Truppenübungsplatz "Döberitzer Heide"

1894 vom deutschen Kaiser Wilhelm II. eingerichtet, wurde der Truppenübungsplatz vor den Toren Berlins 100 Jahre intensiv für militärische Übungen genutzt. Zurück blieb eine Brache voller Minen und Granaten.

Verlassene, verfallene Kaserne hinter Gestrüpp
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eingerichtet wurde dieser Truppenübungsplatz 1894 von Kaiser Wilhelm II. Ab 1927 übernahmen die Nationalsozialisten  unter der Leitung Görings das Gelände mit dem Ziel, eine neue Luftstreitmacht zu etablieren. Später wurden in Döberitz neben Kampfpiloten vor allem auch Infanteristen, Artilleristen und Flak-Soldaten ausgebildet. Es entstand eine große Zahl von Schießständen, Bunkern, Gräben und Unterständen auf dem Übungsgelände, Kasernenkomplexe für mehrere tausend Soldaten in dessen Umgebung.

Eine sowjetische Enklave in Brandenburg

Heidelandschaft
Der Truppenübungsplatz Ende der 1980er Jahre. Bildrechte: MDR

1945 gelangte das von den Kämpfen verschonte, mittlerweile auf ca. 5.500 Hektar gewachsene Gelände, kampflos in die Hände der Sowjetarmee. Im Laufe der Jahre wurden mehr als 20.000 Soldaten und Offiziere (teilweise mit ihren Familien) in der Döberitzer Heide stationiert. Um sie herum entstand eine eigene sowjetische Welt mit Schulen, Kindergärten, Werkstätten, Kaufhäusern, sozialen, kulturellen und sportlichen Einrichtungen, einem eigenem Krankenhaus, eigener Polizei und sogar einem eigenen Rundfunksender. Der Truppenübungsplatz wurde bis 1992 ausgiebig vom sowjetischen Militär genutzt. Er diente vor allem der Schulung von Infanterie-, Artillerie-, Flug-, Raketen- und Aufklärungsbataillonen.

Ein explosives Erbe

Nach ihrem Abzug blieb eine riesige Brache zurück, gezeichnet vom intensiven Beschuss und den Panzerketten, kontaminiert durch chemische Stoffe, Maschinen-, Waffen- und Munitionsreste. Allein bei der Beräumung eines kleinen Bereiches im Süden des Übungsplatzes (ca. 10 Prozent des gesamten Areals) für die Bundeswehr wurden zwischen 1999 und 2003 insgesamt 86.922 Stück alter Munition gefunden: von einfachen Gewehrkugeln über Raketenteile bis zu Giftgaskanistern aus dem 2. Weltkrieg. Die Beräumung der Wanderwege durch die heutige Naturlandschaft Döberitzer Heide förderte bisher 8,6 Tonnen Munitionsschrott zutage, darunter 1.435 Granaten, 250 Minen und 7.140 Raketen.

Eine Aufgabe für Generationen: Im Munitionszerlegungsbetrieb Kummersdorf

Im Naturpark "Döberitzer Heide" wie im gesamten Land Brandenburg findet sich auch heute noch jede Menge Munition. Die wird u.a. im Munitionszerlegungsbetrieb Kummersdorf/Gut gelagert, zerlegt und gesprengt.

Munitionszerlegung
Die Hinweise auf dem Schild sollte man unbedingt befolgen! Eingang zum Munitionszerlegungsbetrieb Kummersdorf/Gut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Munitionszerlegung
Die Hinweise auf dem Schild sollte man unbedingt befolgen! Eingang zum Munitionszerlegungsbetrieb Kummersdorf/Gut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Munitionszerlegung
Zuständig für das Auffinden und Räumen von Bomben, Grananten und Munition ist hier in Brandenburg der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei. Er liefert seine "Beute" dann in Kummersdorf ab. Wie man sieht, sind die Container gut gefüllt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Granatenschrott. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Munitionszerlegung
Für manches, wie diese Raketenteile, sind die Container zu klein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Auch dafür taugt der Schrott: Kunst auf dem Freigelände des Munitionszerlegungsbetriebes. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Klaus Schulze vom Betrieb zeigt uns, dass es in den Hallen noch viel mehr zu sehen gibt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Auch hier Körbe und Container. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Zum Beispiel mit teilweise geschmolzenen Feuerwaffen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Auch wenn das, was in der Kiste liegt, ein wenig aussieht wie Kartoffeln. Es handelt sich doch um Handgranaten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Sehen auch verrostet noch ziemlich gefährlich aus: Sprengköpfe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Gibt es in Hülle und Fülle: Patronen alle Kaliber. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Nicht an allen Geschossen hat der Zahn der Zeit schon so genagt, dass sie rostbraun sind. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Solche Bomben werden auf dem Sprengplatz des Betriebes in die Luft gejagt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Das hinterlässt sichtbare Spuren ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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