Propagandamaterial der rechtsextremistischen Skinhead- Organisation "Blood & Honour" (Blut und Ehre)
Bildrechte: dpa

"Blood and Honour" Rechtsextreme Skinheads organisieren sich

Propagandamaterial der rechtsextremistischen Skinhead- Organisation "Blood & Honour" (Blut und Ehre)
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Die 1977 gegründete britische Band "Skrewdriver" arbeitet zunächst mit der nationalrevolutionären 'British National Front' (NF) zusammen. Bis 1985 gehört "Skrewdriver" dem "White Noise Club" der NF an, einer Zentrale für rassistische Skin-Musikgruppen, die ihren Einfluss auf die noch wenig politisierte Skinhead-Szene zu vergrößern trachten. Die NF leistet finanzielle Unterstützung. 1985 bricht Ian Stuart infolge interner Auseinandersetzungen mit der NF und verlässt den "White Noise Club".

Andere rassistische und neonazistische Bands wie "No Remorse" und "Brutal Attack" ziehen nach. Stuart gründet die Vereinigung "Blood & Honour" (Blut und Ehre), die Skin-Gruppen eine ideologische Plattform bietet. Gemeinsamer Nenner ist die Idee von der Überlegenheit der "weißen Rasse" (vgl. Verfassungsschutzbericht des Landes Bayern, 30.10.1991). Die Bewegung publiziert ebenfalls ein Zine mit dem Namen 'Blood & Honour'. 1993 stirbt der "Blood and Honour"-Gründer bei einem Verkehrsunfall.

Seine Organisation hat bis Ende der 90er-Jahre eines der größten internationalen Vertriebssysteme für rechtsextremistische Musik aufgebaut. Darunter befinden sich Vertriebe wie "Nordeffekter" (Norwegen), "NS88" (Dänemark), "M.S.R." Production (USA), "Miolnir Diffusion" (Schweiz), "R.I.D." (England) oder "Wolfpack Services" (USA).

Die Blood and Honour-Bewegung muss als neonazistische Kader-Organisation bewertet werden. Mit Musik sollen Jugendliche weltweit für die rassistischen Ziele geworben werden. In Deutschland ist die Gruppe seit 1995 aktiv, die sich jedoch außerhalb der Szene sehr unauffällig bewegt. Markant ist nach der Einschätzung der Verfassungsschutzbehörden ein hohes Maß an Konspiration. So agieren die Sektionen abgeschottet. Öffentliche Veranstaltungen und Aktionen, Werbung oder jedermann zugängliche Kontakte existieren nach Einschätzung des Verfassungsschutzes nicht. Auch der Zugang sei nur über engste Bekanntschaften möglich. Dazu ist die Mitgliedschaft von einer halb- bis einjährigen Aufnahmezeit sowie vom einstimmigen Beschluss der jeweiligen Sektionsmitglieder abhängig. Wer aufgenommen ist, hat dafür sein Leben der rassistischen Kadergruppe verschrieben. Das Motto: "Einmal Blood & Honour - immer Blood & Honour."

Literaturtipp zur Vertiefung:


  • Landesamt für Verfassungsschutz Berlin: Durch­blicke – Skinheads, Nr. 9, o.J., S 18

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2016, 09:31 Uhr