Einführung ins Thema Wo der Osten Urlaub machte

Der DDR-Bürger verreiste im Schnitt etwa ein bis zwei Mal im Jahr – meistens im eigenen Land oder ins sozialistische Ausland. Seit dem Bau der Mauer 1961 blieb der Urlaub im westlichen Ausland eine Wunschvorstellung. Preiswerte Ferienplätze standen in FDGB- oder Betriebsferienheimen zur Verfügung.

Historische Aufnahme Wintersportort Oberhof von 1976
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Wer in den Urlaub fahren durfte und wer nicht, entschieden nach Antrag die Ferienkommissionen der Betriebe. Diejenigen, die sich gesellschaftlich für Staat und Partei engagierten, wurden vorrangig mit einem "Ferienscheck" bedacht. Der gewerkschaftlich organisierte Familienurlaub wurde als sozialistische Errungenschaft gefeiert. Allerdings reichten die Plätze nie aus.

Privaturlaub war selten, die Zeltplätze überfüllt

Ein Ehepaar sitzt nackt lesend auf dem FKK-Zeltplatz Prerow auf dem Darß, Rücken an Rücken, unter einem Sonnenschirm.
Urlaubsplätze an der Ostsee waren heiß begehrt. Bildrechte: dpa

Die Möglichkeiten, privat Urlaub zu machen, waren in der DDR sehr begrenzt. Hotels im heutigen Sinne gab es nur in den Städten, zusätzliche Hotels des Reisebüros der DDR waren eine Seltenheit. In begehrten Urlaubsgebieten, z.B. an der Ostsee, fand man über eine  Anzeige in der "Wochenpost" oder über Freunde und Verwandte eventuell ein Privatquartier. Urlaub ganz privat konnte aber auch ein Sommer im Kleingarten oder auf der Datsche sein.

Wer in der freien Natur Urlaub machen wollte, konnte sich für einen Zeltplatz anmelden und erhielt, wenn er Glück hatte, einen "Zeltschein". Während der Sommerferien im Juli und August waren die Campingplätze jedoch völlig überlaufen. Doch das Anstehen nach Broiler, Bier oder frischen Brötchen im zeltplatzeigenen Konsum schreckte viele Camper nicht ab, ebenso nicht die bescheidenen sanitären Anlagen.

Teurer Urlaub am Schwarzen Meer

Felsklippe mit Schloss bei Jalta auf der Halbinsel Krim
Um sich auf der Krim zu erholen, brauchte man viel Geld. Bildrechte: dpa

Die "Riviera" der DDR-Urlauber lag am Schwarzen Meer. Um sich auf der Krim, in Bulgarien, Rumänien oder in Ungarn zu erholen, brauchte man viel Geld, Geduld beim Anstehen vor dem Reisebüro und ein Visum. Besonders verdiente FDGB- und SED-Mitglieder kamen sogar in den Genuss einer Kreuzfahrt auf den Schiffen "Fritz Heckert" oder "Völkerfreundschaft".

Schulkinder verbrachten ihre großen Ferien in Ferienlagern der Betriebe, der FDJ, der Pionierorganisation oder in den von Schulen organisierten Ferienspielen. Jugendliche konnten ihren Urlaub gemeinschaftlich und relativ preiswert über das Jugendreisebüro der DDR "Jugendtourist" im Inland oder sozialistischen Ausland verleben.