Chronik der SBZ/DDR-Geschichte 1945 bis 1949

1945

8. Mai
Unterzeichnung der Urkunde über die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin-Karlshorst.
5. Juni
Die Siegermächte Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA übernehmen die oberste Regierungsgewalt in Deutschland und bilden den Alliierten Kontrollrat.
9. Juni
Einrichtung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit Sitz in Berlin-Karlshorst.
11. Juni
Aufruf der KPD nach ihrer Zulassung durch die SMAD.
15. Juni
Gründung der SPD in Berlin.
26. Juni
Gründung der CDU in Berlin.
1. – 4. Juli
Rückzug der Westalliierten aus den von ihnen besetzten Gebieten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg. Im Gegenzug werden von ihnen die Westsektoren Berlins besetzt.
5. Juli
Gründung der LDP in Berlin.
14. Juli
Bildung der "Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien" (KPD, SPD, CDU, LDP) in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).
23. Juli
Die preußischen Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg sowie das Land Anhalt werden zur Provinz Sachsen vereinigt.
2. August
Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens.
3. – 11. September
Verordnungen der Provinz- und Landesverwaltungen zur Durchführung der Bodenreform in der SBZ.
6. November
Direktive Nr. 16 des Alliierten Kontrollrates in Deutschland über die Bewaffnung der deutschen Polizei.

1946

7. März
Gründung der Freien Deutschen Jugend (FDJ).
21./22. April
Gründungsparteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Vorsitzende werden Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD).
30. Juni
Volksentscheid in Sachsen billigt die "Enteignung von Kriegsverbrechern und Naziaktivisten" ( 77,6 Prozent Ja-Stimmen).
30. Juli
Bildung der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI) zur Koordination der Polizei in der SBZ.
Juli/August
Die Länder- und Provinzialverwaltungen von Thüringen und Sachsen-Anhalt erlassen Verordnungen über die "Enteignung von Kriegsverbrechern und Naziaktivisten".
1. September
Gesetz zur Demokratisierung der Schule tritt in Kraft.
20. Oktober
Wahlen zu den Land- und Kreistagen in der SBZ. Die SED erreicht nicht die absolute Mehrheit (47,5 Prozent).
1. Dezember
Die SMAD weist den Aufbau der Deutschen Grenzpolizei (DGP) in der SBZ an.

1947

7. – 9. März
Gründung des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands (DFD).
11. Juni
SMAD-Befehl 138/47: Einrichtung der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) als erstes zentrales Verwaltungsorgan in der SBZ.
21. Juli
Auflösung Preußens: Die Provinzen Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden zu neuen Ländern erklärt, so dass die SBZ nunmehr aus fünf Ländern (inklusive Mecklenburg, Sachsen und Thüringen) besteht.
16. August
SMAD-Befehl 201/47 zur Entnazifizierung und vollständigen Säuberung aller öffentlichen Ämter und der Wirtschaft von aktiven Faschisten, Militaristen und Kriegsverbrechern.

1948

20. März
Die sowjetischen Vertreter verlassen den Alliierten Kontrollrat, der damit arbeitsunfähig wird.
29. April
Gründung der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD).
25. Mai
Gründung der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD).
Mai/Juni
Die SMAD genehmigt die Aufstellung von kasernierten Polizeikräften.
24. Juni
Die SMAD verhängt eine Blockade über die Westsektoren Berlins.
24. – 28. Juni
Währungsreform in der SBZ und Ostberlin.
13. Oktober
Der Zwickauer Bergmann Adolf Hennecke übererfüllt sein Tagessoll an Steinkohle mit 387 Prozent. Die Aktivistenbewegung in der SBZ nimmt ihren Anfang.

1949

25. – 28. Januar
1. Parteikonferenz der SED: Bildung eines Politbüros, Einführung des demokratischen Zentralismus als Organisationsprinzip.
12. Mai
Ende der "Berlin-Blockade".
7. Oktober
Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Umbildung des Deutschen Volksrates zur Provisorischen Volkskammer der DDR. Erste Verfassung der DDR tritt in Kraft.
10. Oktober
Verwaltungsfunktionen werden an die Provisorische Regierung der DDR übertragen. An Stelle der SMAD Bildung der Sowjetischen Kontrollkommission (SKK).
11. – 12. Oktober
Die Volkskammer wählt Wilhelm Pieck zum Präsidenten der DDR und bestätigt die Provisorische Regierung. Otto Grotewohl wird Ministerpräsident.

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2004, 10:49 Uhr