Die Hoffnungen der Generation Wende Eine Generation im Systemwechsel

Seit der ersten Datenerhebung im Jahr 1987 fragen die Forscher immer wieder nach den Vorstellungen der Studienteilnehmer von der eigenen Zukunft. Wie zuversichtlich ist die Generation Wende hinsichtlich Beruf, Familie und Gesellschaft?

Der Systemwechsel bringt Ungewissheit für die Generation Wende. 1990 zeigen die Datenerhebungen den ersten Tiefpunkt in Sachen Zukunftszuversicht. Bereits 1994 sind mehr als 80 Prozent der Studienteilnehmer wieder sehr zuversichtlich hinsichtlich ihrer persönlichen Zukunft. Die Forscher unterstellen ihnen eine Art Zweckoptimismus, denn nur die eigene Entwicklung wird positiv bewertet. Für die Entwicklung Ostdeutschlands sehen die meisten schwarz. Zwischen 1987 und 2004 stürzt der Glaube an eine positive Entwicklung der Heimatregion rapide ab. Von 89,3 Prozent auf 12,3 Prozent. Der immer deutlichere Mangel an sozialer Sicherheit führt des Weiteren zu einer negativen Bewertung der Zukunftsaussichten der Elterngeneration sowie der eigenen Kinder.

Dabei zeigt die Sächsische Längsschnittstudie eindrücklich, wie sehr die Erfahrung von Mehrfach- oder Langzeitarbeitslosigkeit die Zuversicht hinsichtlich der eigenen Zukunft und darüber hinaus das gesamte persönliche Wertesystem beeinflusst. Von den Teilnehmern, die bisher überhaupt nicht arbeitslos waren, sind 80 Prozent zuversichtlich. Von denjenen dagegen, die bereits zwei Jahren oder noch länger arbeitslos waren, trifft das nur auf 55 Prozent zu. Da Frauen wesentlich häufiger arbeitslos sind als Männer, schauen Frauen häufiger pessimistisch in die Zukunft. Und die Studie zeigt auch: Diejenigen, die im Westen leben und arbeiten sind zuversichtlicher, als diejenigen, die im Osten geblieben sind.

Die Protagonisten zum Thema "Zukunftszuversicht":