Käthe Niederkirchner
Bildrechte: MDR/RBB/Hoferichter & Jacobs

Kinderärztin und Politikerin Käte Niederkirchner

"Die Frauen haben gearbeitet und die Männer dirigiert."

Käthe Niederkirchner
Bildrechte: MDR/RBB/Hoferichter & Jacobs

Käte Niederkirchner, Jahrgang 1944, Mutter einer Tochter, arbeitet als Kinderärztin in Berlin. Sie ist die Nichte der kommunistischen Widerstandskämpferin Käthe "Katja" Niederkirchner, die 1944 von den Nazis hingerichtet wurde. Käte Niederkirchner macht in Berlin Abitur und studiert ab 1963 an der Humboldt-Universität Medizin. Nach dem Studium arbeitet sie als Ärztin an der Charité und leitet schließlich eine Abteilung für Kinderheilkunde in einer Poliklinik. 1965 wird Käte Niederkirchner Mitglied der SED, drei Jahre später ist sie die damals jüngste Abgeordnete der Volkskammer. Im Ausschuss für Gesundheitswesen erlebt sie, wie sehr bei aller Gleichberechtigung auch in der DDR die Männer das Sagen haben. Sie hat Streit mit dem Minister, der ihre Meinung nicht schätzt. 1972 stimmt Käte Niederkirchner in der Volkskammer für das Gesetz über die Schwangerschaftsunterbrechung. Als Ärztin ist sie eigentlich gegen Abtreibungen – sie erlebt am eigenen Leibe, welche gesundheitlichen Konsequenzen so ein Eingriff haben kann. Doch als Frau findet sie: Frauen sollen selbst entscheiden können, ob sie ein Kind zur Welt bringen oder nicht.

Zur Wende gehört Käte Niederkirchner, nun PDS, als Vizepräsidentin der letzten DDR-Volkskammer an und bereitet den Einigungsvertrag mit vor. Aber dann verabschiedet sie sich aus der Politik und widmet sich stattdessen ganz der Laufbahn als Kinderärztin.


Über dieses Thema berichtet der MDR im TV: "Ostfrauen - Wege zum Glück" | 08.03.2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2019, 09:25 Uhr