Steiners ABC Specki-Tonne

Das SERO-System (Sekundarrohstoff-Verwertung) war eine gute Erfindung der DDR. Nicht ganz so glücklich war die Idee, Futter für die Schweine in den Straßen zu sammeln. Speisereste, Gemüseabfälle, altes Brot und weitere verwertbare Rückstände kamen in eine dafür vorbereitete Tonne, eben die Specki-Tonne.

In Frühling, Herbst und Winter gab es kaum Probleme, aber im Sommer, besonders wenn er sehr heiß war. Dann ging nämlich der Tonneninhalt langsam in den flüssigen Zustand über, was tausende schillernde Fliegen in Taumel versetzte.

Der Höhepunkt wurde erreicht, wenn das offene (!) Abholauto mit den dazugehörenden Arbeitskräften erschien. Als Kind habe ich noch erlebt, wie die Klärgruben der Wohnhäuser mittels elastischer Rohre ausgepumpt wurden. Die Rohre durchquerten die Hausflure und verbreiteten eine infernalischen Gestank, der Wochen anhielt. So etwa roch auch das Specki-Auto, nur stellte sich hier noch eine Beziehung zur Schweine-Mast her.

Auf dem Umweg über das Schwein ernährten wir uns von dem Troginhalt. Die Arbeitskräfte wurden offenbar sehr gut entlohnt!