Zeitzeugin Teil 2 Erna Lindemann

Erna Lindemann ist Kranführerin in Rostock – die Werft ist ihre Welt. Sie ist eine "Heldin der Arbeit", aber auch Ehefrau und Mutter.

Erna Lindemann ist Kranführerin in Rostock. Sie arbeitet auf der Warnowwerft in Warnemünde in einer von Männern dominierten Welt. Doch die Werft hatte sie schon immer gereizt. Als Verkäuferin arbeiten wollte sie nicht, so hat sie als "Rostklopperin" angefangen. Die Frauen mussten sich in einem harten Klima behaupten. Manche dachten ja auch, so Erna Lindemann, "man wär Freiwild."

Der Anteil der Berufstätigen und der Personen in beruflicher Ausbildung an der erwerbsfähigen Bevölkerung stieg im Laufe der DDR immer mehr an: 1950 waren es 70 Prozent, 1980 schon 95 Prozent. Diese Zahlen konnten jedoch nur mit der zunehmenden Beteiligung von Frauen am Arbeitsprozess erreicht werden. In dieser Hinsicht lag die DDR an der Weltspitze: 1989 gingen 91 Prozent der Frauen zur Arbeit oder befanden sich in einer Ausbildung - 1950 waren es nur 49 Prozent gewesen.

Angesichts dieser Zahlen muss jedoch berücksichtigt werden, dass die vergleichsweise niedrigen Löhne eine Beschäftigung beider Ehepartner in der Regel unabdingbar machte. "Hausfrauen" gab es also nur sehr wenige in der DDR, die Frauen vereinten beides: Arbeit und Haushalt. Dies unter einen Hut zu bekommen, war auch für Erna Lindemann nicht einfach:

Funktionieren kann das nur, weil Erna Lindemann durch ihre Mutter und später durch ihre Schwiegermutter unterstützt wird. Mehrfach wird Erna Lindemann, die Kranführerin, als Aktivistin, als "Heldin der Arbeit" ausgezeichnet.

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2011, 16:07 Uhr