Videoausschnitte Rolf Hoppe über sich selbst

Von seiner Kindheit im Schatten eines Konzentrationslagers, von seiner Liebe zu Pferden und dem Zirkus, von der Verkörperung des Bösen und dem Verlust der Stimme erzählte Rolf Hoppe in diversen Fernsehsendungen.

Der ewige Bösewicht

Im Dezember 1972 war Rolf Hoppe in Hans-Joachim Wolframs Sendung "Außenseiter - Spitzenreiter" zu Gast und versuchte die Frage einer Zuschauerin zu beantworten: Ob er denn auch privat "ein solcher Bösewicht" sei wie in den Indianerfilmen? Das müssten Sie schon meine Frau fragen, meinte Hoppe. Jedenfalls habe er wegen seiner Rollen doch "schon Einiges auszustehen". Und er verwies bekümmert auf den Umstand, dass er letztlich sogar mit Tomaten beworfen wurde, weil er "den Gojko umgebracht habe".

Die Schornsteine rauchten

Als Jugendlicher sah Rolf Hoppe jeden Tag von seinem Zimmer aus die KZ-Häftlinge, die durch die kleine Stadt Ellrich marschierten. In Ellrich befand sich ein Außenlager des KZ Mittelbau Dora, in dem die Flugbombe "V2" produziert wurde. "Die Häftlinge lebten in unserer Stadt, und ich werde es bis heute nicht los, das Klappern der Holzlatschen", erinnert sich Rolf Hoppe. "Und da rauchte auch immer ein Schornstein ..."

Rolf Hoppe und die Pferde

Rolf Hoppe, der sich in seinen jungen Jahren als Pferdepfleger und Zureiter im Zirkus seinen Lebensunterhalt verdienen musste, ist ein großer Pferdeliebhaber. Auch aus diesem Grund erinnert er sich gern an die DEFA-Indianerfilme – während der Dreharbeiten konnte er schließlich viel mit den Tieren zusammen sein. Und gedoubelt musste er bei den Reitszenen auch nicht werden. "Wie auch ein Double finden?", fragt Hoppe. "Bei meinem Gewicht und bei meiner Statur!" Reiten gelernt hat er übrigens schon als fünfjähriger Steppke und zwar – auf einer Kuh.

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

Der Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" – eine Koproduktion der DEFA mit den Barrandov Filmstudios Prag – berührt seit 1973 immer neue Generationen. Rolf Hoppe spielte in ihm einen liebenswürdigen und fürsorglichen König. Den Erfolg des Films führt er nicht zuletzt auf den Umstand zurück, dass "kein Geld da war". Statt wie geplant im Sommer musste im Winter gedreht werden, und auch "durch die Winterlandschaft Böhmens", so Hoppe, entstand jene zauberhafte Poesie.

"Ich habe ein schönes Leben gehabt"

Im Herbst 2010 resümierte der im achten Lebensjahrzehnt stehende Rolf Hoppe: "Ich habe ein schönes Leben gehabt." Und das Beste daran war, fügte er hinzu, dass ich immer spielen konnte wie ein Kind und damit sogar noch meine Familie ernähren konnte. Vorm Tod hat er keine Angst, ganz im Gegenteil: "Vielleicht", sagte er, "kommt das Schönste ja zum Schluss."

DEFA-Indianerfilme

Seit 1968 spielte Rolf Hoppe in den Indianerfilmen der DEFA – er war der ewige Bösewicht und Widerpart von Gojko Mitić. Einmal kamen seine Töchter von der Schule nach Hause und sagten, in der Schule würde erzählt, er müsse ein schlechter Vater sein, weil er "Gojko umgebracht habe". Hoppe ging daraufhin zu einem Pioniernachmittag in die Schule, um zu beweisen, dass er durchaus kein schlechter Mensch sei. Die Filme lässt er auch heute noch gelten.

"Frühlingssinfonie"

1983 spielte Rolf Hoppe in dem westdeutschen Kinofilm "Frühlingssinfonie", der an Originalschauplätzen in der DDR gedreht wurde, den Vater der Pianistin Clara Wieck (dargestellt von Nastassja Kinski). Dieser Friedrich Wieck ist ein Mann, der seine Tochter zum Wunderkind herangezüchtet hat und Geschäftssinn als heftige Zuneigung begreift. Hoppe wollte Vater Wieck mit seiner Art der Darstellung vor allem Gerechtigkeit widerfahren lassen.

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2010, 15:48 Uhr