Chronik der DDR-Geschichte 1970 bis 1974

1970

1. Januar
An der innerdeutschen Grenze beginnt die Montage von Selbstschussanlagen SM 70 (Splitterminen).
19. März
Bundeskanzler Willy Brandt und der Vorsitzende des DDR-Ministerrates Willi Stoph treffen in Erfurt zu Gesprächen zusammen.
26. März
Beginn der Vier-Mächte-Verhandlungen über Berlin.
21. Mai
Zweites Treffen von Willy Brandt und Willi Stoph in Kassel.
16. September
Volkskammer beschließt Gesetz über die Zivilverteidigung.

1971

1. März
Erhöhung der Mindestlöhne und Mindestrenten.
3. Mai
Auf dem 16. Plenum des ZK der SED bittet Ulbricht, ihn aus „Altersgründen“ von der Funktion des Ersten Sekretärs des ZK zu entbinden. Das Zentralkomitee der SED wählt Erich Honecker zum Nachfolger. Unter ihm fügt sich die SED wieder bedingungslos dem sowjetischen Führungsanspruch. Ulbricht bleibt Staatsratsvorsitzender.
15. – 19. Mai
VIII. Parteitag der SED: „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Honecker verkündet neues Wohnungsbauprogramm.
15. - 19. Juni
VIII. Parteitag der SED in Ost-Berlin. Der Parteitag beschließt die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" und stellt neue Sozialleistungen in Aussicht.
24. Juni
Erich Honecker wird anstelle Ulbrichts zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates bestimmt.
3. September
Das Viermächte-Abkommen über Berlin wird unterzeichnet.

1972

26. Mai
Verkehrsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR von den Staatssekretären Egon Bahr und Michael Kohl unterzeichnet.
3. Juni
Das Transitabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR tritt in Kraft.
6. Oktober
Staatsrat beschließt Amnestie für insgesamt 32.000 politische und kriminelle Straftäter. Davon werden 2.000 Häftlinge in die Bundesrepublik entlassen.
21. Dezember
Bahr und Kohl unterzeichnen in Ost-Berlin den Grundlagenvertrag.

1973

21. Juni
Grundlagenvertrag tritt in Kraft.
28. Juli – 5. August
In Ostberlin finden die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten statt.
1. August
Der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht stirbt im Alter von 80 Jahren.
18. September
Die DDR und die Bundesrepublik Deutschland werden Mitglieder der Vereinten Nationen (UNO).
3. Oktober
10. Tagung der Volkskammer wählt Willi Stoph zum neuen Staatsratsvorsitzenden und Horst Sindermann zum Vorsitzenden des Ministerrates.
19. Dezember
DDR-Bürger dürfen mit Devisen in „Intershops“ einkaufen.

1974

1. Januar
DDR-Fahrzeuge müssen im internationalen Verkehr das Länderkennzeichen "DDR" anstelle des bisherigen "D" tragen.
2. Mai
Die "Ständigen Vertretungen" der Bundesrepublik Deutschland (Ostberlin) und der DDR (Bonn) werden eröffnet.
3. Mai
Der Nationale Verteidigungsrat bestätigt den "Schusswaffeneinsatz gegen Grenzverletzer".
4. September
Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und der DDR.
27. September
Die 13. Tagung der Volkskammer beschließt das "Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Verfassung der DDR vom 7. Oktober 1974". Der Begriff "deutsche Nation" kommt nicht mehr vor.

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2004, 11:28 Uhr