Ingo Hasselbach Vom Neonazi-Kader zum Aussteiger

Der harte Kern ostdeutscher Neonazi-Gruppen wie der "Nationalen Alternative" kennt sich bereits seit den 1980er-Jahren. Ingo Hasselbach steht zwischen 1985 und 1989 fünf Mal vor dem Richter. Seine Karriere ist typisch für die jungen DDR-Oppositionellen von rechts. Verfahren laufen wegen Rowdytum, Beleidigung und sogenannter "Staatsfeindlicher Hetze". Sein öffentlicher Ausruf "die Mauer muss weg" beschert ihm 1987 einen neunmonatigen DDR-Gefängnisaufenthalt. Gemeinsam mit vielen späteren Parteigängern der "Nationalen Alternative" ist Hasselbach in der "Lichtenberger Front" zusammengeschlossen.

In der rechtsextremistischen Szene Ostberlins wird er Anfang der 90er-Jahre zu einer der treibenden Kräfte und bringt es am 16.09.1990 auf dem zweiten Parteitag der "Nationalen Szene" zum ersten Vorsitzenden. 1993 beschließt er seinen Rückzug aus der rechtsextremen Szene mit Hilfe der Neonazi-Aussteiger Organisation "Exit". Als Grund für seinen Ausstieg nennt er die heimtückischen Morde auf türkische Asylbewerber durch Neonazis in Mölln im November 1992.

Archivbild der Kinder der Familie Arslan bei einer Familienfeier 1992. Durch den Neonazi- Anschlag in Mölln starben Yeliz Arslan (10 Jahre alt) und Ayse Yilmaz (14 Jahre alt) sowie ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan (nicht im Bild).
Kinder der Familie Arslan bei einer Familienfeier 1992. Durch den Neonazi-Anschlag in Mölln starben Yeliz Arslan (10 Jahre alt) und Ayse Yilmaz (14 Jahre alt) sowie ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan (nicht im Bild). Bildrechte: dpa