und Komponist in seiner Heimatstadt. Bildrechte: dpa
Die Rock-Gruppe "Klaus Renft" bei der MDR-Talkshow "Riverboat" in Dresden, 1998.
Bereits Anfang der 1990er-Jahre war er wieder mit seinen einstigen Renft-Kollegen aufgetreten. 1998, 23 Jahre nach dem Verbot, ging die Combo noch einmal auf Tournee. Deren Motto: "Als wäre nichts gewesen." (Im Bild: Thomas "Monster" Schoppe, Klaus Renft und Peter Gläser 1998 im MDR-"Riverboat".) Bildrechte: dpa
Sänger Cäsar Peter Gläser (li.) und Violinistin Jana Mende
Gläser trat aber auch mit anderen Musikern auf. So reaktivierte er seine alte Band "Cäsar und die Spieler" und gründete unter anderem "Väter und Söhne". (Im Bild: Peter Gläser und die Violinistin Jana Mende.) Bildrechte: imago/suedraumfoto
Peter Gläser
2007 bekannte der Rockmusiker, dass er 22 Jahre lang für die Staatssicherheit gearbeitet habe. Begonnen hatte die Liaison 1967: "Zu diesem Zeitpunkt stand ich auf den Sozialismus und dem, was in der DDR gemacht wurde." Seine Berichte sollen aber niemandem geschadet haben. Renft-Musiker Thomas "Monster" Schoppe: "'Cäsar' hat niemanden angeschissen!" (Im Bild: Peter Gläser bei einem Konzert 2006.) Bildrechte: dpa
Peter Gläser
Am 23. Oktober 2008 starb Peter "Cäsar" Gläser. Er wurde 59 Jahre alt. - Bleiben wird seine Stimme auf den alten Renft-Platten und eine Handvoll seiner Songs: "Der Apfeltraum", "Wer die Rose ehrt", "Zwischen Liebe und Zorn" oder der "Wandersmann": "Abschied heißt doch auch, weitergehn. Tränen hat die Trauer, aber auch das Glück. Komm gut an, Wandersmann..."
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in "DT64 - Rock'n'Roll und FDJ" | 11.5.2014 | 22:05 Uhr.)
Bildrechte: imago/Harald Lange
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