Ostfrauen Wege zum Glück (1/3)

Ostdeutsche Frauen sind kein Mythos. Sie bestehen auf ihr Glück. Und sie haben die Bundesrepublik in den letzten 30 Jahren mehr verändert als es ihnen selbst bewusst ist. Wie sehr, davon werden ihre Töchter und Enkeltöchter erzählen. Auch wenn Ost oder West dann nur noch Himmelsrichtungen sind.

Solveig Leo 45 min
Solveig Leo Bildrechte: mdr/rbb/Hoferichter&Jacobs, honorarfrei

Doku-Dreiteiler von Antje Schneider und Lutz Pehnert

MDR Dok Fr 08.03.2019 20:15Uhr 44:42 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Während sich in der Bundesrepublik viele Frauen allein den Herausforderungen von Hausarbeit und Kinderbetreuung gegenübersahen, rieben sich die meisten DDR-Frauen zwischen der Rolle als Arbeiterin, Mutter und der Verantwortlichkeit für den Haushalt auf.

Eine wirkliche Alternative zu diesem Lebensmodell bot die DDR jedoch kaum, auch wenn es für Mütter ein Entgegenkommen in Form von Kinderwunschpille, Babyjahr, Krippen und Kindergarten gab. Im Wendeherbst 1989 wollten das Verbände wie der Unabhängige Frauenverband (UFV) für die Frauen im Osten noch ändern. Aber dann fiel die Mauer, und ein neues Wertesystem bestimmte fortan den Alltag der Menschen – und mit diesem neuen System wurden die Unterschiede deutlich und sie sind es bis heute.

Wege zum Glück

"Ostfrauen – Wege zum Glück" ist der erste Teil einer dreiteiligen Dokumentation. Darin berichten Frauen verschiedener Generationen von ihren Erfahrungen in der Familie, in der Arbeitswelt und in der Politik. Mit einem sehr gegenwärtigen Blick hinterfragen die Filme Prägungen aus DDR Zeiten.

Wäscheplatz in Halle-Neustadt.
Wäscheplatz in Halle-Neustadt. Bildrechte: imago/Werner Schulze

Wenn es um ein erfülltes Leben geht, ist es vielen ost-sozialisierten Frauen bis heute wichtig, berufstätig und finanziell unabhängig sein und dennoch eine Familie zu gründen. Und die Frauen im Osten sehen keinen Widerspruch darin, Kinder zu haben und Arbeiten zu gehen, daher befürworten sie auch in höherem Maß eine Fremdbetreuung der Kinder bis hin zu Ganztagsbetreuung.

Das spiegelt sich auch in den bevorzugten Familienkonzepten wieder. Während Westfrauen die Ehe als die größte Sicherheit für die eigene Zukunft sehen, neigen ostdeutsche Frauen bis heute eher zum partnerschaftlichen Zusammenleben ohne Trauschein, auch wenn es um die Elternschaft geht.

Die Protagonistinnen

Über ihre "Wege zum Glück" berichten unter anderem Simone Brackrog, viel fotografiertes DDR-Model und heute Eventmanagerin; Noreen Klose-Hänsch, Mutter einer Großfamilie in Wittenberg und stellvertretende Museumsleiterin sowie Regine Sylvester, Journalistin und Autorin, die in ihren Texten immer wieder einen Blick wirft auf die Unterschiede, die 40 Jahre getrenntes Deutschland im Leben der Frauen hinterlassen haben.

"Ostfrauen": Ein Projekt des Rundfunk Berlin-Brandenburg und des Mitteldeutschen Rundfunks.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im Fernsehen: Ostfrauen - Wege zum Glück | 08.03.2019 | 20:15 Uhr
Ostfrauen - Wege zur Macht | 08.03.2019 | 21:00 Uhr
Ostfrauen - weg vom Herd | 12.03.2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2019, 12:25 Uhr