Eine Kurzbiografie und ein Vorwort

Lotti Buchwald, geboren 1938 in Berlin.

Evakuierung mit der Mutter 1943 nach Herrnhut/Oberlausitz.

Die Berliner Wohnung der Eltern wird im April 1945 durch Bomben zerstört und die Familie findet nach mehrjähriger Odyssee in der mittelalterlichen Stadt Tangermünde an der Elbe ein neues Zuhause.

Nach Schulbesuch Lehre als Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin.

Mit 17 Jahren geht Lotti Buchwald allein "in den Westen" und schreibt 1996 ein Buch mit ihren Erinnerungen, Titel: "Drüben ist auch anderswo".

Sie ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und kennt keinen "Ruhestand", obwohl sie einen solchen nach 25-jähriger Arbeit als Angestellte bei der HOECHST AG durchaus genießen sollte.

Seit 17 Jahren Malerin (Öl) und Autorin vieler Kurzgeschichten, Zeitungsartikel usw..

Lotti Buchwald wohnt mit ihrem Mann in der Nähe des Rheins (Raum Loreley), aber ihre Gedanken und Sehnsüchte befassen sich noch immer mit allem, was im Bannkreis von Elbe, Spree, Havel oder überhaupt in allen fünf neuen Bundesländern passierte oder noch passiert.

Das kann man an ihren Geschichten deutlich erkennen.

Ein Vorwort

Heute schmunzeln wir über all die Unzulänglichkeiten, mit denen gekämpft werden musste, damals in diesem Geheimnis umwitterten Land, das irgendwann einmal existierte. Es ist schön, dass der Mensch so beschaffen ist: Das Schlechte vergisst er, das Gute bleibt ihm in Erinnerung. Und so entsteht im Nachhinein aus einem einstmals oft geschmähten Gebilde langsam ein Garten Eden.

Aber war es wirklich so zum Lachen? Schlug man sich nicht oft genug mit Problemen herum, kleinen alltäglichen zwar, aber dennoch so manches Mal auch lebensnotwendigen, denen man eigentlich viel lieber aus dem Weg gegangen wäre? Das sollte jeder für sich entscheiden, der diese Geschichten liest und der sich vielleicht in der einen oder anderen selbst erkennen mag.

Mit den vorliegenden Geschichten soll der Blick auf den gelebten Alltag hinter der Mauer eines längst untergegangenen Landes und die historische Geschichte der Menschen von A (wie Alfred) bis Z (wie Zita) gelenkt werden, ohne dass die Dinge, die durchaus in Ordnung waren, in irgend einer Form in Frage gestellt werden.

Bleibt nur noch der strittige Punkt: Märchen oder Wahrheit, war es damals wirklich so?

Alle Namen wurden frei erfunden, eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.