Wohnungsbau Leben in der Platte

Wohnungsbau in der DDR

Erich Honeckers Wohnungsbauprogramm von 1971 stand unter dem Motto: "Jedem seine eigene Wohnung". Die Großplatten-Bauweise sollte zum Allheilmittel der Wohnungsnot werden.

Frische Fassaden, davor vereinzelt Trabis in blau, weiß, gelb; der Himmel strahlend blau: Wer in einem Neubaugebiet wie Lütten Klein in Rostock (Foto) eine Wohnung ergattern konnte, schätzte sich glücklich: Kohlen schleppen und Asche-Eimer ausleeren ist Vergangenheit.

Honeckers ehrgeizige Pläne

1972 wurde im Rahmen der von Honecker proklamierten "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" das "Staatliche Wohnungsbauprogramm" aufgelegt. Bis 1990 sollte die Wohnungsnot in der DDR beseitigt sein. "Jedem eine eigene Wohnung", lautete das durchaus ehrgeizige Ziel der SED. Von 1973 an wurden in höchstmöglichem Tempo in allen Bezirken der DDR an den Stadträndern Neubaugebiete in Großplatten-Bauweise errichtet ...

Ulrich Müthers Markenzeichen: kühne Dachkonstruktionen

Aber in der DDR-Architektur gab es nicht nur seelenlose Satellitenstädte und Plattenbauten. Auch im Land der Einheitsfassaden gab es Architekten, die andere Vorstellungen von modernem Bauen hatten. Einer von ihnen war Ulrich Müther. Er entwarf die Prestigebauten des Sozialismus ...

Plattenbau: Schwieriges Erbe der DDR

Seit 1990 werden ganze Landstriche im Osten entvölkert. Die Menschen ziehen weg - Richtung Westen, Richtung Arbeit oder in Eigenheime bzw. sorgfältig renovierte Altbauwohnungen der Stadtzentren. Die Plattenbauten erweisen sich nach 1989 für die Kommunen zu einem schwierigen Erbe der DDR.

Leben in der Platte heute

Wenn von Plattenbausiedlungen die Rede ist, denkt man an Halle-Neustadt, Leipzig-Grünau oder Berlin-Marzahn. Doch Plattenbausiedlungen gab es in jeder Stadt der DDR. Seit 26 Jahren lebt der 82-jährige Alex Schulz gemeinsam mit seiner Frau in einem Plattenbau in Gera-Lusan.