Chronik der DDR-Geschichte 1950 bis 1954

1950

08. Februar
Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) durch einstimmigen Beschluss der Volkskammer der DDR.
06. Juli
Im Görlitzer Abkommen erkennt die DDR die Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnische Grenze an.
20. – 24. Juli
III. Parteitag der SED: Verabschiedung eines neuen Parteistatuts und Umwandlung des Parteivorstandes in ein Zentralkomitee (ZK).
25. Juli
Das Zentralkomitee der SED wählt das Politbüro, das Sekretariat des ZK und die Zentrale Parteikontrollkommission. Vorsitzende werden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl, Generalsekretär des ZK wird Walter Ulbricht.
15. Oktober
Einheitslistenwahlen zu Volkskammer, Landtagen, Kreistagen und Gemeindevertretungen.

1951

05. August – 19. August
III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten findet in Ost-Berlin statt. Motto: "Für Frieden und Freundschaft – gegen Atomwaffen". Begrüßt wurden 26.000 ausländische Jugendliche aus 104 Ländern und 35.000 Jugendliche aus der Bundesrepublik.
8. Oktober
Aufhebung der Rationierung aller Produkte, bis auf Fleisch, Fett und Zucker. Preissenkung für Textilien und Backwaren.

1952

10. März
"Stalin-Note" der UdSSR an die drei Westmächte: Forderung nach einem neutralen einheitlichen Deutschland mit eigenen Streitkräften.
26./27. Mai
Einrichtung einer 5 Kilometer breiten Sperrzone entlang der Demarkationslinie zur Bundesrepublik Deutschland. Beginn der Zwangsumsiedlung von mehr als 12.000 Menschen.
Anfang Juni
Das SED-Politbüro beschließt, künftig Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften nach sowjetischem Vorbild zu fördern.
1. Juli
Die seit 1948/49 bestehende Hauptverwaltung für Ausbildung (HVA) im Ministerium des Innern (MdI) wird zur Kasernierten Volkspolizei (KVP) umgegliedert.
9. – 12. Juli
Die 2. Parteikonferenz der SED proklamiert den "planmäßigen Aufbau des Sozialismus in der DDR".
23. Juli
Gesetz über die "Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe". Umfassende Verwaltungsreform. Die fünf Länder (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg) werden abgeschafft und durch 15 Bezirke ersetzt.
7. August
Gründung der "Gesellschaft für Sport und Technik" (GST).

1953

05./06. März
Tod Stalins. DDR-Ministerrat ordnet Staatstrauer an.
13./14. Mai
13. Tagung des ZK der SED: Beschluss über eine Erhöhung der Arbeitsnormen um mindestens 10 Prozent.
09. – 11. Juni
Das Politbüro "empfiehlt" der Regierung Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenslage und zur "Stärkung der Rechtssicherheit". Einleitung des "Neuen Kurses". Normerhöhungen bleiben jedoch bestehen.
16. Juni
Streik der Ost-Berliner Bauarbeiter gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen.
17. Juni
Volksaufstand in der DDR. Außer in Berlin kommt es in den Tagen um den 17. Juni vor allem in den mitteldeutschen Industriegebieten um Halle und Magdeburg zu großen Streiks und Demonstrationen.
Mit Unterstützung sowjetischer Truppen wird der Protest niedergeschlagen (mehr als 6.000 Festnahmen, etwa 100 Todesopfer).
24. – 26. Juli
Tagung des ZK der SED. Wilhelm Zaisser (bisher Minister für Staatssicherheit) und Rudolf Herrnstadt werden aus dem ZK ausgeschlossen, Walter Ulbricht wird zum ersten Sekretär (bisher Generalsekretär) des ZK gewählt.

1954

01. Januar
Die letzten 33 SAG-Betriebe werden an die DDR zurückgegeben.
25. März
Die Regierung der UdSSR veröffentlicht eine Erklärung über die Anerkennung der Souveränität der DDR.
Mai
Auf sowjetischen Druck hin wird die Jugendweihe als Alternative zu Konfirmation und Firmung in der DDR eingeführt.