Chronik der DDR-Geschichte 1960 bis 1964

1960

10. Februar
Die Volkskammer beschließt das Gesetz über die Bildung des "Nationalen Verteidigungsrates" (NVR).
14. April
Abschluss der Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR. Mit dem 31. Mai 1960 bestehen 19.345 LPG, die insgesamt 83,6 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in der DDR bewirtschaften. 154.000 Bauern verlassen bis zum Mauerbau die DDR.
08. September
Genehmigungspflicht für Einreisen von Bundesbürgern nach Ost-Berlin.
12. September
Nach dem Tode Wilhelm Piecks wird Walter Ulbricht Vorsitzender des neu geschaffenen Staatsrates der DDR.

1961

12. April
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin umrundet in seiner Raumkapsel "Wostok" als erster Mensch den Erdball. Der erste bemannte Weltraumflug wird auch in der DDR als Beweis für die Überlegenheit des Sozialismus gefeiert.
03./04. Juni
Kennedy und Chruschtschow treffen sich in Wien. Chruschtschow erneuert das "Berlin-Ultimatum".
15. Juni
Ulbricht erklärt auf einer Pressekonferenz:
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".
13. August
Abriegelung West-Berlins für alle Bürger der DDR. Die Zufahrstwege in das Bundesgebiet bleiben erhalten. Die Sperranlagen werden von nun an systematsch ausgebaut und im Volkssmund bald schon die Berliner Mauer genannt.
20. September
Die Volkskammer verabschiedet das "Gesetz zur Verteidigung der DDR" (Verteidigungsgesetz).
13. November
Aufgrund einer neuerlichen scharfen Kritik an Stalin auf dem XXII. Parteitag der sowjetischen Partei in Moskau wird nun auch in der DDR Stalin zur "Unperson". Stalinstadt wird in Eisenhüttenstadt und die Ost-Berliner Stalinallee in Karl-Marx-Allee umbenannt. Das Denkmal Stalins in Ost-Berlin wird abgerissen und eingeschmolzen.

1962

24. Januar
Die Volkskammer beschließt das "Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht" in der DDR.

1963

24./25. Juni
Eine Wirtschaftskonferenz des ZK der SED und des Ministerrates leitet mit dem "Neuen ökonomischen System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft" (NÖSPL) eine grundlegende Wirtschaftsreform ein.
17. Dezember
Erstes Passierscheinabkommen zwischen der Regierung der DDR und dem Senat von Westberlin. Westberliner können zu Weihnachten und zum Jahreswechsel erstmals seit dem Mauerbau Verwandte in Ost-Berlin besuchen.

1964

12./13. März
Robert Havemann, Professor an der Humboldt-Universität, wird als "Wortführer eines oppositionellen demokratischen Kommunismus in der DDR" aus der SED ausgeschlossen und von seinen "Verpflichtungen an der Universität entbunden".
24. September
Nach dem Tod von Otto Grotewohl (21. September) wird Willi Stoph als Vorsitzender des Ministerrates und Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates bestätigt.
07. September
Einführung des Wehrdienstes als Bausoldat ohne Waffe in der NVA.
14. Oktober
In der Sowjetunion wird KPdSU-Parteichef N.S. Chruschtschow gestürzt. Nachfolger wird L. Breschnew.
25. November
Einführung eines Zwangsumtausches für Reisende aus der Bundesrepublik, West-Berlin und allen anderen nichtsozialistischen Staaten.

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2009, 13:58 Uhr