Wismut Aue in den fünfziger Jahren "Wenn die Wölfe heulen …"

In den fünfziger Jahren galt die BSG Wismut Aue als die beste Mannschaft der DDR – sie wurde dreimal Meister und einmal Pokalsieger. Und in ihren Reihen standen Spieler, die keinen internationalen Vergleich zu scheuen brauchten.

Heinz Satrapa

Weil er bei einer Brigadefeier zu viel getrunken hatte und am nächsten Tag nicht zur Arbeit erschien, wurde Heinz Satrapa von seinem Arbeitgeber Horch Zwickau fristlos gefeuert. Damit war auch seine Karriere bei der BSG Horch Zwickau beendet, die Satrapa 1950 mit seinen Toren fast im Alleingang zum DDR-Meistertitel geschossen hatte. Nach sieben Monaten Sperre wechselte der Torjäger nach Aue und wurde mit Wismut zweimal DDR-Meister und 1956 Torschützenkönig der Oberliga.

Willy Tröger

Das Geheimnis seiner vielen Torerfolge lag im Grunde nur darin, verriet Willy Tröger nach dem Ende seiner Karriere einmal, dass seine Frau, wenn sie samstags seine Spielertasche packte, in Gedanken immer so viele Tore hineinlegte, wie ihr Willy am Nachmittag schießen sollte. Und Frau Tröger war ganz offensichtlich nicht knauserig, denn ihr Mann schoss Wismut Aue zu drei Meisterschaften und galt nicht nur in der DDR als einer der gefährlichsten Torjäger seiner Zeit: "Der einhändige Tröger – einer der besten Mittelstürmer Europas", schrieben englische Zeitungen 1957.

Dieter Erler

"Es gab nicht viele Spieler in Europa, die besser Regie führten als er", lobte Karoly Soos, von 1961 bis 1968 Cheftrainer der Nationalmannschaft der DDR, seinen Schützling aus dem Erzgebirge. Dieter Erler war 1959 von Chemie Glauchau zum SC Wismut Karl-Marx-Stadt, wie Wismut Aue von 1954 bis 1964 hieß, gewechselt. Er wurde zweimal DDR-Meister, bestritt 47 Länderspiele und war 1967 "Fußballer des Jahres" in der DDR.

Siegfried und Karl Wolf

"Wenn die Wölfe heulen ...", hieß es in den "goldenen Fünfzigern" bei den Spielen der Wismut im heimischen "Krater". Und mit den "Wölfen" waren die Auer Mittelfeldstrategen Siegfried und Karl Wolf gemeint. Spielwitz, Torgefährlichkeit und Kampfgeist zeichneten die Brüder aus. "Ich kann nicht versprechen, dass ich gut spielen werde, aber dass ich bis zum Umfallen kämpfen werde, das kann ich versprechen", sagte Karl Wolf einmal zu seinem Trainer.

Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2010, 21:01 Uhr