Doch eine wahre Geschichte: Sowjetunion wollte eine Atombombe am Mond testen

ein Zeitungsausschnitt
"Sie wollen den Mond bombardieren": die Überschrift der Pittsburgh Post-Gazette vom 1. November 1957 klingt fast wie ein schlechter Witz... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
ein Zeitungsausschnitt
"Sie wollen den Mond bombardieren": die Überschrift der Pittsburgh Post-Gazette vom 1. November 1957 klingt fast wie ein schlechter Witz... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Nikita Chruschtschow
Doch heute - 60 Jahre später - ist klar: Die nuklearen Mond-Pläne der sowjetischen Führung um Nikita Chruschtschow waren kein bloßes Gerücht, sondern tollkühne Realität. Das zeigen erstmals Recherchen des MDR-Magazins ZEITREISE (Dienstag, 10.10.2017 | 21:15 Uhr). Bildrechte: IMAGO
historische Aufnahme
Die spektakuläre Entdeckung: Ein geheimer Befehl vom 6. September 1958, der belegt, dass die Sowjetunion eine Atombombe auf dem Mond zünden wollte. Entschieden wurde das auf höchster Regierungsebene. Bildrechte: MDR
sowjetischer Raketenbauer Sergej Koroljow mit Juri Gagarin
Um die Atombombe auf den Mond zu schießen, sollte eine Sputnik-Rakete nachgerüstet werden. Verantwortlich dafür war Chefkonstrukteur Sergei Koroljow. Er ist rechts im Bild zu sehen, neben dem sowjetischen Kosmonauten und ersten Menschen im Weltraum, Juri Gagarin. Bildrechte: IMAGO
eine Animation
Der Zeitplan für die Atom-Show war allerdings ziemlich ambitioniert. Immerhin sollte die sogenannte E3-Operation mit der Zündung auf dem Mond bis August 1959 abgeschlossen sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Einer der Erfinder der sowjetischen Atombombe, der Physiker Juli Chariton (undatiertes Archivbild), ist am Donnerstag (19.12.96) im Alter von 92 Jahren gestorben.
Er war damit beauftragt, die geeigneten Atomsprengköpfe für die nukleare Mondmission zu konstruieren: Juli Chariton, einer der führenden Atomphysiker des Landes. Bildrechte: dpa
Der abnehmende Mond, der zu etwa 96 Prozent sichtbar ist.
Mit einer Sprengkraft ähnlich der Hiroshima-Bombe hätte eine mögliche Explosion auf dem Mond, laut des Militärhistorikers Alexander Jazakow, eine seismische Welle verursacht, sowie einen Auswurf von Mondgestein über mehrere Kilometer. Doch zum atomaren Showdown kam es nicht - wohl nicht zuletzt wegen technischer Schwierigkeiten und den Risiken eines solchen Projektes. Bildrechte: dpa
Blick in eine Archiv
Über die genauen Gründe lässt sich jedoch nur spekulieren. Denn in dem Dokument aus dem Russischen Staatsarchiv für Wirtschaft in Moskau steht darüber nichts. Es bleibt also spannend, im Rätsel um die Hintergründe der lunaren Atompläne Ender der 1950er-Jahre. (Über dieses Thema berichtet MDR ZEITREISE am 10.10.2017 | 21:15 Uhr) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (8) Bilder anzeigen