Ein Blick in die Zeit Einkaufen bei Konsum und HO

Versorgungsschwierigkeiten begleiteten die Menschen in der DDR 40 Jahre lang. Dies prägte ihr Alltagsleben. Erfahren Sie hier mehr darüber.

Einkaufen im Obst- und Gemüseladen in der Boxhagener Straße in Berlin-Friedrichshain.
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Seit der Überwindung der Nachkriegszeit musste niemand mehr hungern, in der Befriedigung weitergehender Bedürfnisse konnte die DDR jedoch mit der Bundesrepublik nicht Schritt halten. Die 1945 neu gegründete Konsumgenossenschaft Konsum und die 1948 gegründete staatliche Handelsorganisation HO machten ca. 77 Prozent des gesamten Einzelhandels- und Gaststättenumsatzes aus. So wurde der private Sektor immer weiter zurückgedrängt.

In den 1950er-Jahren wurde das Warenangebot in den HO- und Konsum-Geschäften breiter und vielfältiger. Die Preise für Bekleidung, Fahrräder, Radios fielen. Die Auswahl war überschaubar. 1958 wurde die Rationierung der Lebensmittel beendet. 

In den 1960er-Jahren verschlechterte sich die Versorgungslage in der DDR aber selbst bei Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Butter und Milch. Mit dem Machtwechsel an der SED-Spitze verbesserte sich in den 1970er-Jahren die Situation für einige Zeit. Während die Grundnahrungsmittel weiter staatlich subventioniert wurden, erhielten die Menschen jetzt die Möglichkeit, in den neu eingerichteten Delikat-Läden Delikatessen und in den Exquisit-Läden modische Bekleidung zu überteuerten Preisen zu kaufen.

Bei hochwertigen Konsumgütern wie Fernsehern, Kühlschränken oder gar Autos musste man extrem lange Wartezeiten und hohe Preise in Kauf nehmen. Mitglieder der höheren Funktionärsebene bzw. Nomenklatura hatten hierbei allerdings Vorrechte bzw. kaum Probleme.

Dringend benötigte Devisen schöpfte der SED-Staat über die Einrichtung der Intershops ab. Dies hatte eine zweite "heimliche" Währung in der DDR zur Folge, die Westmark. Als Folge der Mangelwirtschaft versuchten die Menschen in der DDR aber auch, dringend Benötigtes selbst zu bauen, zu basteln, zu erfinden oder zu tauschen.