Mit dem Faltboot über die Seen im Osten

Nach dem Mauerbau 1961 entwickelte sich die Müritzregion zum Wassersportparadies des Ostens. Mit ihren Pouch-Faltbooten eroberten die Freizeitkapitäne die ostdeutschen Binnenseen.

Große Ferienpaläste gab es keine. Man versuchte eher privat unterzukommen oder suchte einen der zahlreichen großen und kleinen Zeltplätze direkt am Wasser auf. Die Vermieter der Unterkünfte freuten sich über das zusätzliche Einkommen. Dagegen waren die Touristen bei den Einheimischen weniger beliebt, kauften sie doch die knappen Sortimente in den wenigen Geschäften weg.

Bis auf eine Einschränkung konnten sich Urlauber rund um den See am Wasser vergnügen. Am Ostufer befand sich das Jagdgebiet Erich Honeckers. Hier war für die Urlauber Sperrgebiet.

See statt Ostsee

Der See hatte allein durch seine Ausmaße traditionell eine hohe Anziehungskraft für Urlauber aus der Region Berlin. Für Wassersportfans wurde der See ab 1961 nach dem Bau der Mauer besonders attraktiv, denn mit dem Mauerbau trat ein Segelsportverbot an der gesamten DDR-Küste in Kraft. Selbst Luftmatratzen galten Grenztruppen als verdächtig und als mögliches Fluchtmittel. In Wahren etablierten sich die "Mecklenburger Segelwochen", zu denen alljährlich die Segelelite der DDR anreiste. Was den Spitzensportlern genügte, machte auch vielen Hobbyseglern Spaß, wenn sie denn ein Boot ergattern konnten.

Faltbootparadies Müritz

Wenn die DDR in einem Bereich des Bootsbaus wirklich Weltklasse besaß, dann waren es die Faltboote. Leicht zu transportieren, wendig und bei pfleglicher Behandlung unverwüstlich. Gerade die Spitzenboote von "Pouch" waren heiß begehrt. Die Müritz bot ein ideales Paddelrevier. Die Routiniers wagten sich auf den See, die Wasserwanderer tummelten sich in den zahlreichen Kanälen rund um die Müritz.

Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2010, 14:01 Uhr