Kollegen über Rolf Hoppe "Ein Raubtier auf samtenen Pfoten"

Regisseure, Schauspielkollegen, eine Filmkritikerin und ein Maler sprechen über Rolf Hoppe, wie sie ihn erlebt haben und wie er seinen Beruf versteht.

Schauspieler Klaus Maria Brandauer

Klaus Maria Brandauer
Klaus Maria Brandauer Bildrechte: MDR/Hagen Wolf

Gemeinsam mit dem österreichischen Schauspieler Klaus Maria Brandauer brillierte Rolf Hoppe 1981 in István Szabós Film "Mephisto" – Brandauer gab den Schauspieler Hendrik Höfgen, Hoppe einen ebenso verführerischen wie brutalen Nazi-General. "Als Schauspieler ist Rolf Hoppe ein gefährliches Raubtier, das auf samtenen Pfoten daherkommt", sagt Brandauer. "Er ist ein ganz großer Schauspieler."

Regisseur István Szabó

Der ungarische Regisseur István Szabó hatte lange vergeblich nach einem Schauspieler gesucht, der den General in seinem Film "Mephisto" verkörpern könnte. Als er einmal zu Besuch in den DEFA-Studios in Babelsberg war, wurde er zu einer Filmpremiere eingeladen. In diesem Film spielte Rolf Hoppe eine winzige stumme Nebenrolle. Aber Szabo wusste sofort: "Der ist mein Mann!" Er ließ sich den Namen des ihm völlig unbekannten Schauspielers aufschreiben und rief ihn an: "Ich kenne Sie überhaupt nicht, aber wir müssen uns unbedingt treffen ..."

Schauspieler Michael Gwisdek

Michael Gwisdek
Michael Gwisdek Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Er ist ein Besessener", sagt der Schauspieler Michael Gwisdek über seinen Kollegen Rolf Hoppe. Die beiden spielten seit Mitte der Sechzigerjahre gemeinsam in etlichen Film- und Fernsehproduktionen – in DEFA-Indianerfilmen wie "Weiße Wölfe" oder "Spur der Falken" wie auch in dem Hölderlin-Film "Hälfte des Lebens". Bei Hoppe geht es immer um die Arbeit und die Kunst, so Gwisdek, gewöhnliche Sachen wie Auto oder Schrankwand interessierten ihn dagegen überhaupt nicht.

Schauspieler und Regisseur Horst Schönemann

Horst Schönemann
Horst Schönemann Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Schauspieler und Regisseur Horst Schönemann (1927 – 2002) hatte 1979 die Leitung des Staatsschauspiels Dresden übernommen. In zahlreichen seiner Inszenierungen wirkte Rolf Hoppe als Hauptdarsteller mit. Schönemann erinnert sich, dass Hoppe sich stets auch für die scheinbar nebensächlichsten Aspekte seiner Rollen interessierte, etwa für die Beschaffenheit des Schuhwerks.

Fernsehkritikerin Margit Voss

Margit Voss
Margit Voss Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Rolf Hoppe spielte in der DDR unglaublich viele Bösewichte", erinnert sich die Film- und Fernsehkritikerin des "Berliner Rundfunks" Margit Voss. "Aber es waren alles zu kleine Rollen für ihn", resümiert die wegen ihrer Rezensionen damals zugleich gefürchtete und geachtete Kritikerin. "Hoppe hätte mehr gekonnt."

Maler Siegfried Klotz

Maler Siegfried Klotz
Maler Siegfried Klotz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dem Dresdner Maler und Professor an der dortigen "Hochschule für Bildende Künste" Siegfried Klotz (1939 – 2004) saß Rolf Hoppe seit Anfang der neunziger Jahre mehrmals Modell. Klotz malte Hoppe als einen massiven, gedrungenen, gleichsam erdverhafteten Mann. Hoppe war mit den Porträts nie so ganz zufrieden, wie er später einmal zugab.

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2010, 11:08 Uhr