Kurz und knapp Sozialistische Vorbilder

"'Der sozialistische Held' ist ein gewöhnlicher Mensch. Wir haben es mit einem menschlichen Helden zu tun. Derjenige, der täglich für den Sozialismus arbeitet, die komplizierten geistigen Kämpfe der Zeit besteht und sich strebend müht, ein wahrer Mensch zu sein, verdient den Namen 'Sozialistischer Held'". So jedenfalls führte das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" einmal aus.

Schon in der Schule spielten Helden als Vorbilder eine große Rolle: Helden der Arbeit wie Adolph Hennecke, Helden des Widerstands wie Ernst Thälmann, Sporthelden wie Gustav-Adolf "Täve" Schur oder den Kosmonauten Juri Gagarin kannte jedes Kind. Sie waren strahlende Vorbilder. Ganz im Gegensatz zur Definition haftete ihnen allerdings kaum Menschliches an: Konflikte, negative Seiten wurden völlig ausgeblendet.

Ende der 1960er-Jahre erreichten bei einer Umfrage des Zentralinstituts für Jugendforschung in Leipzig "Täve" Schur und Juri Gagarin die höchste Popularität. Fidel Castro und Walter Ulbricht wurden gerade noch so erwähnt. Später kamen die wahren Helden der Kinder jedoch immer mehr aus dem Westen – die Poster in den Kinderzimmern stammten aus westlichen Zeitschriften wie etwa der "Bravo".