Ziel: "National befreite Zonen" Rechtsextremer Terror

Neonazis haben sich in Gräfenberg zum Gedenken an den Todestag von Rudolf Heß eingefunden.
Neonazis in Gräfenberg gedenken Rudolf Heß. Die T-Shirt-Rückseite zitiert einen Liedtitel der inzwischen verbotenen Band "Deutsch-Stolz-Treue" Bildrechte: dpa

Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten kommt es zu einer rasanten Steigerung rechtsextremistischer Gewalttaten. Opfer brutaler Übergriffe sind behinderte Menschen, die für "lebensunwert" gehalten werden, sogenannte "Arbeitsscheue", "Fremdrassige" und politische Gegner. Fast scheint es, als hätte die Ideologie der Nationalsozialisten 40 Jahre lang in der DDR überwintert, um nach 1989 von neuen Nazis wiedererweckt zu werden. Die neuen Freiheiten bieten den Neonazis scheinbar die Chance, eine neue faschistische Dikatatur herbei zu morden. Vom Jahr der Deutschen Einheit 1990 bis zum Jahr 1991 steigt die Zahl rechtsextremer Gewalttaten von 103 auf 1492. Darunter drei Tötungsdelikte, 383 Brand- und Sprengstoffanschläge sowie 449 Körperverletzungen mit rechtsextremistischem Hintergrund bereits ein Jahr nach der Wiedervereinigung. Im Schnitt wird 1991 rund jede dritte Tat im Osten verübt.

In allen neuen Bundesländern morden, prügeln und brandschatzen Rechtsextremisten. Mit allen Mitteln versuchen Rechtsextreme ihr Land nach ihren Vorstellungen "völkisch homogen" zu gestalten. Das Ziel der Neonazis besteht unter anderem darin, sogenannte "national befreite Zonen" zu schaffen sowie durch Gewalt Ängste bei ihren "Feinden" zu schüren.