Der Durchmarsch in die Bundesliga

Rangnick in der Doppelrolle

Arjen Robben gegen Emil Forsberg
Trotz einer 4:5-Niederlage gilt das Heimspiel gegen den FC Bayern als eines der spektakulärsten in der kurzen Vereinsgeschichte. Hier setzt sich Arjen Robben gegen Emil Forsberg durch. Bildrechte: IMAGO

Die Zweitliga-Saison 2015/16 verlief für die Leipziger eher durchwachsen und bedeutete das Aus für Trainer Alexander Zorniger. Auf der medial sehr intensiv begleiteten Suche nach einem Nachfolger bekam RB einige schmerzhafte Absagen, unter anderem von Thomas Tuchel. Letztlich streifte sich Sportdirektor Ralf Rangnick selbst den Trainingsanzug über. Er machte sein erstaunlich junges, aber extrem talentiertes Team fit für den Aufstieg ins Oberhaus. Am 8. Mai 2016 konnte dann gefeiert werden.

Die Euphorie-Welle ebbte nicht ab. Ganz im Gegenteil: Unter dem neuen Trainer Ralph Hasenhüttl rockte RB Leipzig in der Saison 2016/17 die 1. Bundesliga und erarbeitete sich mit sehenswertem Tempofußball viel Respekt und Sympathien. Drei Spieltage lang standen die Leipziger sogar vor dem FC Bayern München an der Spitze der Tabelle. Das direkte Duell am vorletzten Spieltag endete 4:5 und war für viele das spektakulärste Spiel der gesamten Saison. Diese endete letztlich mit dem Vizemeister-Titel und damit der Qualifikation für die Champions League.

Nach Zwischentief erfolgreichste Saison

Timo Werner (11, RB Leipzig) und Tobias Strobl (5, Borussia MG)
Torjäger Timo Werner (l.) im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach 2019 Bildrechte: Picture Point

In der darauf folgenden Spielzeit konnte RB nicht ganz an die sagenhaften Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Am Ende erreichte das Team aber einen immerhin respektablen sechsten Tabellenrang. In der Champions League schied man allerdings bereits in der Gruppenphase aus. Mit Beginn der Saison 2018/19 zog sich Sportdirektor Rangnick erneut den Trainingsanzug an und übernahm den Posten des Cheftrainers anstelle des entlassenen Ralph Hasenhüttl. Es sollte erneut eine erfolgreiche Saison für den RB Leipzig werden: Der Verein sicherte sich vorzeitig die Teilnahme an der Champions League und schaffte zudem den Einzug ins DFB-Pokalfinale.

"Angekommen, um zu bleiben"

Ralph Hasenhüttl, Trainer RB Leipzig
Trainer Ralph Hasenhüttl führte RB Leipzig in die Champions League Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der RB Leipzig scheint sich vorerst tatsächlich als eine der stärksten Mannschaften der Bundesliga etabliert zu haben und ein gern gesehener Konkurrent für den FC Bayern zu sein. Die Zahl der RB-Kritiker oder gar -Hasser dürfte sich jedoch kaum verringert haben. Der Verein bleibt für sie ein reines Marketingprodukt, gegen das auch weiterhin massiv demonstriert werden muss. Zustände wie bei der Oberliga-Premiere 2009, als die zuvor massiv angefeindeten RB-Spieler in Jena ungeduscht in den Teambus flüchten mussten, sind in der Bundesliga kaum noch denkbar. Den Hass bekommen fast nur noch die RB-Fans zu spüren. Trauriger Höhepunkt war ein Auswärtsspiel in der Saison 2016/17 bei Borussia Dortmund, als die Leipziger Anhänger vor dem Stadion mit Steinen und Flaschen beworfen und verletzt wurden.

Neue Leipziger Fußballtradition

Ob nächtliche Besuche im Teamhotel, Sitzblockaden oder blutende Fans: Die Fahrt des RB-Zuges wird das kaum aufhalten. Mit den nahezu unbegrenzten finanziellen Möglichkeiten des Klubs, mit der aktuellen Kompetenz in Vereinsführung und im sportlichen Bereich und der rasant gewachsenen Anhängerschar im Rücken kann RB Leipzig auch im europäischen Fußball durchaus für Aufsehen sorgen. Und damit die erfolgreiche Leipziger Fußballtradition des 1. FC Lokomotive Leipzig und der BSG Chemie Leipzig erfolgreich fortsetzen.

Der sportliche Weg von 2009 - 2019
2009/10 Oberliga Nordost Platz 1
2010/11 Regionalliga Nord Platz 4
2011/12 Regionalliga Nord Platz 3
2012/13 Regionalliga Nordost Platz 1
2013/14 3. Liga Platz 2
2014/15 2. Bundesliga Platz 5
2015/16 2. Bundesliga Platz 2
2016/17 Bundesliga Platz 2
2017/18 Bundesliga Platz 6
2018/19 Bundesliga Platz 3

Mehr über den Leipziger Fussball

Logos der Mannschaften BSG Chemie, RasenBallsport Leipzig und 1. FC Lokomotive Leipzig
Bildrechte: Colorbox/BSG Chemie/RasenBallsport Leipzig/1. FC Lokomotive Leipzig
Klaus Lisiewicz (Rotation Leipzig) im Zweikampf mit Manfred Walter (Lok Leipzig), 1962
Bildrechte: Klaus Lisiewicz

Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in: MDR Aktuell | 14.05.2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2019, 15:51 Uhr

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