Gereimte Anekdoten Betriebsalltag im VEB Deutsche Spedition (I)

Gründung des VEB Deutsche Spedition

Es sind über 50 Jahre her
Ich erzähl Euch keine Mär
Da gründete man in Leipzig, Ihr wisst es schon
Die berühmte VEB Spedition.
Diese famose Idee, es ist bekannt
Kam zu uns aus dem fernen Russland.
Da waren sehr schlaue Wirtschaftsleute
Die sagten, hier machen wir fette Beute.
Dort in unserer russischen Zone
Das ist bestimmt für uns nicht ohne.

Vereinnahmen wir den Privatbesitz
Dies war natürlich kein guter Witz
In das bekannte Volkseigentum
Dafür gebührt der SU Ruhm.
In Deutschland waren die Firmen privat
So war´s seit Jahren in der Tat.
Zunächst war Schenker an der Reih`
Dann ging`s an die Leipziger Speicherei.
Wer kennt die Firmen und die Namen
Die alle im VEB zusammenkamen.

Man nahm Fahrzeuge, Häuser und Grundstücke
Darauf warf man geschulte Blicke.
Aus dem Nichts entstand auf diese Weise
Die neue Deusped an der Pleiße.
Wir dürfen hierbei nicht vergessen
Es ist bestimmt ein Glück gewesen:
Übernommen wurden Angestellte und Arbeiter
So ging es aufwärts immer weiter.
Diese Fachkräfte, das war der Stamm
Die klotzten damals richtig ran.

So war es doch als alles begann
Wir griffen zu, wenn Not am Mann.
Es gab noch eine große Reserve
Da war doch einer der machte Verse.
Die Fahrzeuge waren desolat
Darauf erfolgte der gute Rat:
Zur Reparatur macht euch Gedanken
Ersatzteile und Werkzeuge sind kaum vorhanden.
Das Improvisieren war nun gefragt
Die Fahrmeister waren nicht verzagt.
Hat man deshalb manchmal Sorgen
Half Vitamin B was zu besorgen.
Der Fuhrpark wurde gehalten in Schwung
Für den Transport und die Beförderung.
Das war wirklich lobenswert
Was sie ganz besonders ehrt.

Für alle gab es Brot und Arbeit
Zum Faulenzen war keine Zeit.
Der Anfag war bestimmt nicht leicht
Mit ganzer Kraft wurde viel erreicht.
Jetzt wurde in die Hände gespuckt
Wir kämpften für das Transportprdoukt.
Wir waren der Zukunft zugewandt
Und sangen Deutschland einig Vaterland.

Die netten Kolleginnen möcht` ich nicht vergessen
Dies wäre jedoch zu vermessen.
Den Frauen Lob und Anerkennung
Für fleißige Arbeit mit viel Schwung.
Der Anteil der Frauen war recht groß
Dies war für uns doch sehr famos.
Alle hatten nur das eine Motiv
Zuverlässig und immer aktiv.
Die Planerfüllung wurde geschafft
Mit viel Arbeit und großer Kraft.
Den spitzen Bleistift brauchten wir viel
Den Plan zu schaffen war unser Ziel.

Dabei auch mit viel Geschick
Und auch noch einem Quentchen Glück.
Es wurde manchmal manipuliert
Und zum Schluß auch noch frisiert.
Nun wurde jeder Plan erfüllt
Das gab dann alles ein schönes Bild.
Man drückte auch ein Auge zu
Dann hatte die liebe Seele Ruh.
Am Jahresende war´s endlich soweit
Ein jeder hatte plötzlich Zeit.

Die Prämie in Empfang zu nehmen
So war es doch in unsrem Leben.
Wir bekamen hier doch nichts geschenkt
Ein Schelm des Arges dabei denkt.
Mit der Kultur war der Betrieb auf dem Posten
Dies lies er sich schon mal was kosten.
Im Felsenkeller die Veranstaltungen
Das ist doch recht gut gelungen.

Und dann im Zoo in der Kongresshalle
Freude und Frohsinn gab´s für alle.
Gesorgt wurde Speis und Trank
Dafür gab´s Beifall und auch Dank.
Im Sport war ein mancher ein As
Das machte ihm auch wirklich Spass.
Zum Sportfest war dies auch nicht ohne
Da bekamen die Kämpfer dann zum Lohne
Eine hübsche Urkunde und auch Geld

Man war zufrieden mit sich und der Welt.
Diese Zeiten sind längst entschwunden
Der Rest hat sich heute hier wiedergefunden.
Mit Windeseile die Zeit verging
Man fragt sich bloß, wo ist das hin.
Dank unserem Max für die Organisation
Der Zusammenkünfte der Spedition.
In launiger Weise hab ich berichtet
Und für euch etwas gedichtet.

Ich wünsche allen recht viel Freude
Morgen, künftig und auch heute.
Ich denke, dass ihr mich schon kennt
Denn mein Latien ist nun am End.
Nun will ich schließen mit dem Giggi
Und bleib wie immer Eurer Siggi.

(Zum 5. Treffen der ehemaligen Deutschen Spedition vorgetragen)