Blick auf eine Kleingartenanlage am Rande von Ost-Berlin.
Bildrechte: dpa

Ein Blick in die Zeit Historischer Kontext

In der DDR dienten Kleingärten als private Nische und Versorgungsquelle. Die Laube oder Datsche wurde oft zum Lebensmittelpunkt. Erfahren Sie hier mehr über deren Entstehung.

Blick auf eine Kleingartenanlage am Rande von Ost-Berlin.
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In den 1950er-Jahren versuchte die SED, eine neue Kleingartenkultur zu schaffen. Gemeinschaftsgärten und Grünanlagen in den neuen sozialistischen Großstädten wie Stalinstadt (seit 1961Eisenhüttenstadt) sollten dem Individualismus der Kleingärtner als eine Art Kollektivierung entgegenwirken. Versuche des Staates, die Kleingärtner politisch in einer zu gründenden Massenorganisation zu formieren, waren zunächst schwierig. 1959 entstand allerdings der zentrale "Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter" (VKSK).  

Teilnahme bei der letzten Kommunalwahl der DDR

In den 1960er- und 70er-Jahren wurde die Kleingartenbewegung auf Beschluss des IX. Parteitages zunehmend durch die SED gefördert. Damit wurde die Bedeutung der Kleingärtner für die Versorgung der Republik anerkannt. Bei den letzten - natürlich zentral gelenkten und auch gefälschten - Kommunalwahlen in der DDR im Mai 1989 war der VKSK mit eigenen Kandidaten vertreten. Damit fand die Freizeitarbeit der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter, die über den eigenen Bedarf hinaus Obst, Gemüse, Honig, Eier, Kaninchen und Geflügel erzeugten, große Anerkennung durch die Bevölkerung, was letztendlich auch die SED akzeptieren musste.

1,6 Millionen Bungalows gebaut

Datschenbesitzer steckten viel Zeit und Geduld in ihre Miniatureigenheime im Grünen. Gebaut wurde, wo man Grund und Boden zur Pacht erhielt. Bis 1989 waren etwa 1,6 Millionen selbstgebaute Bungalows auf Pachtland entstanden, wo man nicht nur am Wochenende wohnte. Doch 1989 kamen mit dem Einigungsvertrag neue Regelungen und böse Überraschungen in Sachen Grundbesitz.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 09:06 Uhr