Geheimste Sporthalle der DDR Höhentraining im Bunker

Luftbild von einem Geläde an einem Fluß.
Der Olympiastützpunkt Kienbaum, 40 Kilometer östlich von Berlin gelegen, wurde 1955 als Leistungssportschule des DTSB eingeweiht. Er birgt eines der bestgehütetsten Geheimnisse des DDR-Sports. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Luftbild von einem Geläde an einem Fluß.
Der Olympiastützpunkt Kienbaum, 40 Kilometer östlich von Berlin gelegen, wurde 1955 als Leistungssportschule des DTSB eingeweiht. Er birgt eines der bestgehütetsten Geheimnisse des DDR-Sports. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
In einem kleinen Wäldchen auf dem Gelände des Olympiastützpunktes ist unter einem Erdwall ein Bunker versteckt, in dem sich eine ehedem hochgeheime Sporthalle befindet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Eine Anlage für Höhentraining, kurioserweise ein paar Meter unter der Erde. Es handelt sich um eine Unterdruckkammer, in der sich die DDR-Sportler auf Wettkämpfe in hoch gelegenen Regionen vorbereiten konnten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Die Unterdruck-Sporthalle war tatsächlich eine Pionierleistung der DDR-Ingenieure und deshalb streng geheim. Als sie 1979 in Betrieb genommen wurde, gab es weltweit nichts Vergleichbares. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Druckschleuse
Hinter dieser Stahltür im unterirdischen Bunker begann das Hochgebirge der DDR, in dem die Sportler sich fühlten, als wären sie auf 4.000 Meter Höhe. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
SW-Fotos von Sportlern der DDR.
Sportliche Erfolge waren für die DDR enorm wichtig, galt der Sport doch als eine andere Form des Klassenkampfes. Andererseits fehlten dem kleinen sozialistischen Staat Devisen, um seine Sportler ständig in Trainingslager im Hochgebirge zu schicken. (Im Bild: Fotos im Pausenraum der Unterdruckkammer.) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
SW-Fotos von SED Polizikern
Als das Politbüro 1976 beschloss, Leistungsreserven im Spitzensport zu erschließen, mussten sich die Sportfunktionäre etwas einfallen lassen. (Im Bild: Fotos im Pausenraum der Unterdruckkammer.) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Durch die simulierte Höhenluft wird die Bildung roter Blutkörperchen angeregt. Und das wirkt sich leistungssteigernd aus. Und legal ist es obendrein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Fast alle Spitzenathleten der DDR trainierten zwischen 1979 und 1990 in der Unterdruckkammer von Kienbaum. Sie mussten unterschreiben, dass sie niemandem von der geheimen Trainingsanlage erzählen. Die Fotos vom Traing der Athleten entstanden übrigens erst 1990, kurz vor dem Ende der DDR. Vorher war das Fotografieren der Anlage streng verboten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Das Training war hart: Stundenlange Übungseinheiten bei ungewohntem Sauerstoffmangel. Hinzu kam noch grelles Neonlicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Frank Peter Roetsch, 1983
Der Biathlet Frank-Peter Roetsch, Doppelolympiasieger in Calgary 1988, erinnert sich so: "Wir hatten anfangs die Geschwindigkeit der Geräte zu hoch eingestellt, bekamen zu wenig Luft. Es wurde uns schwindlig, manchmal sind wir auch einfach umgefallen." (Im Bild: Frank Peter Roetsch, 1983) Bildrechte: IMAGO
KIENBAUM
Trainer und Ärzte kontrollierten ständig Herzfrequenz, Blutdruck und Blutwerte der Sportler in der Unterdruckkammer. Dadurch gewannen die Trainingswissenschaftler der DDR wichtige Erkenntnisse über das Höhentraining. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Schleuse
Die Athleten waren mitunter stundenlang in der Unterdruckkammer eingeschlossen. Die Mahlzeiten wurden ihnen durch eine kleine Schleuse hineingereicht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Jeder Winkel des Raumes war kameraüberwacht - beinahe jede Bewegung der Sportler wurde aufgezeichnet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Vom Kontrollraum aus wurden die Kameras gesteuert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KIENBAUM
Im Videoraum analysierten Sportler und Trainer die Trainingseinheiten. Ob die Unterdruckkammer tatsächlich etwas gebracht hat? Biathlet Frank-Peter Roetsch: "Eines hat's auf jeden Fall gebracht: Die Härte gegen sich selbst. Die Wettkampfhärte, die hat's auf jeden Fall gebracht. Ob der Höheneffekt einen Anteil an den vielen Goldmedaillen der DDR hat, kann ich schwer einschätzen." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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