Udo Lindenberg erinnert an den Fall der Mauer Panikrock am Oderbruch

Brisant | 09.11.2010 | 17:15 Uhr

Mit einem Konzert hat Udo Lindenberg an den Fall der Mauer vor 21 Jahren erinnert. Hits wie "Sonderzug nach Pankow" und "Mädchen aus Ostberlin" brachten die Zeit des geteilten Deutschlands wieder ganz nah vor Augen.

Die "Bunte Republik Deutschland" hatte Udo Lindenberg schon 1989 in seinem gleichnamigen Album propagiert. Am Vorabend des 9. November warb der 64-Jährige in der Schinkel-Kirche im märkischen Neuhardenberg für die "Bunte Republik Deutschland". Passend zum historischen Anlass vor 21 Jahren sang der Panikrocker berühmte Lieder wie "Sonderzug nach Pankow" oder "Mädchen aus Ostberlin". Darin beklagte er einst die Teilung Deutschlands und träumte von einer Wiedervereinigung von Ost und West.

"Einer der schönsten Tage in meinem Leben"

Nur wenige westdeutsche Künstler setzten sich so beharrlich für die Deutsche Einheit ein. Als die Mauer dann im November 1989 endlich fiel, "war das einer der schönsten Tage in meinem Leben", erzählte Lindenberg während des Konzerts. "Was haben wir gefeiert!" Nun sei Deutschland beim Zusammenwachsen auf einem guten Weg, ein bisschen besser müssten sich Ost und West aber noch kennenlernen - etwa durch Reisen in die jeweils andere Landeshälfte. "Zum Vergnügen nach Rügen, und nach Schmusedom", ergänzte der Altrocker witzelnd.

Neue Protestkultur in Deutschland

Ehrengast des geschichtsträchtigen Auftritts war Christian Wulff. Das Staatsoberhaupt sah sich Lindenbergs Auftritt sichtlich vergnügt an und würdigte ihn in einer kurzen Ansprache vor den 350 Gästen als großen Künstler. In Anwesenheit des Bundespräsidenten scheute Lindenberg sich nicht, auch brisante politische Themen anzusprechen. So gebe es eine neue Protestkultur in Deutschland, sagte er mit Blick auf die Proteste gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" und gegen die Atompolitik der Bundesregierung. "Das finde ich gut." Staatsoberhaupt Wulff mahnte er frech, vor seiner Unterschrift unter das Gesetz zur Laufzeitenverlängerung der Atomkraftwerke noch einmal gut nachzudenken. Vielleicht könne Wulff ja dann am entscheidenden Tag "einen kleinen Gichtanfall bekommen", der ihn an der Unterschrift hindere. Der Bundespräsident nahm es mit Humor.