"Überholen ohne einzuholen" - Evergreens der DDR-Sprüche

Ein Plakat mit dem Spruch Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" – in sächsischem Sing-Sang trug Walter Ulbricht diesen Satz am 15. Juni 1961 vor, von Kameras aufgenommen und für die Nachwelt festgehalten. Nur zwei Monate später wurde in Berlin die Mauer errichtet und Ost- und Westteil der Stadt endgültig getrennt. Wissen Sie auch, wem Ulbricht diese Lüge auftischte? Bildrechte: IMAGO
Margot Honecker (re., GDR/SED/Ministerin für Volksbildung) und Kurt Hager (li., GDR/SED/Mitglied im Politbüro des ZK) anlässlich der Pädagogen Konferenz in Erfurt
Der Satz stammt von Kurt Hager, Mitglied des SED-Politbüros und oberster Kulturfunktionär der DDR. Im Bild neben der Ministerin für Volksbildung Margot Honecker. Bildrechte: imago/Stana
Ein Plakat mit dem Spruch Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" – in sächsischem Sing-Sang trug Walter Ulbricht diesen Satz am 15. Juni 1961 vor, von Kameras aufgenommen und für die Nachwelt festgehalten. Nur zwei Monate später wurde in Berlin die Mauer errichtet und Ost- und Westteil der Stadt endgültig getrennt. Wissen Sie auch, wem Ulbricht diese Lüge auftischte? Bildrechte: IMAGO
Ein Trabant überholt eine Autoschlange
"Überholen ohne einzuholen" – dieser Spruch wurde heute vor 48 Jahren das erste Mal öffentlich zitiert. Heute benutzt man das Zitat vor allem, um herzhaft über die Wirtschaftskraft der DDR zu lachen. Wissen Sie, von wem er stammt? Bildrechte: IMAGO
Walter Ulbricht in Berlin am 6.10.1969 zum 20. Jahrestag der DDR
Walter Ulbricht wurde mit dieser Propagandalosung das erste Mal öffentlich am 23.02.1970 zitiert. Sie wurde jedoch schon in den 50er-Jahren im Forschungsrat der DDR geprägt und beschrieb eine neue Forschungsstrategie, die darauf aus war, unter Vermeidung von Nebenwegen schneller ans Ziel zu kommen. Bildrechte: IMAGO
August Bebel auf dem Sozialisten-Kongress in Breslau 1895
Ursprünglich gehörte der Satz zum Repertoire der deutschen Sozialdemokratie. Den ersten bekannten schriftlichen Nachweis dafür liefert ein Gästebucheintrag am Müggelturm in Berlin vom Jahr 1886. Honecker sagte den gleichen Satz noch mal am Vorabend des Republikgeburtstags, am 6. Oktober 1989. Und jetzt können Sie raten, was ihm Gorbatschow, der sich zu diesem Zeitpunkt in der DDR aufhielt, darauf erwiderte. Bildrechte: IMAGO
Erich Honecker (vorn re., GDR/Staats- und Parteichef), Michail Gorbatschow (vorn 2.v.li., URS/Präsident der Sowjetunion) und seine Ehefrau Raissa Gorbatschowa (2.v.re., URS) während der 40-Jahr-Feier in Berlin
Ja natürlich: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Ob er wohl deshalb hier bei den Feierlichkeiten zum Republikgeburtstag 1989 so demonstrativ auf die Uhr starrt? Allerdings hatte Michail Gorbatschow den Satz nicht wortwörtlich so gesagt. Er ist eher eine Interpretation des Übersetzers und der anwesenden Journalisten. Trotz allem ist der damalige Chef der Sowjetunion mit diesem Satz in die Geschichtsbücher eingegangen. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow und Erich Honecker
"Ich hab’n Fläschchen Cognac mit und das schmeckt sehr lecker. Das schlürf‘ ich dann ganz locker mit dem Erich Honecker". Dieser Reim ist nicht von Gorbatschow. Wessen Wunsch war es, mit Genosse Honecker ein Gläschen zu trinken? Bildrechte: IMAGO
Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow (l) wird nach seiner Ankunft zu den Feierlichkeiten zum 40jährigen Staatsjubiläum der DDR am 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin von dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker mit dem traditionellen Bruderkuß willkommen geheißen.
Nach so viel Politik am Ende noch etwas fürs Herz. Wer machte die berühmteste Liebesklärung der DDR-Geschichte? Hat es Paul zu seiner Paula gesagt? Oder ging es um zärtliche Küsse der Bruderliebe? Bildrechte: dpa
Erich Mielke
Es war ausgerechnet einer der gefürchtetsten Männer aus der Riege der DDR-Machthaber. Erich Mielke, Chef des DDR-Geheimdienstes, sagte wenige Tage nach dem Mauerfall am 13. November 1989 vor der DDR-Volkskammer: "Ich liebe doch alle – alle Menschen", später abgekürzt: "Ich liebe euch doch alle". Selbst seine Genossen quittierten diesen Satz mit Gelächter. (Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 15.06.1016 | 19:30 Uhr.) Bildrechte: IMAGO
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